Akkordeonkonzert
Stehende Ovationen für italienische Künstler beim Lehrerkonzert

Künstler und Organisatoren des rundum gelungenen Konzerts: v. l. Ilaria Castellani, Dr. Olaf Scheidsteger, Eduard Ungefucht, Federico Gili
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  • Künstler und Organisatoren des rundum gelungenen Konzerts: v. l. Ilaria Castellani, Dr. Olaf Scheidsteger, Eduard Ungefucht, Federico Gili



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Auf Einladung der Musikschule Heppenheim gaben Ilaria Castellani und Federico Gili, zwei Vollblutmusiker aus dem italienischen Umbrien, am 8. September in der Evangelischen Heilig-Geist-Kirche zu Heppenheim/Bergstraße eine musikalische Vorstellung, die so schnell keiner der zahlreich erschienenen Besucher vergessen wird.

Sympathische junge Virtuosen
Nach kurzer Begrüßung durch Akkordeonlehrer Eduard Ungefucht, der die Kontakte vermittelt hatte, stellte Moderator Dr. Olaf Scheidsteger die beiden Künstler, bei denen er selbst in Italien Unterricht genommen hatte, vor. Die sympathischen jungen Virtuosen mit professioneller Hochschulausbildung sind als Musikpädagogen tätig, musizieren seit Jahren zusammen, geben regelmäßig Konzerte im In- und Ausland und sind Preisträger renommierter Wettbewerbe, u.a. Castelfiardo und Klingenthal. Dank ihrer außerordentlichen Ausstrahlungskraft gelang es ihnen mühelos, das Heppenheimer Publikum für eineinhalb Stunden in die Welt der faszinierenden Akkordeonmusik zu entführen, mit italienischem Charme, impulsiver Spielfreude und bewundernswerter Virtuosität.

Eindrucksvolle Eröffnung
Zur Eröffnung erklang der romantisch-schöne Czardas von Vittorio Monti, und schon die ersten Takte signalisierten: das ist hochkarätige Akkordeonkunst, ein Glücksfall für Akkordeonfans, für Musikfreunde ein beeindruckendes Aha-Erlebnis. Das Duo brillierte mit technisch ausgefeilter Perfektion, tollem Zusammenspiel, fein empfundener Expressivität, hervorragend in Rhythmus und Dynamik: Akkordeonmusik auf höchstem künstlerischem Niveau.

Exzellentes Programm
Es folgten der melancholische Tango „Por una cabeza“ von Carlos Gardel, und bekannte Stücke wie der „Ungarische Tanz Nr. 5“ von Johannes Brahms, „Bésame Mucho“ von Consuelo Velasquez, „Tico Tico“ von Zequinha de Abreu, „Tango pour Claude“ von Richard Galliano, mit dem die beiden Musiker schon zusammen musizierten, von Toni Muréna die Musette „Indifference“, der rasante „Hummelflug“ von Rimski-Korsakow. Dem großen Astor Piazzolla wurde die Ehre erwiesen mit dem berühmten „Libertango“, in ganz individueller, märchenhaft schöner Interpretation, umwoben von fantasievollen Improvisationen. Das Arrangement stammt von den beiden Künstlern selbst, wie auch das aller übrigen Stücke, die ursprünglich für andere Instrumente wie z. B. Violine, Mandoline, Klavier, Bandoneon, Solo oder Orchester konzipiert sind. Das ganze Konzert wurde auswendig gespielt. „Gedruckte Noten brauchen wir nicht“ erklärten sie. Musik entstehe im Augenblick und komme direkt von innen. Ein besonders schönes Stück, direkt von Herzen, widmeten sie spontan dem lieben Publikum, Freund Olaf und Maestro Eduard.

Original Italienisches
Immer wieder im Verlaufe des Konzerts legte Ilaria ihr großes schwarzes Konzertakkordeon ab und griff sich ein winzig kleines rot-bunt glitzerndes Organetto, eine diatonische Harmonika, um im Duett mit Federico einen italienischen Saltarello oder neapolitanische Volksweisen anzustimmen, im Stehen, mit vollem Körpereinsatz und sichtlicher Freude! Die Zuhörer waren begeistert!

Große Begeisterung
Als schließlich Gioachino Rossinis „Wilhelm-Tell-Ouvertüre“ als fetzig-flotter Rausschmeißer verklungen war, wollte keiner gehen. Die Konzertbesucher forderten mit stehendem Applaus und Bravo-Rufen mehr, und zwar auf Wunsch ausdrücklich eine Zugabe mit Organetto – das kleine bunte Dingelchen schien der heimliche Publikumsliebling geworden zu sein. „Warum auch nicht“, meinte eine Zuhörerin, die selbst Akkordeon spielt“, „Kunst ist, was Künstler machen – egal auf welchem Instrument.“ Tatsächlich waren alle Zuhörer begeistert von dem ganzen Konzert, von der herzlichen Ausstrahlung der beiden Künstler und der lebensfrohen Art ihres Spiels. Jeder genoss die abwechslungsreiche Vorstellung vollen Zügen. Fachleute lobten das exzellente Programm, die anwesenden Akkordeonschüler fanden das Konzert super schön, ihrem Lehrer fehlten fast die Worte vor lauter Freude und sogar Pfarrer Sticksel, der seine schöne Kirche zu Verfügung gestellt hatte, war, wie er sagte, „einfach hin und weg!“

Hoffnung auf Wiedersehen
Ilaria Castellani und Federico Gili ihrerseits waren angetan vom Heppenheimer Publikum, von der angenehmen Atmosphäre und dem spürbaren gegenseitigen Einverständnis, das der Veranstaltung nicht zuletzt dank der ungezwungenen zweisprachigen Moderation von Dr. Scheidsteger einen unterhaltsamen, fast familiären Charakter verliehen hatte. Wie zu vernehmen war, würden die Künstler gerne einmal wieder kommen an die wunderschöne Bergstraße, um die Heppenheimer mit ihrer Musik zu beschenken. Vielleicht mit Jazz? Immerhin ist das einer ihrer musikalischen Schwerpunkte. Man darf also gespannt sein und sich auf ein Wiedersehen freuen.

Information: Tel. 0172 – 9502273; E-Mail e.ungefucht@gmx.de

Autor:

Ortrun Wagner aus Darmstadt

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