Märkerwald trotz Naturschutzgutachten im Regionalplanentwurf

Der Arbeitskreis der Bürgerinitiativen Gegenwind Hassenroth und Otzberg traf sich am 08.02.2017 in Hassenroth, um die aktuellen Entwicklungen in Sachen "Windkraftanlagen im Märkerwald" zu erörtern.

Wie berichtet möchte die Gemeinde Otzberg auf Ihrem Waldareal im nur 1 km von Hassenroth entfernten Märkerwald knapp 200 m hohe Windkraftanlagen errichten lassen.
Selbst das neue avifaunistischen Gutachten der NABU Otzberg, das ein hohes Konfliktpotenzial für viele geschützte Arten im Märkerwald nachweist, hat die Gemeindevertretung in Otzberg nicht daran gehindert, das Interessenbekundungsverfahren zur Auswahl möglicher Projektier ist in Gang zu setzen. Voraussichtlich im November 2017 sollen diese endgültig über eine Vergabe abstimmen. Die Gemeindevertreter der FDP, die mit dem erklärten Ziel, die Windkraftanlagen zu verhindern, bei der Kommunalwahl große Zustimmung erhielten, werden den Prozess kritisch begleiten und versuchen, für größtmögliche Transparenz zu sorgen. Die Bürgerinitiativen Gegenwind aus beiden Gemeinden wollen weiterhin mit Infoveranstaltungen, Präsenz bei Gemeindevertreter- und Ausschusssitzungen in Otzberg etc. versuchen, die Bevölkerung aufzuklären und die Mehrheit der Gemeindevertreter davon zu überzeugen, den Windkraftplänen eine Absage zu erteilen.

Ein Teil des Märkerwaldes wurde im Zuge der Interessen der Gemeinde Otzberg als "Vorranggebiet für Windkraftnutzung" in den Entwurf zur 2. Offenlegung des Teilplans Erneuerbare Energien für Südhessen aufgenommen. Die Regionalversammlung stimmte am 16.12.2016 der 2. Offenlegung vom 3. April bis 19. Mai 2017 zu - nur die FDP-Fraktion, der ÜWG Vertreter sowie Horst Schnur, ehemaliger Odenwälder Landrat, stimmten dagegen. Jetzt gilt es, so die Bürgerinitiativen, möglichst viele betroffene Bürger und Institutionen wie z. B. die Gemeinde Höchst oder die Landkreise dazu zu motivieren, ihre Bedenken in Form von schriftlichen Einsprüchen gegen den Plan zum Regierungspräsidium zu senden. Das neue avifaunistische Gutachten der NABU fand im jetzigen Entwurf leider keine Berücksichtigung mehr. Zumindest die CDU-Fraktion in der Regionalversammlung hat eine genauere Einzelfallprüfung vor der endgültigen Planverabschiedung zugesagt, nachdem sie der 2. Offenlegung pauschal erst einmal zugestimmt hatte. Das sollte dann auch für das VRG-817 Märkerwald gelten. Die Bürgerinitiativen werden in den nächsten Wochen weitere Aktionen dazu starten. Interessierte Bürger, die Einspruch einlegen möchten, können sich gerne an die Bürgerinitiativen wenden. Auch im Web unter https://gegenwindhassenroth.wordpress.com oder https://www.facebook.com/gegenwindhassenroth

Autor:

Andrea Bergwitz aus Höchst

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