Was bedeutet 24-Stunden-Pflege?

Die Situation

Die meisten Menschen möchten zu Hause in der gewohnten Umgebung alt werden. Häufig bedeutet das für Angehörige, die im gleichen Haus wohnen, dass sie nach und nach immer mehr Aufgaben in der alltäglichen Pflege des älter werdenden Menschen übernehmen. Wäsche waschen, Betten frisch beziehen, Einkäufe und Botengänge für den Senior erledigen – solcherlei Verrichtungen lassen sich meist noch ganz gut in den eigenen Alltag integrieren.
Doch je unselbstständiger der pflegebedürftige Angehörige wird, desto schwieriger wird es. Viele alte Menschen, die noch zu Hause wohnen, benötigen früher oder später Hilfe beim An- und Ausziehen, bei der täglichen Hygiene und beim Essen. Viele ältere Menschen werden zudem vergesslich, desorientiert, dement.
Das pflegebedürftige Familienmitglied braucht in diesem Stadium jemanden, der rund um die Uhr für ihn da ist. Dann nehmen die zeitliche, psychische und physische Belastung der pflegenden Angehörigen enorm zu.

Die Lösung

Wenn die Belastung durch die Pflege die Kapazitäten der Angehörigen übersteigt, kann eine 24-Stunden-Pflege die Lösung sein. Mitarbeiter in der 24-Stunden-Pflege haben eine tägliche Arbeitszeit von acht Stunden, leben aber in der Wohnung des Pflegebedürftigen. Somit sind sie immer in der Nähe, wenn sie gebraucht werden. Über ambulante Pflegedienste ist eine solch umfängliche Betreuung kaum möglich – für die meisten Familien wäre das viel zu teuer.
Bei einer 24-Stunden-Pflege hat der Bedürftige rund um die Uhr einen Ansprechpartner. Neben all den Aufgaben, die bei der Pflege erledigt werden wollen, sorgen die Fachkräfte dafür, das - neben einer allgemeinen Betreuung - auch die menschliche Seite nicht zu kurz kommt, indem sie mit den Senioren sprechen und ihnen zuzuhören. Sie leisten Hilfe beim Ankleiden, beim Waschen, beim Rasieren, beim Einkaufen. Sie erbringen jedoch keine Pflegeleistungen im Sinne des Pflegegesetzes. Auch wenn eine 24-Stunden-Pflegerin sich um den Senior kümmert, kommt also ggf. weiterhin ein ambulanter Pflegedienst ins Haus, der medizinisch notwendige Leistungen übernimmt.

Rahmenbedingungen

Die 24-Stunden-Pflegekräfte werden oft über spezialisierte Agenturen wie Ost-Profi vermittelt. Häufig stammen sie aus den östlichen EU-Ländern wie Polen, Tschechien und Slowakei. Eine 24-Stunden-Pflegerin erhält als Monatslohn zwischen 1.200 und 2.500 € im Monat. Für Kost und Logis braucht die Pflegerin nicht zu bezahlen. Etwa 100.000 24-Stunden-Pflegerinnen aus EU-Beitrittsländern arbeiten derzeit in Deutschland.

Autor:

Janosch Merting aus Darmstadt

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