„Vom Kopf in die Kehle“
Der gemischte Chor "Eintracht 1870" e.V. DA-Arheilgen geht im Repertoire mit der Zeit. Für die Einsteiger gibt es Paten.

(Foto: W. Loring)

(Text: Marc Wickel, DE) Der gemischte Chor „Eintracht 1870 Arheilgen“ hat ein breites und modernes Repertoire. Obwohl der Chor vor über 140 Jahren gegründet worden ist, ist er im Repertoire mit der Zeit gegangen. „Das geht von der Moderne über Volkslieder, Gospel, Schlager, Popsongs, Oper, Operette bis zu geistlicher Musik“, zählt Chorleiter Harald Sinner (Jahrgang 1956) auf. Darunter seien beispielsweise „Wunder gescheh‘n“ von Nena, „Über‘n See“ von Hubert von Goisern oder der Gefangenenchor aus Nabucco, nennt Musikdirektor Sinner einige Beispiele. „Wir singen Volkslieder auch in modernen Stil“, erklärt der Chorleiter und denkt dabei an eine neu gesetzte Version von „Horch‘ was kommt von draußen rein“.
Für Menschen, die beim Chor einsteigen wollen, hat der Chor sogenannte Paten. „Es gibt nichts Empfindlicheres als neue Sängerinnen und Sänger“, weiß Harald Sinner, der schon im Alter von 16 Jahren seine erste Chorleiterprüfung bestanden hatte. „Noten muss man nicht unbedingt können“, sagen Harald Sinner und die Eintracht-Vorsitzende Ursula Hübner. Singen sei auch keine Frage des Alters, sondern der Technik, betont der Chorleiter. Wichtig sei immer, dass es Spaß mache. Er könne zwar Noten lesen, sagt dazu Sänger Norbert Saul, der seit 50 Jahren dabei ist, aber er könne nicht vom Blatt singen. „Wie es klingen soll, muss ich gehört haben.“
Der Chor singt und probt nicht nur für sich im Arheilger Muckerhaus, er hat im Jahr zehn bis 15 Auftritte. „Man muss ja auf etwas hinarbeiten“, erklärt die Vorsitzende Ursula Hübner. Das kann in Kirchen sein, zur Kerberöffnung oder zusammen mit anderen Chören, erläutern sie und Harald Sinner. „Wir haben auch schon die Eröffnung vom Heinerfest gesungen.“ Die Stücke, die der Chor singt, werden gemeinsam mit dem Chorleiter ausgesucht. „Ich suche auch nur Literatur aus, bei der ich weiß, dass das der Chor auch singen kann“, erklärt Harald Sinner.

DER VEREIN
Der Gesangverein „Eintracht 1870 Arheilgen“ ist ein gemischter Chor und hat rund 100 Mitglieder, von denen die Hälfte im Chor auch singt. Der Chor war zu Beginn ein reiner Männerchor, seit rund 40 Jahren sind dort auch Sängerinnen aktiv. (mawi)
Aktuell hat der Chor seinen Liederabend in diesem Jahr, im Oktober, im Blick. Und natürlich plant der Chor auch schon für das Jahr 2020, da wird die „Eintracht Arheilgen“ 150 Jahre alt. Jeder Chor hat so seine Art und Weise, wie er an eine Probe herangeht. Manche Chorleiter machen mit dem Chor richtige Lockerungs- und Aufwärmübungen, andere singen gleich los, weil sie für Firlefanz nicht zu haben sind. Bei Harald Sinner gibt es zum Beginn etwas Theorie und Tipps zur Haltung und Stimmbildungstechnik und dann kommen kleine Übungen. „Die Sängerinnen und Sänger denken gerne den kleinen Weg vom Kopf in die Kehle, weil sie an den Text denken“, erläutert Harald Sinner. Aber beim Singen könne man den ganzen Körper einbringen. „Körperhaltung ist etwas, was man sich vergegenwärtigen muss.“ Je nachdem wie man mit seinem Becken stehe, beeinflusse das die Lage des Kehlkopfes, weist der Musikdirektor auf anatomische Zusammenhänge hin und geht dann zu Stimmübungen und den Liedern über.

Autor:

Wolfgang Loring aus Darmstadt

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