SV 98 und Ballbesitz - funktioniert das?

Wieder Jubeln wollen die Lilien in der Zukunft. Doch ist mehr Ballbesitz der Weg zum Erfolg? (Foto: Gido Heß)
Fußball. Der SV Darmstadt 98 ist unter dem neuen Trainer eher durchwachsen in die neue Saison gestartet. Mit gerade einmal vier Punkten aus fünf Spielen steht der SV 98 zwar auf dem 14. Tabellenplatz, doch die Tabelle sagt zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison noch so gut wie gar nichts aus. Vor allem in der Verbindung zwischen der Defensive und der Offensive gab es bisher Probleme, zudem fehlte in der Viererkette zunehmend die Sicherheit. In einem Interview mit der "Bild" hat Trainer Meier nun angekündigt, ein paar Korrekturen am Darmstädter Spielsystem vorzunehmen.
Der 58-jährige will mehr Wert auf Ballbesitz im eigenen Spiel legen. Mit "Kick und Rush" seit man heutzutage nicht mehr erfolgreich, so Meier, weshalb die Lilien den Ball zukünftig mehr in ihren eigenen Reihen halten sollen. Zudem fügte er noch hinzu, dass eine höhere Ballbesitzqoute zu größerer Sicherheit im eigenen Aufbauspiel beitragen würde, was den Lilien in der jüngsten Vergangenheit oft fehlte. Denn mit durchschnittlichen 33 Prozent Ballbesitz aktuell ist der SVD der Bundesligist mit den wenigsten Spielanteilen.
Die Idee von Norbert Meier, über Ballbesitz mehr Sicherheit in das Spiel seiner Mannschaft zu bringen, klingt erst einmal interessant und vorteilhaft für das eigene Spiel. Doch die Vergangenheit zeigt, dass der SV 98 nahezu noch nie auf eigenen Ballbesitz gespielt hat. Unter dem ehemaligen Erfolgscoach Dirk Schuster war es vielmehr das Ziel, aus einer kompakten Defensive heraus den Gegner immer wieder unter Druck zu setzen, so Ballgewinne zu provozieren und durch rasche Gegenstöße zum Torerfolg zu kommen. In den letzten drei Jahren unter Schuster funktionierte das auch stets gut, doch seit der aktuellen Saison mit dem neuen Trainer Meier will das Spielsystem, was Dirk Schuster mit seiner Mannschaft in Darmstadt nahezu perfekt beherrscht hat, nicht mehr so richtig wirken. Kaum Offensivszenen, noch weniger Ballbesitz als unter Schuster und große Lücken sowie erschreckende Fehler in der Defensive lassen die Verantwortlichen der Lilien rätseln. Ist es deshalb eine kluge Idee, das komplette Spielsystem abzuändern und so wieder zum Erfolg zu kommen?
Wenn die Lilien unter Ex-Coach Schuster versucht haben, das Spiel selbst zu gestalten, ging das des Öfteren schief. Denn technische Stars haben die Lilien nun wirklich nicht in ihren eigenen Reihen, was für eine Spielgestaltung allerdings von großen Vorteilen wäre. Es könnte deshalb die Gefahr drohen, immer mehr ausgekontert zu werden und die ein oder andere Klatsche zu kassieren.
Es wird interessant zu sehen sein, wie Trainer Meier sein eigens formuliertes Ziel von mehr Ballbesitz im eigenen Spiel umsetzen wird. Fest steht, dass er sich nicht allzu lange Zeit lassen sollte, die Lilien wieder zum Erfolg zu führen. Denn in den sozialen Netzwerken kam schon die ein oder andere Unruhe auf und die Trainerfrage wurde ebenso schon gestellt.
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