Viele Erlebnisse in bewegten Zeiten

Maria-Antonia Estol feiert 25jähriges Dienstjubiläum

Viele Spuren hat Maria-Antonia Estol in ihren bisherigen 25 Caritasjahren hinterlassen, neue Spuren legt sie zurzeit. Ihr Arbeitseinsatz galt bis auf eine kurze Unterbrechung den unterschiedlichen Aufgabenfeldern des Migrationsdienstes.

Von der Hausaufgabenhilfe über die Beratung ausländischer Gefangener bis hin zur Fachberatung für Asylfragen, abwechslungsreich waren die Aufgaben, die sie stets mit großem Engagement meisterte. Trotz sehr turbulenter Zeiten, in welcher der Migrationsdienst finanzierungstechnisch und inhaltlich immer wieder in Frage gestellt wurde, ist es ihr gemeinsam mit ihrem Team, welches sie zehn Jahre als Dienststellenleiterin begleitete, gelungen, den fachlichen Standard zu halten und neue Akzente in der Migrationsarbeit zu setzen.

Im kurzen Rückblick erinnert sich die Diplom-Sozialpädagogin an die schönen Zeiten: beispielsweise die Erfolge von Kindern, welche die Hausaufgabenbetreuung besuchten, aber auch an schwierige Zeiten: „Wenn Leute, die hier aufgewachsen sind in ein Land abgeschoben wurden, das sie nicht kannten, wenn HIV-Kranke ins Ausland zurück mussten, wo es keine Behandlung für sie gab, dann war das nicht immer leicht auszuhalten.“

In der Fachberatung für Asyl begleitete sie viele Menschen in schwierigen Zeiten. Sie half Flüchtlingen unter anderem die Wohn- und Lebensverhältnisse zu verbessern, bei der Arbeitssuche und bei familiären und gesundheitlichen Problemen. Wenn deren Asylverfahren negativ beschieden wurde versuchte sie durch Petitionen die Entscheidung noch zu ändern und ein Bleiberecht zu erwirken. „Wieder in ein Land zurückkehren zu müssen, aus dem man geflohen ist, weil man bedroht wird, vor dem Nichts zu stehen, ohne Ersparnisse, ohne eine Existenzgrundlage, das führte zu Verzweiflung und Wut, auch bei mir.“

Der Asylkompromiss von 1992 habe die Arbeit dann sehr verändert. Die Möglichkeiten sich erfolgreich auf das Grundrecht für Asyl zu berufen wurden stark eingeschränkt und es gelang viel weniger Flüchtlingen nach Deutschland einzureisen.
Aber nicht nur wegen gesetzlicher Änderungen sondern auch durch das stetige Kürzen von Zuschüssen für die Beratungsstelle, musste die Arbeit immer wieder an neuen Notwendigkeiten orientiert werden. „Dies umzusetzen ist Ihnen bestens gelungen“, lobte Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer die Jubilarin in einer Feierstunde. „Sehr konstruktiv und fachlich haben Sie Ihre Standpunkte mit Beharrlichkeit vertreten und durchgetragen, dafür danke ich Ihnen.“
Froh ist er, dass ihm seine Mitarbeiterin nun bei einem neuen großen Projekt ihr Fachwissen zur Verfügung stellt, denn seit Januar dieses Jahres hat Maria-Antonia Estol im Caritasverband Darmstadt die Stabsstelle Interkulturelle Öffnung übernommen. „Wir haben festgestellt, dass Menschen mit Migrationshintergrund unsere Dienste bisher noch zu wenig nutzen. Wir möchten das ändern. Migrantinnen und Migranten sollen in allen Bereichen den Weg zu unseren Angeboten ebenso verständlich finden wie einheimische Deutsche“, so die Jubilarin, die den neuen Herausforderungen optimistisch entgegenblickt.

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