Erfolg dank eines guten Konzeptes

Caritasverband Darmstadt e. V. beendet Frauenintegrationskurs mit Kinderbetreuung im Muckerhaus Arheilgen

16 Frauen aus zehn verschiedenen Herkunftsländern nahmen am Caritas Frauenintegrationskurs mit Kinderbetreuung im Arheilger Muckerhaus teil. Die Frauen aus der Türkei, Polen, Ukraine, Ghana, Marokko, Peru, Kroatien, Indien, Palästina und Äthiopien besuchten eineinhalb Jahre an drei Tagen in der Woche den 900stündigen Kurs, um die deutsche Sprache zu lernen. Durch einen 60stündigen Orientierungskurs haben sie auch vieles über die deutsche Gesellschaft und den Staat erfahren. Die Frauen, die sich in gutem Deutsch miteinander unterhalten sind sehr glücklich, dass sie die Prüfung bestanden haben, neun sogar mit Bestnote B1. Zwei Frauen haben schon nach 600 Stunden den Abschlusstest bestanden, ein sehr beachtenswerter Erfolg!

Nun erhielten sie von Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer ihr Zertifikat Deutschtest für Zuwanderer, welches für die Aufenthaltsverfestigung in Form einer Niederlassungserlaubnis und zur Einbürgerung zwingend erforderlich ist.
Die Migrantinnen sind sich einig, dass sie diese Erfolge nur erzielen konnten, da sie ihre bis zu dreijährigen Kinder während der Unterrichtseinheiten in den guten Händen von Sylvia Steinmetz und Monika Ambrosiwic im Kleinkinderraum mit Außengelände des Muckerhauses wussten. Das machte den Kopf fürs Lernen der deutschen Sprache frei. Dafür sind die Teilnehmerinnen besonders dankbar. „Dieses Betreuungsangebot ist in Darmstadt beim Fauenintegrationskurs einmalig“, berichtet Dienststellenleiter Horst Miltenberger. „Neben dem Vorteil, dass sich die Mütter auf den Unterricht konzentrieren können, lernen die Kinder durch die Gemeinschaft mit unterschiedlichsten Nationalitäten neue bzw. andere kulturelle Gepflogenheiten kennen. Sie machen erste Erfahrungen mit der deutschen Sprache und werden dadurch frühkindlich sprachgefördert. Das Spielen in der Gruppe fördert ihr Sozialverhalten, denn sie lernen sich einzugliedern, auszudrücken und Konflikte gewaltfrei zu lösen.“ Dies alles gelingt dank des Angebotes von Spiel-, Erfahrungs- und Lernangeboten wie Bewegung, Singen, Bilderbuchbetrachtung, Malen und Fingerspiele. „Hier sammeln die Kinder wichtige Erfahrungen und erwerben frühkindliche Kompetenzen, die ihnen die spätere Eingliederung in Kindergartengruppen erleichtern. Zudem wird ein guter Start in unser Bildungssystem erleichtert und gewährleistet“, ergänzt Miltenberger.

Kinder und Mütter haben durch den Kurs viel Selbstvertrauen erhalten und sehr gut Deutsch gelernt. „Vor dem Kurs konnten viele keinen einzigen deutschen Satz sprechen. Nun kaufen sie alleine ein, gehe mit ihren Kindern zum Arzt und suchen ohne Hilfe Ämter auf“, so Organisatorin Naranchimeg Faul vom Caritas Migrationsdienst.

Caritasdirektor Franz-Josef Kiefer ist froh, dass der Migrationsdienst des Caritasverbandes zusammen mit der Gemeinwesenarbeit diesen Kurs zum fünften Mal erfolgreich anbieten konnte. Zwei neue Kurse haben schon wieder ihre Arbeit aufgenommen, so groß ist das Interesse daran. „Das Kursformat mit Kinderbetreuung ist ein Erfolgsrezept. Enden sollte es aber nicht hier, denn für einen guten Job bräuchten die Frauen noch eine weitere Förderung, die es in Deutschland aber bisher nicht gibt“, so Kiefer. Einen Vorteil sieht er in der Ergänzung durch die Migrationsberatung, die parallel angeboten wird. „Die Beratung fördert die Integration, da die Frauen lernen, sich besser im Alltag zurechtzufinden. Sie lernen Dinge alleine, ohne Hilfe zu regeln.“

„Anfangs konnte ich ohne Dolmetscher nicht aus dem Haus“, erzählt Angelina Adjewaa aus Ghana. Im Heimatland habe sie nie eine Schule besucht, erst in Deutschland habe sie lesen und schreiben gelernt. „Durch den Besuch dieses Kurses kann ich nun alles alleine erledigen“, freut sich die 45-jährige . Auch habe sie hier neue Freundinnen gefunden, ihre bald dreijährige Tochter Calixt ebenso.

Die Prüfungsergebnisse liegen bei den Caritasteilnehmerinnen über denen des Bundesdurchschnittes. Dies spricht neben dem Fleiß der Teilnehmerinnen für die äußerst engagierte Lehrerin Aneta Komorek, die Organisatorin Naranchimeg Faul und die Sprachpartnerinnen Hildegard Krassowski und Ortrud Mucha, die mit vier Frauen Hausaufgaben machten, Vokabeln und Grammatik lernten, viel redeten und übten. Ihnen allen dankte die Dienststellenleiterin des Caritas Migrationsdienstes Hannelore Lehnard herzlich.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert die Integrationskurse. „Die Kinderbetreuung ist dank der kommunalen Förderung durch die Stadt Darmstadt möglich, dafür sind wir sehr dankbar und stocken diese Förderung mit Eigenmitteln auf“, so der Caritasdirektor.

Alle Frauen, die für sich einen Hilfebedarf sehen, können sich gerne bei Naranchimeg Faul, Mitarbeiterin im Migrationsdienst, unverbindlich informieren. Am 11. April 2016 beginnt ein neuer Kurs.

Kontakt: Tel.: 06151 609641, Wilhelminenplatz 7, Darmstadt
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