Lilien erkämpfen sich Sieg gegen Mainz

 
(Foto: Gido Heß)
Fußball. Der SV Darmstadt 98 hat mit einem 2:1-Heimsieg gegen den FSV Mainz 05 ein Lebenszeichen im Abstiegskampf der Bundesliga versendet. Nach einer kämpferisch hervorragenden Leistung bejubelte Trainer Frings am Ende überglücklich den verdienten Heimsieg des SV 98. Das Spiel rückte allerdings etwas in den Hintergrund, da nicht nur ein besonderes Trikot und spezielle Aufschriften auf den Tribünen zu Ehren des ersten Todestages von "Johnny" Heimes auf einen ganz besonderen Edelfan der Lilien hinwiesen. Den Sieg widmete Kapitän Aytac Sulu dem verstorbenen Kämpfer, unterstrich die Bedeutung des Sieges aber auch für seine Mannschaft.
Der Tabellenletzte spielte von Beginn an offensiv und zeigte keine Anzeichen von Resignation aufgrund der prekären Tabellensituation von elf Punkten Abstand auf das rettende Ufer. In der 5. Minute durften die Fans der Lilien direkt die Führung bejubeln: Nach einem fein getretenen Eckball von Vrancic stieg Kaptiän Sulu am höchsten und köpfte den Ball unhaltbar ins Mainzer Tor. Dabei durften die Darmstädter direkt zwei Premieren auf einmal feiern: Es war das erste Kopfballtor in der laufenden Saison und außerdem der erste Treffer vom Kapitän in der Bundesliga vor heimischen Publikum. Zwei Minuten später rettete Heuer Fernandes nach einem Kopfball von de Blasis glänzend die Führung.
Doch die Lilien dachten gar nicht daran, sich mit der Führung zufrieden zu geben - im Gegenteil: Nach wie vor war der SV Darmstadt die spielbestimmende Mannschaft mit viel Zug zum gegnerischen Tor. Nach einer Kombination über die rechte Seite stellte der Mainzer Verteidiger Andre Ramlho Gondorf ein Bein, sodass es folgerichtig Elfmeter gab. Zu diesem trat Sidney Sam an und erzielte mit einem plazierten Schuss ins linke untere Ecke das verdiente 2:0 für die Lilien (12.). Anzumerken ist an dieser Stelle noch, dass es die früheste 2:0-Führung aller Zeiten für Darmstadt 98 in der Bundesliga war.
Nur sechs Minuten später hatten die Lilien Pech, dass Ramlho nach einem Foul an Schipplock als letzter Mann nur die gelbe anstelle der roten Karte sah. Den darauffolgenden Freistoß von Vrancic konnte der FSV-Keeper Lössl in höchster Not noch über den Querbalken lenken. In der 21. Minute waren die Mainzer erneut im Glück, denn nach einem elfmeterwürdigen Foul von Jhon Cordoba an Gondorf blieb die Pfeife von Schiedsrichter Willenborg stumm.
Kurz vor der Pause wurden die Mainzer dann aber stärker. Zunächst konnte ein Kopfball von de Blasis noch von Holland auf der Linie geklärt werden, doch in der dritten Minute der Nachspielzeit gelang dem FSV der überraschende Anschlusstreffer. Heuer Fernandes lenkte einen Kopfball von de Blasis noch an die Latte, doch den Nachschuss von Quaison konnte der Keeper nicht mehr parieren. Somit ging es mit einer verdienten Pausenführung für den SV 98 in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel begannen die Lilien ähnlich furios wie zu Beginn der Partie. Nach einer feinen Kombination über die linke Seite in der 51. Spielminute konnte Holland nach Zuspiel von Gondorf in die Mitte flanken, wo Vrancic den Ball nicht richtig traf, sodass sein Schussversuch aus kurzer Distanz am rechten Torpfosten vorbeikullerte. Eine Zeigerumdrehung später hätte Schipplock das 3:1 und damit die vorzeitige Spielentscheidung erzielen müssen, doch nach einem groben Missverständnis in der Mainzer Defensive scheiterte der Angreifer freistehend vor Lössl.
Zwei Minuten später konnten es die rund 15.000 Fans der Lilien im Stadion nicht fassen, als Willenborg statt auf den Elfmeterpunkt Vrancic die gelbe Karte zeigte. Nach einem technisch sehr ansehlichen Solo wurde dieser im Strafraum elfmeterwürdig zu Fall gebracht, doch fälschlicherweise entschied der Referee auf Schwalbe. Sechs Minuten später stellte der sehr umstrittene Schiedsrichter dann Vrancic mit gelb-rot vom Platz, nachdem der offensive Mittelfeldspieler mit offener Sohle in den Zweikampf gegangen war.
Die letzten 25 Minuten musste die Mannschaft von Torsten Frings dementsprechend in Unterzahl überstehen. Die Chancen für Mainz mehrten sich zunehmend und es entwickelte sich ein klares Übergewicht des FSV. Doch Quaison und der Ex-Darmstädter Danny Latza verfehlten jeweils aus aussichtsreichen Positionen das Darmstädter Tor knapp (65./68.). Kurz darauf nahm der bereits gelb-verwarnte Cordoba den Ball eindeutig mit der Hand mit, doch Willenborg entschied trotz der Ahndung des Handspiels nicht auf die fällige gelb-rote Karte. Eine Minute vor Ende der Partie sah dann aber Stefan Bell die Ampelkarte, nachdem er den eingewechselten Platte von den Beinen geholt hatte. Auch die fast sechsminütige Nachspielzeit überstanden die Lilien ohne Gegentor, sodass am Ende ein ganz wichtiger Heimsieg bejubelt werden konnte. Der Abstand auf den Relegationsplatz und das rettende Ufer ist zwar noch groß, doch wie das Motto von Jonathan Heimes immer wahr: Du musst kämpfen - Es ist noch nichts verloren!
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