Musikalische Reise durch die Religionen
Blasorchester Wixhausen und Sebastian Röthig begeistern ausverkauftes Haus

Was eignet sich besser als die Grenzen überwindende Sprache der Musik, um Initiativen zu unterstützen, die das Miteinander fördern und Generationen zusammenbringen? Zum Auftakt der aktuellen Benefizaktion „Echo hilft!“ ludt das Sinfonische Blasorchester der TSG zu einer musikalischen Pilgerreise ins Große Haus des Darmstädter Staatstheaters.
Auch wenn die Worte „Give Us This Day“ aus dem Vaterunser stammen, entstand dieses Werk nachdem David Maslanka das Buch eines buddhistischen Mönchs gelesen hatte. Es geht um den Moment des Erwachens und des Bewusstseins eines jeden Einzelnen, um in einer schwierigen Zeit eine Zukunft aufbauen zu können. Filigran und transparent gestaltete das Orchester den nachdenklich wirkenden ersten Satz. Umso energiegeladener kontrastierte der zweite Teil der Komposition, die in der Vertonung des Vaterunsers endete und damit den Bogen zum Christentum schlug.
Eines der schönsten Arrangements des wohl bekanntesten Bachchorals „Jesu, Joy of Man´s Desiring“ schuf Alfred Reed, der Lieblingskomponist des Orchesters und insbesondere des Dirigenten, wie Michael Precht in seiner sachkundigen und humorvollen Moderation betonte. Es stand genau wie „Between the Two Rivers“ für das Christentum. Philip Sparke variiert darin virtuos und klanggewaltig den berühmten Luther-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“. Gekonnt ließen die Musiker das Thema solistisch durch die Register wandern. Auf eine schnelle Version mit kecken Einwürfen folgte eine majestätisch schreitende Abwandlung des Motivs bevor in einer großen Fuge alle Variationen parallel zum Choral in ein großartiges Finale mündeten.
Für die Naturreligionen hatte Dirigent Rainer Laumann „El Bosque Magico“ (Der Zauberwald) ausgesucht. Gastsolist Sebastian Röthig, stellvertretender Solo-Oboist sowie Englischhornist im Staatsorchester Darmstadt ließ virtuos mit fein nuanciertem Ausdruck und brillant variablem Ton anmutige Elfen, zarte Feen und wuselnde Zwerge durch den Saal tanzen.
Die vorletzte Station der Reise hieß Mekka. Mit „Hajj“ schuf Stephen Melillo sowohl eine Hommage an die muslimischen Pilger als auch an all jene, die jeden Tag einen neuen Schritt auf ihrem Lebensweg machen. Die beeindruckende Darbietung vereinte an Filmmusik erinnernde Passagen mit orientalisch klingendem Jazz.
Die dem jüdischen Lichterfest gewidmete „Rhapsody for Hanukkah“, die mit einer spritzigen Variante von „Eight Days of Hanukkah“, besser bekannt als „Those were the Days my friends“ endet, bildete den schwungvollen Abschluss eines unterhaltsamen Abends. Für die Zugabe „Gabriel´s Oboe“ kam noch einmal Sebastian Röthig auf die Bühne. Mit stehenden Ovationen bedankte sich das Publikum für dieses fantastische Konzert.

Autor:

Silke Gundlach aus Wixhausen

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