Der Nebenjob als Finanzspritze im Studium

In den kommenden Wochen finden für die Erstsemester in Wiesbaden die Einführungsveranstaltungen statt, bevor das Sommersemester dann ab April offiziell startet. Bereits während der Einführungsphase lernen sich die angehenden Studenten besser kennen und schließen neue Freundschaften. Den Erstsemestern steht nun ein neuer, interessanter Lebensabschnitt bevor. Einige von ihnen haben das Elternhaus verlassen, um für das Studium nach Wiesbaden zu ziehen. Das bedeutet für viele, das erste Mal auf eigenen Beinen zu stehen.

So ein Studium, das neben zahlreichen Vorlesungen, Seminaren und Klausuren natürlich auch aus vielen schönen Dingen besteht, muss allerdings erst mal finanziert werden können. Neben dem Semesterbeitrag fallen unter anderem Kosten für die Miete, Lehrbücher und Lebensmittel an. Viele Studenten müssen neben dem Studium einer geringfügigen Beschäftigung nachkommen, um so die bestehenden Einnahmen aufzustocken.

Bei einem Nebenjob sollten die Studierenden jedoch gewisse Aspekte berücksichtigen. Denn sowohl die wöchentliche Stundenzahl als auch die Höhe des Einkommens können BAföG-Leistungen, Kindergeldzahlungen oder Beiträge zur Sozialversicherung beeinflussen.

Einfluss auf den BAföG-Zuschuss

Zu Beginn dieses Jahres erfolgten Änderungen hinsichtlich der sogenannten Minijobs. So wurde die Verdienstgrenze auf 450 Euro angehoben und eine Rentenversicherungspflicht eingeführt. Von dieser können sich Arbeitnehmer allerdings auf Anfrage befreien lassen.

Auf die BAföG-Bestimmungen hat die Anhebung der Verdienstgrenze bei den Minijobs jedoch keinerlei Auswirkung. Folglich dürfen Studenten nach wie vor höchstens 400 Euro pro Monat dazu verdienen. Bei einem höheren Nebenverdienst muss die Konsequenz einer Kürzung des BAföG-Zuschusses in Kauf genommen werden.

Einfluss auf die Sozialversicherungspflicht

Solange Studenten bis zu einem Alter von 25 Jahren noch beitragsfrei bei ihren Eltern in der Familienversicherung krankenversichert sein wollen, dürfen sie nicht mehr als 450 Euro monatlich verdienen.

Beansprucht der Nebenjob mehr als 20 Stunden pro Woche, müssen die Studierenden Beiträge für die Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Jedoch gibt es auch Ausnahmen von der Regel. Findet die Tätigkeit größtenteils abends oder am Wochenende statt, können Studenten auch bei mehr als 20 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit weiterhin als „ordentliche Studierende“ gelten und somit von der Beitragspflicht zur Sozialversicherung befreit bleiben.

Arbeiten Studenten bis zu 20 Stunden in der Woche, verdienen allerdings mehr als 850 Euro pro Monat, werden bei der Rentenversicherung höhere Beiträge (9,45%) fällig. Werden bei einer Arbeitszeit von über 20 Stunden pro Woche weniger als 850 Euro verdient, so müssen Studierende einen reduzierten Arbeitnehmeranteil bei der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Lediglich wenn der Nebenjob wöchentlich mehr als 20 Stunden umfasst und dabei monatlich mehr als 850 Euro verdient werden, fällt in der Sozialversicherung der volle Betrag an.

Einfluss auf die Kindergeldzahlung

Bis zu ihrem vollendeten 25. Lebensjahr können Studierende weiterhin Kindergeld beziehen. Die Anspruchsdauer wird entsprechend angepasst, sollte zuvor ein Wehr- oder Zivildienst abgeleistet worden sein. Allerdings darf der jährliche Freibetrag in Höhe von 8.130 Euro nicht überschritten werden. Andernfalls wird die Zahlung des Kindergeldes umgehend eingestellt. Studenten sollte dabei beachten, dass neben den Einnahmen aus einer Beschäftigung auch Stipendien, Renten und BAföG-Zuschüsse mit in diesen Freibetrag hineinzählen. Ferner darf der Nebenjob maximal 20 Stunden pro Woche beanspruchen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen