Räuber, Rider, Ringsgwandl

Burgfestspiele Dreieichenhain

Burgfestspiele Dreieichenhain: 5. Juli bis zum 14. August 2011

Ein großer Bahnhof für Kunst und Kultur: Den garantieren die Burgfestspiele Dreieichenhain, die auch 2011 zu einem Besuchermagnet in der Metropolregion Rhein-Main werden sollen. Vom 5. Juli bis zum 14. August 2011 darf das Publikum einmal mehr aus dem Vollen schöpfen. „Die Qualität muss stimmen“, lautet in allen Bereichen seines facettenreichen Wirkens das Credo des städtischen Eigenbetriebes „Bürgerhäuser Dreieich“, der bereits zum 5. Mal in alleiniger Regie für die Organisation des traditionsreichen Festivals vor historischer Kulisse verantwortlich zeichnet. Hochkarätige Künstler, der umfassende Service der Organisatoren und das Ambiente der Burgruine in Dreieichenhain versprechen auch in der Saison 2011 unterhaltsame und unvergessliche Stunden unter freiem Himmel.

Im Burggarten, zwischen altehrwürdigen Mauern und Rosen, werden bei den über 30 geplanten Veranstaltungen jeweils wieder bis zu 800 Zuschauer Platz finden. Etwa zwei Drittel der Sitze befinden sich auf der überdachten Tribüne – wie gehabt und bewährt. Sechs Wochen lang werden wie in den zurückliegenden Jahren kaum Wünsche offen bleiben, das versprechen Veranstaltungsleiter Wolfgang Barth und Bürgerhaus-Chef Benjamin Halberstadt. Der Vorverkauf läuft auf Hochtouren.

In der Sparte „Schauspiel“ dürfen sich die Besucher auf vier Inszenierungen aus drei verschiedenen Jahrhunderten freuen. In Dreieichenhain erzählt am 5., 6. und 7. Juli jeweils ab 20 Uhr die „Neue Bühne“ Senftenberg „der Tragödie 1. Teil“ – den Klassiker „Faust I“ des Herrn Geheimrat Goethe, erschienen vor rund 200 Jahren. Nachdem die wilde Zecherei in Auerbachs Keller Faust nicht den gewünschten Genuss beschert hat, entführt Mephisto ihn in seine Hexenküche. Dort schlürft der Magister den Zaubertrank, der sein Leben auf den Kopf stellt. Die Premiere, zugleich der Auftakt der Festspiele, ist bereits ausverkauft.

Weiter geht es am Donnerstag, 14. Juli, ab 20 Uhr mit der Frage: Gibt es eine Welt ohne Heuchelei? Dieser immer aktuellen Frage nahm sich der Franzose Molière in seiner 1666 uraufgeführten Komödie „Der Menschenfeind“ an. Nun wandelt das Ensemble „Barock am Main“ auf den Spuren des fanatischen Idealisten Alkest. In Wolfgang Deichsels hessischer Version, die 2010 in Frankfurt Premiere feierte, schlüpft Michael Quast in das Gewand des tragikkomischen Titelhelden.

„Die Räuber“ von Friedrich Schiller stehen für leidenschaftliches, rasantes, aktionsgeladenes Theater, am 28. und 29. Juli treiben sie jeweils ab 20 Uhr auf der Hayner Freilichtbühne ihr Unwesen: ein irrer, wirrer Traum junger Männer von großen Taten, Heroismus, Männerfreundschaft, Liebe und Trieb, mit dem sich der Autor vor über 200 Jahren den erzwungenen und verhassten Aufenthalt in der berüchtigten Karlsschule von der Seele schrieb.

Der 1981 von Patrick Süskind veröffentliche und seither mit großem Erfolg in zahllosen Inszenierungen präsentierte Monolog „Der Kontrabass“ bietet am Samstag, 13. August, ab 20 Uhr eine Paraderolle für Walter Renneisen. Der viel beschäftigte Schauspieler geht seit 15 Jahren mit eigenen Theater- und Kabarett-Produktionen auf Tournee. Nun brilliert er als Hinterbänkler in einem Orchester, der sich mit seinem Zaudern sowohl in der Musik als auch bei der Liebe immer wieder selbst im Wege steht. Den zweiten Teil des Abends bestreitet das Ensemble „Bassiona Amorosa“, eines der weltbesten Bass-Ensembles mit ihren Interpretationen klassischer und neuer Musikliteratur.

Musiktheater und Liederabende

„Otello“, „La Gioconda“, „Hoffmanns Erzählungen“: Es sind die großen Werke der Musikgeschichte, die bei der Italienischen Opernnacht am Sonntag, 10. Juli, ab 20 Uhr im Burggarten zu hohen Weihen kommen. Dafür sorgt der US-amerikanische Tenor Eduardo Villa von der Metropolitan Opera zusammen mit ebenfalls international bekannten Solisten und der Smetana Philharmonie.

Drei Köche, ein Kellner, eine Tellerwäscherin und einer in der Küchencrew ist ein echter Koch. Sein Leben besteht darin, köstliche Pasta-Gerichte zu kreieren – und weiter nichts. Für die anderen ist die Küche ein Platz ihrer Träume, Leidenschaften und der musikalischen Sehnsucht nach Italien. Weil’s 2010 so schön war, heißt es am Freitag, 15. Juli, ab 20 Uhr noch einmal „Pasta e Basta“: ein Liederabend der Hamburger Kammerspiele mit Stücken von Adriano Celentano, Gianna Nannini und Paolo Conte, ein Dreiklang aus Witz, Emotionen und kulinarischen Genüssen. Bei uns wird der hr1 Koch Meikel Pedrana am Herd stehen.

Für sein Musical „The Black Rider“ griff der amerikanische Regisseur und Bühnenmagier Robert Wilson ein urdeutsches Thema auf, nämlich die alte Volkssage vom „Freischütz“, wie sie im „Gespensterbuch“ von Friedrich Laun und August Apel 1810 erschien und später mit großem Erfolg für die Opernbühne von Carl Maria von Weber umgesetzt wurde. Schon 2010 war das Projekt, für das Wilson den Ausnahmemusiker Tom Waits und den Beat-Generation-Autor William S. Burroughs als Mitstreiter gewann, in Dreieichenhain zu sehen. An das erfolgreiche Gastspiel wird im Hayn am Donnerstag, 21. Juli, ab 20 Uhr angeknüpft und die wunderbare Inszenierung des Metropol Theaters München zu sehen und zu hören sein.

Auf einen musikalischen Krimi aus der Feder des Königs der Komischen Oper darf sich das Publikum am Freitag, 22. Juli, ab 20 Uhr freuen, wenn Gioacchino Rossinis Stück „Die diebische Elster“ fröhliche Urständ feiert. Die Kammeroper München präsentiert das Vergessenheit geratene Meisterwerk des Belcanto in einer spannenden Regie. Nach der opulenten Ouvertüre wandelt sich die Idylle eines Dorffestes zum monströsen Albtraum. Ein echter Geheimtipp, diese Inszenierung.

Was prägt den Menschen? Die Religion und die Gesetze oder das, was er innerlich fühlt? Vor dieser Frage steht in Dreieichenhain am 30. und 31. Juli jeweils ab 20 Uhr der in den jüdischen Traditionen verwurzelte Milchmann Tevje beim Blick auf seine drei Töchter. Denn die gehen ihre ganz eigenen Wege. Das Musical „Anatevka“ erzählt mit bekannten Melodien („Wenn ich einmal reich wär...“) unterhaltsam und lehrreich Familien- und Zeitgeschichte. Eine Produktion der Festspiele Bad Vilbel.

Mit Open-Air-Aufführungen und Galakonzerten im In- und Ausland hat sich das Ensemble „Opera Classica Europe“ ein hervorragendes Renommee erworben. Die Inszenierungen bestechen neben der Qualität der Akteure vor allem mit ihrem großen organisatorischen und technischen Aufwand. In Dreieich präsentieren die kreativen Künstler am Sonntag, 14. August, ab 20 Uhr zum Abschluss der Festspiele 2011 Ludwig van Beethovens einzige Oper „Fidelio“. Die Uraufführung der ersten Fassung fand am 20. November 1805 in Wien am Theater an der Wien statt, die endgültige Fassung folgte im Mai 1814.
Konzerte

Zwei Flügel, vier Streicher und die Botschaft der Liebe: „Stürmische Zeiten, mein Schatz“, heißt das neue Programm von Konstantin Wecker, das dieser am Montag, 11. Juli, ab 20 Uhr gemeinsam mit seinem langjährigen, kongenialen Begleiter Jo Barnikel und dem furiosen „Spring String Quartet“ präsentiert. Vereint werden Texte aus Weckers Romanen und neue Interpretationen seiner bekanntesten Songs.

„Anplackt, zwei Gitarren, ein Cello: Seit 2003 sorgt Stefan Gwildis mit seinen deutschen Neubearbeitungen von Soul Klassikern für Aufsehen. Der Künstler, der in den 1980er Jahren mit dem Kabarett „Herrchens Frauchens“ unterwegs war, erhielt für seine musikalische Nische die Goldene Stimmgabel, sein Album „Neues Spiel“ war 13 Wochen lang ganz oben in den Charts. Am Sonntag, 24. Juli, ist er ab 20 Uhr im Burggarten zu Gast.

Meisterstücke aus der Welt der Klassik, verpackt in einem jazzigen Gewand und unterlegt mit afro-kubanischen Rhythmen: Diese spannende Mischung aus dem Reich der schönen Tönen serviert das wiederholt mit Auszeichnungen bedachte Quintett Klazz Brothers & Cuba Percussion bei seinem Auftritt im Hayner Burggarten. Egal ob Bach, Mozart, Beethoven, Chopin oder andere Komponisten von Weltrang: Wenn die fünf Musiker in Fahrt kommen, dann wird der Groove groß geschrieben und es heißt Classic meets Cuba – am Mittwoch, 10. August, ab 20 Uhr in Dreieich.

„Punk-Qualtinger“ und „Valentin des Rock’n Rock“: Georg Ringsgwandl hat viele Namen. Nun hat es dem Arzt und Liedermachen aus weiß-blauen Landen ein Münchner Stadtteil angetan. „Untersendling“ hat er sein neues Programm gewidmet. Dort lebt Ringsgwandl und dort findet er die ganz alltäglichen Geschichten für seine Lieder, in denen es immer wieder um die Nöte der Gestrauchelten geht. Ringsgwandl gibt seine Visitenkarte am Fr., 12. August, ab 20 Uhr im Hayn ab.

Jazz in der Burg
Seit 1976 gehört der Jazz zu Dreieich wie die Burg zu Dreieichenhain. Das Festival „Jazz in der Burg“ vereint beides. Bei der bereits 36. Ausgabe im Jahr 2011 (16. und 17. Juli) ist wieder einer der ganz Großen mit von der Partie. Der Klarinettist und Bandleader Hugo Strasser (Jahrgang 1922) spielt zusammen mit „Strings Only“ und den Boogie Woogie Brothers Zwingenberger u.a..

Außerdem reist das Tommie Harris Gospel Trio zur „Gospelmatinée“ an.

Und beim „Blues Morning“ 2011 sind Blues Blend (mit Dreieichs Kulturpreisträger Henning Eichler) sowie Louisiana Red + Band (Winner of 31st Blues Music Award for the best Acoustic Artist) sowie Greg Copeland & The Soul Gang dabei.
Musikalisch-Humoristisches

Shakespeares „Sommernachtstraum“ mit zwei Darstellern, einem Sänger, einem Pianisten und einem Flügel, der zum Doppelbett wird: Sabine Fischmann und Till Krabbe singen am Samstag, 9. Juli, ab 20 Uhr alle 26 Rollen, für die Markus Neumeyer die phantasievolle Musik komponiert hat. Sie flankiert die berühmte Geschichte des Elfenkönigs Oberon, von Puck, Zauberblumen und durchgeknallten Liebespaaren. Daneben werden Lieder aus der Shakespeare Zeit von dem Bariton Berthold Possemeyer vorgetragen.

Sie schauen den Landsleuten unverblümt aufs Maul, machen sich ihre Gedanken über die Hessen und lassen diese und andere an ihren Einsichten teilhaben: Ulrike Neradt und Walter Renneisen müssen dem Dreieicher Publikum nicht mehr vorgestellt werden. Ihr unterhaltsames Kaleidoskop „Isch glaab, Dir brennt de Kittel“ über die Menschen zwischen Neckarsteinach und Bad Karlshafen gehört zum 4. Mal zum festen Repertoire der Burgfestspiele am Montag, 25. Juli (20 Uhr). Alfons Nowacki, langjähriger Klavierpartner von Ulrike Neradt hat die Musik dazu geschrieben.

