Bei der Meisterfeier am 18. März wird das Capitol zur Wettkampfarena

(Foto: Petra Dindas)
Offenbach. „Aus, Aus, Aus – das Spiel ist aus!“ Der Radiokommentar von Herbert Zimmermann ist legendär, frenetischer Jubel begleitete den Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 der bundesdeutschen Fußballnationalmannschaft gegen die hoch favorisierte Nationalmannschaft Ungarns. Als „Wunder von Bern“ ist dieses Spiel in die Geschichte eingegangen und hat nun den Berliner Pianisten und Komponisten Richard Siedhoff zur „Rhapsodia sportiva“ inspiriert, die am 18. März um 17 Uhr in der Capitol Classic Lounge uraufgeführt wird. Zur „Meisterfeier“ unterlegt das Orchester gemeinsam mit seinem Dirigenten Steven Lloyd Gonzalez nicht nur die letzten originalen Filmaufnahmen mit opulenten Orchesterklängen, sondern widmet sich auch anderen traditions- vor allem aber adrenalinreichen Sportarten.

Musikalischer Parcours Force aus Tradition und Testosteron
Eine kleine Reminiszenz an die Offenbacher Olympiasiegerin Helene Mayer ist der Auftritt der Fechterinnen Florina Plachta und Nina Plachta vom Fechtclub Offenbach, choreografiert von der musikkompetenten Fechterin und Wertungsrichterin Amrei Ruyters.
Als Jongleur zur ‚Sport-Polka‘ von Josef Strauss ist der vielfach international ausgezeichnete Frankfurter Künstler Jeton alias Jens Thorwächter zu erleben, der auf mehreren Kontinenten für seine Qualitäten ausgezeichnet wurde. Dass es Hochspannung nur bei einem herausragenden Fußballspiel, Boxkampf oder Formel 1-Rennen geben kann, haben Künstler zu Recht nie wirklich akzeptiert. Daran, dass Malerei, Musik, Architektur und Literatur zwischen 1912 und 1948 olympische Disziplinen waren, erinnert bei der „Meisterfeier“ folgerichtig, das Werk von Josef Suk, übrigens Schwiegersohn Antonín Dvorák, der mit „Ins neue Leben“ 1932 in Los Angeles die Silbermedaille in der Sparte ‚Musik‘ gewann. In Offenbach zu hören gemeinsam mit den Rhein-Main-Vokalisten. Im Mittelpunkt des Konzerts steht die Komposition ‚Rhapsodia sportiva – Das Wunder von Bern‘ aus der Feder des angesehenen Stummfilm-Komponisten und Pianisten Richard Siedhoff. Siedhoff hat die erhaltene zwölfminütige Kinoreportage über das Endspiel in Bern, bei dem Deutschland 1954 seinen ersten WM-Titel holte als Grundlage für eine so witzige wie emotionale Filmmusik genommen. Das Ganze ist also gewissermaßen als Stummfilm zu erleben, so packend wie amüsant. Testosterongeschwängert die anschließende „Parade der Wagenlenker“ aus „Ben Hur“ und Vangelis‘ legendäres „Chariots of Fire“-Thema aus dem gleichnamigen Kino-Hochkaräter. Nicht fehlen darf natürlich die Filmmusik zum imaginären Mannschaftssport der auf dem wohl bekanntesten Internat der Welt Hogwarts gespielt wird, John Williams hat den Quidditch-Sound für Harry Potter komponiert. Am Schluss, schließlich, keine Meisterfeier ohne die vielleicht traditionsreichste aller Fußball-Hymnen „You’ll Never Walk Alone!“von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II. Durch das Programm moderiert in gewohnter Manier Dr. Ralph Philipp Ziegler, Leiter des städtischen Amts für Kultur- und Sportmanagement. Karten gibt es beim OF infocenter, Salzgässchen 1, 069 840004170 und unter www.frankfurtticket.de. (Stadt Offenbach am Main)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.