Max Bryan: Pfingsten zurück in Hamburg «Sachen abholen»

Blick auf den Hamburger Elbtunnel - Der ehemalige Obdachlose Max Bryan hatte dort seinen Schlafplatz
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  • Foto: Foto: Facebook / Max Bryan
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Der ehemalige Obdachlose will seinen Container auflösen

Er war Hamburgs bekanntester Wohnungsloser. 6 Monate nach seinem spektakulären Abschied aus der Hansestadt kehrt der ehemalige Obdachlose Max Bryan nach Hamburg zurück. Vom 28.05. bis 12.06 besucht er die Stadt an der Elbe für einen „Arbeitsurlaub“, um seine Sachen abzuholen und die Einlagerung aufzulösen.

(GZ/sb) „Ich freue mich riesig“, schreibt Max Bryan in seinem Newsblog, der den Termin auch nutzen will, um ehemalige Weggefährten, Unterstützer und Bekannte wiederzutreffen. Die Rede ist auch von einem namentlich noch unbekannten „Facebook-Freund“. Eine lange Geschichte verbinde die beiden, immer schon wollten sie sich mal treffen, aber nie hatte es geklappt, „nun kommt es doch noch dazu“, schreibt Max Bryan.

http://www.maxbryan.com

Insider glauben zu wissen, es handele sich um einen Reporter des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, bestätigt wurde diese Angabe aber nicht. Gesichert ist nur, dass der ehemalige Obdachlose sich wohl mit dem Hauptpastor der Kirche St. Michaelis trifft, die beiden hatten sich im Sommer letzten Jahres am Gartenzaun kennengelernt und stehen seither in Kontakt. Bryan war damals noch obdachlos, suchte eine Wohnung in Hamburg und der Pastor half ihm mit Tipps und bot ihm vorübergehend sogar Tageshilfe an, Bryan sollte bei einem Kulturprojekt mitmachen. Dann aber kam der Herbst und Bryan verließ die Stadt Richtung Süden, mit dem Fahrrad, wie man weiß. 1000 Kilometer ist er gefahren und Bryan fuhr so lange, bis er eine Wohnung fand, „Ich hatte es versprochen“, heißt es in seiner bewegenden Rede, kurz vor seinem Abschied.

http://www.youtube.com/watch?v=7EqGx5TVHzo

Eine erstaunliche Entwicklung und vielleicht auch ein Mutmacher für andere Menschen in gleicher Situation. Mehr als 1000 Obdachlose leben in Hamburg und dutzende Sozialstationen kümmern sich um die in Not geratenen Menschen. Bryan war einer von ihnen und schaffte den Absprung, trotz der 20 Monate, die er auf Hamburgs Straßen verbrachte. Eine lange Zeit und „wer mehr als ein Jahr auf der Straße lebt, bleibt meist auch dabei“, erklärte Bryan unlängst noch.

In seinem Bericht erzählt er auch von einer liebevollen Begegnung, eben an diesem Ort, dem Hamburger Michel, wo er vor einem Jahr mit Rucksack und Isomatte den Gottesdienst besuchte. Es war an einem Palmsonntag und eine Frau sprach ihn an, ob er einer von diesen Obdachlosen sei, von dem der Pastor in der Kirche sprach und Bryan antwortet: „Ja, ich habe keine Wohnung“. Sie schenkte ihm dann einen Palmzweig und 10 Euro, ein kleines Vermögen, gemessen an den Umständen seines Alltags.

„Ich weiß nicht, warum ich traurig wurde, vielleicht weil mein geistiges Auge über mir schwebte und dort einen Versager sitzen sah. Ein Typ, der sein Leben lang nichts auf die Reihe bekam, gescheitert in allen Punkten, keine Familie, keine Kinder, nur Unmengen an Papier, für das er sich nichts kaufen kann“, erklärte Bryan in seinem damaligen Bericht.

http://www.facebook.com/notes/max-bryan/pfingsten-urlaub-in-hamburg-2805-0706/433519059999348

Nun also kehrt er zurück, in die Stadt an der Elbe und erinnert sich an die Zeit, als die Kinder auf der Straße ihn noch „Penner“ riefen.

„Ja, ich bin intelligent, ich hatte mal einen Beruf und auch ein Leben und ich habe jeden Tag neue Ideen, Dinge die ich gern tun möchte, die mich treiben, motivieren und aus der Schwäche befreien. Das alles wird besser, jeden Tag ein Stück des Weges mehr, ich arbeite daran und ich hole es mir zurück, mein Leben, mein Traum und auch meine Liebe“ (Facebook Max Bryan vom 25.4.2011).

12 Monate und 1000 Kilometer später fand Bryan tatsächlich ein neues Zuhause, auf einem Rosenhof in der Nähe seiner alten Heimatstadt Bad Nauheim, wo er als junger Mensch schon im Reisebüro lernte. „Ich wollte nicht länger warten (...) es war ein Abschied, eine Rede, ein Glaube und eine Reise, das alles hat mich befreit“, resümiert Max Bryan in seinem Tagebuch.

Autor:

Redaktion Hessenreport aus Darmstadt

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