Radball wieder im Rampenlicht

Fans

BDR: Die Halle kochte, die Spieler rotierten, die Unparteiischen reagierten. Mit mehreren Platzverweisen und einem gerüttelt Maß an Gelben Karten. Von wegen gemächlicher Start in die neue Bundesliga-Saison der Radballer. In der engen „guten“ Stube des RSV Waldrems sorgte erst die Partie Eberstadt contra Gärtringen (3:2) für Beruhigung: 14 Minuten auf höchstem Niveau zweier Teams auf Augenhöhe. Die Fans fühlten sich nach Aschaffenburg zurückversetzt: wahrhaft WM-würdig. Während in der anderen Gruppe beim Heimspiel Obernfeld frühzeitig demonstrierte, dass sie 2013 mit am großen Rad drehen. Vielleicht auch Stein, für viele Experten längst mehr als Shooting Stars.
Ein Frühstart in die Saison, so emotional, leidenschaftlich und spannend: das ist aber bitter nötig, damit der Ball nicht wieder ins Abseits rollt. Die nächste WM ist in so weiter Ferne, Ende November in Basel. Doch der Sport, zuletzt auch im Fokus der TV-Kameras, hält keinen Winterschlaf mehr. Ein TV-Redakteur der ARD berichtete, in der Nachbesprechung sei der Respekt vor den Leistungen offenkundig gewesen. Das macht Mut für manches da capo bei den Highlights. Bis zum 1. Juni stehen die Bundesliga-Spieltage auf dem Plan, von acht Weltcups finden drei in Deutschland (Denkendorf, Großkoschen, Chemnitz) statt.
Und wer drischt die Rosshaarkugel am häufigsten in die Maschen? „Die Saison ist unglaublich lang“, weiß Jens Krichbaum. Zu den Punkterunden kommen Deutschlandpokal und Europacup, dann die Final-Five-Turniere und die DM als letzte WM-Qualifikation. „Du solltest schon jetzt auf dem Zenit sein, aber im November wird erst abgerechnet.“ Als WM-Dritte haben er und Marco Rossmann ein klare Vision: den Titel…
Während ihre Rivalen Uwe Berner und Matthias König durch die Hölle gingen, nachdem ihnen ein einziges Tor zur eigentlich sicheren WM-Teilnahme fehlte. Die Depression war in der Schwarzwaldhalle Stammgast, selbst beim 3-Königs-Turnier am 6. Januar noch spürbar. Lange Diskussionen und Analysen mit Coach Gunther Schmid liegen hinter den Weltmeistern von 2010, die freiwillig aus dem A-Kader ausstiegen. Um ein paar Wochenenden zu „gewinnen“. „Jetzt sind wir auf dem richtigen Weg, aber es geht nur peu à peu“, sagt Uwe Berner. Statt langfristigen Prognosen gezielter Neuanfang. Stahlross Obernfeld, mit zwei Teams in der 12-er-Bundesliga vertreten, besitzt die beste Abwehr der Liga. André und Manuel Kopp tasteten sich 2012 dank dem ersten Final-Five-Sieg (in Eberstadt) sowie guten Weltcup-Präsenzen weit nach vorne.
Bundesliga-Start mit Haken und Ösen und für den Ball des Sports in Schusslaune
Beim Auftakt gab es ein Unentschieden gegen Stein, das mit zwei Turniersiegen aufhorchen ließ. In ihrer dritten Saison scheinen Gerhard und Bernd Mlady auf dem Niveau der Besten, träumen (heimlich) von ihrer ersten WM-Chance. Die Jugend spricht allemal für die Franken.
Vor der Fortsetzung der Bundesliga-Runde am 23. Februar (in Ginsheim resp. Gärtringen) begeben sich die Cycleballer aufs elitäre Parkett. Beim „Ball des Sports“ ermitteln Marco Rossmann und Jens Krichbaum via Torschuss die Gewinnfarbe bei der viel gepriesenen Tombola. Und testen im direkten Duell einen namhaften Keeper der Fußball-Bundesliga. Der Auftritt des siebenmaligen Kunstrad-Weltmeisters David Schnabel im Rahmen der „Symphonie der Räder“ in Wiesbaden unterstreicht: die Hallenradler sind angekommen, mittendrin statt nur dabei – welches Ausrufezeichen!

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