Lilien krönen beste Saisonleistung mit Heimsieg

Ben-Hatira bejubelt sein erstes Saisontor und die Führung der Lilien. (Foto: Gido Heß)
 
Die spielentscheidende Szene: Kleinheisler wird von Bruma mit einer Notbremse gestoppt und bekommt dafür die rote Karte. (Foto: Gido Heß)
Fußball. Der SV Darmstadt 98 bleibt auch im vierten Heimspiel der laufenden Bundesliga-Saison ungeschlagen und gewann verdient gegen den VFL Wolfsburg mit 3:1 (1:0). Dabei war trotz strömenden Regens die Stimmung dennoch überwältigend, denn die neue Südtribüne wurde im Jonathan-Heimes-Stadion eingeweiht und sorgte für eine grandiose Stimmung im ganzen Stadion.
Zu Beginn der Partie sahen die Zuschauer ein typisches Spiel, wenn eine Mannschaft auf den SV 98 trifft. Der Gegner hat den Ball, Darmstadt macht die Räume eng und lässt nahezu keine Offensivgelegenheiten auf das eigene Tor zu. So hatte auch am Samstagnachmittag bei wolkenbruchartigen Regenschauern anfangs nur das Team von Interimscoach Valérien Ismaël den Ball, doch Torchancen sprangen für den VFL nicht heraus. Die "Wölfe" hatten vergangene Woche ihren Trainer Dieter Hecking entlassen, nachdem der VFL, welcher mit Champions-League-Ambitionen in die aktuelle Saison gestartet ist, nur in der Abstiegsregion der Tabelle stand. Doch auf einen Trainer-Effekt durch den Wechsel konnten die Anhänger des VFL vergeblich warten.
Trainer Norbert Meier stellte im Vergleich zur bitteren 1:2-Niederlage in Mainz auf drei Positionen die Startelf um, sodass Guwara, Ben-Hatira, Schipplock in die Startformation rückten. Marcel Heller wurde von Meier nach schwachen Leistungen in den letzten Spielen nur auf die Bank beordert.
Nach langweiligen 20 Minuten ereignete sich die wohl spielentscheidende Szene. Nach einigen Passstafetten des VFL in den eigenen Defensivreihen setzte der agile Kleinheisler nach und bedrängt Innenverteidiger Bruma bei seinem Rückpassversuch zum eigenen Keeper so stark, dass dieser den Ball verlor und Kleinheisler freie Bahn auf das Tor der Wolfsburger hatte. Nur mithilfe einer Notbremse konnte Bruma das frühe Gegentor verhindern, woraufhin er aber folgerichtig mit einer roten Karte vom Platz gestellt wurde (23.). Nur wenige Sekunden daraufhin bebte das Böllenfalltorstadion, denn Ben-Hatira schlenzte den Ball beim anstehenden Freistoß sehenswert und unhaltbar für VFL-Keeper Casteels in den Winkel (25.).
Mit nur 10 Mann gelang dem VFL nicht mehr viel und der SVD schaltete in einen regelrechten Sturmlauf um. Nur vier Minuten nach der Führung hatte Schipplock die Riesenchance aus das 2:0, doch nach einer flachen Hereingabe von Bezjak traf der Angreifer den Ball mit der Hacke nicht entscheidend. In der 33. Minute verpasste Schipplock eine Guwara-Hereingabe nur knapp, nachdem der Außenverteidiger die ganze rechte Abwehrseite des VFL ausgespielt hatte.
Drei Minuten vor dem Pausenpfiff konnte der eingewechselte Knoche in letzter Sekunde eine Flanke von Ben-Hatira klären, denn hinter dem Verteidiger stand bereits Schipplock zum Einköpfen bereit.
Bis auf eine Einzelaktion von Mario Gomez (40.) blieb der VFL völlig harmlos. Da die Lilien zu fahrlässig mit ihren Torchancen umgingen, endete die erste Halbzeit "nur" mit 1:0 für den Gastgeber aus Darmstadt.
Nach dem Seitenwechsel versuchte der SV 98 weiterhin, das erlösende 2:0 zu erzielen. Nur vier Minuten nach Wiederanpfiff landete ein Schuss von Schipplock aus der Drehung knapp neben dem Tor von VFL-Keeper Casteels. In der 52. Spielminute zögerte der völlig freistehende Kleinheisler zu lange, sodass aus seiner Riesenchance am Ende nicht einmal ein Abschluss resultierte. Wiederum drei Minuten später hätte es endgültig 2:0 für die Lilien stehen müssen, doch auf Bezjak scheiterte an einer Glanzparade von Casteels freistehend vor dem Tor der "Wölfe".
Und wie es so oft ist - wer die eigenen Chancen nicht nutzt, wird bestraft. So war es auch in der 60. Minute, als Mario Gomez wie aus dem Nichts nach einem Eckball zum völlig überraschenden 1:1 einköpfte.
Die Lilien schüttelten sich einmal kurz durch und übernahmen dann wieder die Verantwortung in der Offensive. In der 66. Minute ging ein Distanzschussversuch von Kleinheisler nur haarscharf über das Tor der Wolfsburger, zwei Minuten später aber waren die 98er wieder in Führung. Nach einem Eckball konnte Rodriguez den Ball zwar aus der direkten Gefahrenzone klären, aus dem Rücken der Abwehr aber startete Kleinheilser und erzielte per Dropkick aus 15 Metern sein erstes Bundesligator.
Da der VFL in Unterzahl verzweifelt versuchte, irgendwie noch den Ausgleichstreffer zu erzielen, gab es viele Räume für den SV 98 zum kontern. Und so war es letztendlich Meiers Lieblingsjoker Sandro Sirigu, der einen Pass aus der Defensive des VFL abfing, an der halben Defensivabteilung der "Wölfe" vorbeizog und trocken aus 17 Metern zum vorentscheidenden 3:1 einschob. Danach war es nur noch ein Schaulaufen der Lilien, die am Ende hochverdient die Heimserie ausbauten und in der Tabelle auf den 13. Platz vorrückten.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.