Pseudokrupp - Ursachen, Symptome und Hilfe

Heiserkeit, trockener und bellender Husten, Atemnot sind Hinweise auf einen Anfall von Pseudokrupp. Was genau ist Pseudokrupp, und worin unterscheidet er sich von Keuchhusten und "echtem" Krupp?

Keuchhusten - Krupp - Pseudokrupp: Worin unterscheiden sie sich?

  • Keuchhusten ist eine Infektion der oberen Atemwege, die durch Bakterien verursacht wird. Sie ist hoch ansteckend und betrifft vorwiegend Kinder und Jugendliche. Besonders für Säuglinge ist die Erkrankung lebensbedrohend. Mediziner empfehlen daher eine Impfung ab dem zweiten Lebensmonat.
  • Der "echte" Krupp ist ebenfalls eine hoch ansteckende Entzündung der oberen Atemwege, ausgelöst durch Diphterie-Bakterien. In Deutschland sind die meisten Kinder gegen Diphterie geimpft, eine echte Krupp-Erkrankung ist inzwischen selten.
  • Pseudokrupp, auch Krupphusten, wird umgangssprachlich als Krupp bezeichnet. Der Krupphusten selbst ist nicht ansteckend, die vorangegegangene Infektion schon. Gegen Pseudokrupp gibt es keine Impfung.

Wie entsteht Pseudokrupp?

Pseudokrupp wird durch Grippe- oder Masernviren ausgelöst und ist in den Herbst- und Wintermonaten besonders häufig. Kruppanfälle sind auch aufgrund von Bakterieninfektionen oder Allergien möglich, aber seltener. Hohe Schadstoffbelastungen in der Luft, vor allem durch Tabakrauch, erhöhen das Risiko für Krupphusten.

Die Erkrankung betrifft meistens Kleinkinder zwischen einigen Monaten und etwa fünf Jahren. Bakterien oder Viren lösen eine Erkältung aus, die sich in die unteren Atemwege verlagert. Durch die Entzündung schwellen die Schleimhäute im Bereich der Stimmbänder und des Kehlkopfes stark an, es kommt zu Atemnot, die den Hustenreiz auslöst. Ältere Kinder sind von Pseudokrupp nicht betroffen, da der Kehlkopf erweitert ist. Typischerweise sind die Symptome abends und nachts stärker. Tagsüber ist die Bildung von Kortison im Körper höher und wirkt abschwellend. Ein Kruppanfall kann sich tagsüber durch Heiserkeit und Kratzen im Hals ankündigen. Meistens kommt er jedoch ohne Vorwarnung in den Abendstunden oder nachts.

Symptome von Krupphusten

Charakteristisch für Krupphusten sind:

  • Heiserkeit
  • anfallsartiger, trockener, bellender Husten
  • pfeifendes Geräusch beim Einatmen mit Atemnot
  • eventuell Erkältungssysmptome wie Schnupfen und Fieber

Kann ich Krupphusten verhindern oder vorbeugen?
Nein, nicht vollständig. Folgendes können Sie jedoch tun:

  • Verzichten Sie ihrem Kind zuliebe auf Rauchen und setzen Sie es nicht Bedingungen aus, die es zum Passivrauchen zwingen.
  • Bringen Sie es nicht mit anderen kranken Kindern zusammen.
  • Achten Sie darauf, dass die Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen und im Kinderzimmer nicht zu niedrig ist. Luftbefeuchter, ob auf der Heizung oder elektrisch, sollten möglichst oft und sorgfältig gereinigt werden. Es besteht tendenziell die Gefahr von Keimbildung.

Wie helfe ich meinem Kind bei einem Anfall?

Ein Hustenanfall kann in unterschiedlichen Schweregraden verlaufen. Selten ist die Atemnot so schlimm, dass der Zustand lebensbedrohlich wird. Ihr Kind ist womöglich durch die mehr oder weniger stark auftretende Atemnot unruhig und ängstlich. Angst und Panik bewirken eine weitere Verengung der Atemwege und verschlimmern den Zustand. Bewahren Sie daher Ruhe. Halten Sie sich vor Augen, dass ihre eigene Angst und Aufregung sich auf ihr Kind übertragen.

So können Sie helfen:

  • Nehmen Sie ihr Kind auf den Arm oder setzen Sie es aufrecht hin, am besten auf Ihren Schoß. Körperkontakt hilft, Ihr Kind zu beruhigen
  • Frische Luft verstärkt die Sauerstoffzufuhr. Kühle und möglichst feuchte Luft erleichtern das Atmen. Gehen Sie mit Ihrem Kind auf den Balkon oder zumindest ans offene Fenster. Ungewöhnlich, aber hilfreich: öffnen Sie die Kühlschranktüre. Achten Sie unbedingt darauf, dass das Kind warm eingepackt ist. Wickeln Sie eine Decke um Sie beide.
  • Sprechen Sie mit leiser, fester Stimme beruhigend auf Ihr Kind ein. Halten Sie es dabei im Arm oder streicheln sie es.
  • Feuchte Luft erleichtert das Atmen. Ist das Kind zu klein zum inhalieren, gehen Sie mit ihm ins Badezimmer und lassen die Dusche laufen - am besten heiß, damit viel Dampf entsteht.
  • Wenn der akute Anfall abgeklungen ist, geben Sie ihm etwas zu trinken. Das Getränk sollte kühl, aber nicht kalt sein. Achten Sie darauf, dass es in kleinen Schlucken trinkt.
  • Viele Kinder sprechen gut auf homöopathische Globoli an. Sprechen Sie unbedingt mit ihrem Arzt oder Heilpraktiker, bevor Sie ein Mittel verabreichen. Homöopatische
  • Behandlung gehört in erfahrene Hände!

Beobachten Sie ihr Kind! Bei folgenden Symptomen rufen Sie den Notarzt oder fahren Sie ins Krankenhaus:

  • Ihr Kind wird blass oder grau
  • Das Gesicht, vor allem die Lippen, laufen blau an
  • Es schnappt zunehmend nach Luft
  • Der Puls ist schnell und schwach
  • Das Kind wird plötzlich sehr ruhig, beinahe apathisch
  • Das Kind läßt sich überhaupt nicht beruhigen

Gehen Sie so bald wie möglich zum Kinderarzt. Die Untersuchung ist wichtig, um andere Krankheiten mit ähnlichen Pseudokrupp Symptomen, wie z. B. Keuchhusten, Diptherie oder Epiglottitis (Kehldeckelentzündung) auszuschließen. Der Arzt wird Ihnen Kortison-Zäpfchen oder Adrenalin zum Inhalieren verschreiben.

Hatte Ihr Kind bereits einen Krupphusten, müssen Sie damit rechen, dass es wieder dazu kommt. In den meisten Fällen ist ein Anfall zwar erschreckend, verläuft jedoch ohne Komplikationen.

Ein krankes Kind braucht vor allem die Fürsorge seiner Eltern. Liebevolle Zuwendung und Pflege sind die beste Medizin.

Autor:

Silke Oster aus Darmstadt

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