Lilien bleiben in Liga Zwei

Choreographie auf der Gegengerade. (Foto: Gido Heß)
 
Grenzenloser Jubel beim Trainerteam nach dem Tor von Kempe zum Klassenerhalt. (Foto: Gido Heß)

Fußball. Um 17:20 Uhr war es soweit: Nach einem sehr umkämpften Spiel pfiff der Schiedsrichter die Partie zwischen dem SV Darmstadt 98 und Erzgebirge Aue ab - Endstand: 1:0 für Darmstadt. Dadurch machten die Lilien den Klassenerhalt, der vor einigen Wochen für viele Fans noch unmöglich schien, durch drei Siegen in Folge zum Saisonendspurt hin in Liga Zwei fest. Den erlösenden Treffer erzielte Tobias Kempe vier Minuten vor Ende der Partie.

Trainer Dirk Schuster vertraute der gleichen Startelf wie der Startformation beim 3:0-Auswärtssieg bei Jahn Regensburg; Peter Niemeyer rückte nach langer Verletzungspause zurück in den Kader. Das Spiel nahm schon beeindruckenden Charakter an, ehe es überhaupt begonnen hatte: Mit einer höchst aufwendigen Choreographie bereiteten die Fans der Lilien der Gegengerade, die bald abgerissen wird, einen würdigen Abschied. Zudem hatte ein Fanmarsch vor Spielanpfiff mit tausenden Fans für mitreißende Stimmung gesorgt.
Das Spiel selbst begann alles andere als zufriedenstellend für die Lilien: Aue war von Anfang an die eindeutig präsentere Mannschaft. Bereits in der vierten Minute hatten die Lilien großes Glück, denn der Referee gab den Auern ein Eigentor von Marvin Mehlem nicht, obwohl der Klärungsversuch von Bregerie hinter der Linie stattgefunden hatte.
Auch in der Folge war Aue das bessere Team, verpasste es aber, aus dem vielen Ballbesitz hochkarätige Torchancen zu kreieren. Ein Beleg für die Überlegenheit von Erzgebirge Aue war das Eckenverhältnis (13:1), welches eindeutige Bände sprach. Dennoch kamen die meiste Zeit kaum und vor allem nur sehr harmlose Abschlüsse auf das Tor von Daniel Heuer Fernandes, der alles hielt, was es zu halten gab. Erst nach einer halben Stunde kamen die Lilien das erste Mal nennenswert zum Abschluss, doch ein Distanzschuss von Yannick Stark striff knapp am Pfosten des Auer Tores vorbei. Die einzige nennenswerte Offensivaktion vor der Pause verzeichnete der Abwehrspieler Cacutalua von Aue als er eine Flanke von Sirigu beinahe in das eigene Tor beförderte (42.). Somit ging es nach einer chancenarmen Halbzeit mit 0:0 in die Kabinen, wobei das Unentschieden für die Lilien aufgrund zweier sehr umstrittener Schiedsrichterentscheidungen (Eigentor von Mehlem nicht gegeben/ Handspiel von Platte im eigenen Strafraum nicht geahndet) durchaus glücklich war.

Lilien kommen etwas besser aus der Kabine

Nach dem Seitenwechsel stand die Defensive der Lilien noch etwas sicherer als im ersten Durchgang und auch offensiv gelang dem Team von Dirk Schuster etwas mehr. Die beste Torchance bis zu diesem Zeitpunkt hatte Joevin Jones, der nach einer Flanke per Direktabnahme im Strafraum am gut positionierten Keeper Männel scheiterte. In der Folge entstand ein hektisches Spiel ohne Torchancen. Sirigu bot sich die ein oder andere Konterchance, doch trotz seiner enormen Schnelligkeit konnte er keinen nennenswerten Abschluss verbuchen. Der entscheidende Treffer viel erst in der 86. Spielminute: Der eingewechselte Boyd wurde im Strafraum freigespielt, scheiterte aber am gut reagierenden Männel. Der Abpraller landete bei Kempe, der die Nerven behielt und den Ball eiskalt im rechten Toreck unterbrachte - dem anschließenden Jubel im Tollhaus Böllenfalltor waren keine Grenzen mehr gesetzt. Danach konnte Aue nicht mehr wirklich antworten und das einzige Highlight im Spiel war noch die Einwechslung vom wieder genesenen Peter Niemeyer. Nur wenige Sekunden danach beendete der Schiedsrichter die Partie, welche die Lilien knapp für sich entscheiden konnten.

Während für die Spieler der Lilien jetzt erst einmal Erholung und Urlaub auf dem Plan steht, muss Erzgebirge Aue noch in die Relegation gegen den Karlsruher SC. Aufmunterung bekamen die "Veilchen" von den Fans der Lilien, die nach dem Abpfiff der Mannschaft von Aue applaudierte und aufmunternde Worte an das Team von Aue richtete.

Damit gelingt dem SV Darmstadt 98 unter Dirk Schuster der kaum noch für möglich gehaltene Klassenerhalt und somit steht für den SV 98in der kommenden Saison anstelle von Meppen und Lotte der HSV und der 1. FC Köln auf dem Plan.
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