„Die Fledermaus“ und damit die champagnerseligste aller Operetten in der „à trois“-Fassung des genialen Doppels Michael Quast und Sabine Fischmann ist sicherlich ein Höhepunkt der Burgfestspiele. In Sekundenschnelle wechseln die beiden ihre Rollen. Sie singen und spielen, am Piano begleitet, alle Figuren des Johann Strauß Klassikers: am Montag, 8. August, ab 20 Uhr.
Varieté und Kabarett

2010 forderte der ausgebildete Diplom-Physiker das Dreieicher Publikum zum Denken auf, 2011 (und zwar am Freitag, 8. Juli, 20 Uhr)verkündet er: „Freiheit ist alles“. Mit spannenden Erkenntnissen aus Philosophie, Naturwissenschaft und „Bunte“ wandelt der Kabarettist Vince Ebert (Jahrgang 1968) auf den Spuren von Freidenkern und Denkfreien. Und dazu sind Frei-, Quer- und Andersdenkende herzlich eingeladen.

Auf eine gelungene Mischung aus Akrobatik und Comedy darf sich das Publikum bei einem weiteren Gastspiel des Neuen Theaters Höchst freuen. „Variete unter Sternen“ garantiert ein Spitzenprogramm und somit Unterhaltung auf höchstem Niveau. Durch das Programm bei den Burgfestspielen Dreieichenhain, die seit vielen Jahren treue Partner der Höchster Kulturmacher sind, führt der Moderator und Comedian Felix Gaudo. Charmant und musikalisch, auf der Basis einer fast 20-jährigen Bühnenerfahrung, präsentiert der Publikumsliebling seine 14 Kollegen. Und die zünden im Burggarten am 5., 6. und 7. Juli jeweils ab 20 Uhr ein Feuerwerk erstklassiger Unterhaltung.

Bodo Wartke ist ein virtuoser Pianist, ein kreativer Kopf mit spitzer Zunge, einer ausgeprägten Liebe zur Sprache, großer Freude am Reimen und einem Gespür für den Augenblick. In seinem Programm „Noah war ein Archetyp“ geht es um Mozart und Boogie, um Loriot und Balladen. Und das verspricht am Donnerstag, 11. August, ab 20 Uhr Klavierkabarett vom Feinsten.

Als klassisches Familien-Musical nach der berühmten Oper von Wolfgang Amadeus Mozart präsentiert am Sonntag, 24. Juli, ab 11 Uhr die Kleine Oper Bad Homburg in Dreieichenhain „Die Zauberflöte“ mit dem Untertitel „Bravo, Bravo Papagendo“. In faszinierender Weise wird der komplizierte Opernstoff für Kinder verkürzt, vereinfacht und zu einem Fantasie-Märchen in einer bunten Zauberwelt umgearbeitet. Mit farbenfrohen Kostümen und einer aufwändigen Bühnenausstattung, Lichtdesign und Pyrotechnik. „Echte“ Opernsänger laden das jüngste Publikum ein zu einem lustigen Ausflug in die klassische Musik. Ein Konzertpianist begleitet sie dazu am Flügel.

Bär und Tiger leben ein zufriedenes Leben, bis die Neugier sie zu einer Reise treibt: nach Panama, einem Ort der Träume und Wünsche, einem Schlaraffenland mit goldenen Zukunftsaussichten und dem herrlichen Geruch von Bananen. Das Atze Musiktheater erzählt die Geschichte „Oh wie schön ist Panama“ von Janosch mit den Mitteln der Improvisation: Eine Ode an die Freundschaft und die Suche nach Glück nicht nur für kleine Leute… Zwei Aufführungen finden im Burggarten statt: am 12. und 13. August, jeweils ab 11 Uhr.

Eintrittskarten und weitere Informationen gibt es bei den Bürgerhäusern Dreieich, Fichtestraße 50, 63303 Dreieich, Telefon 06103-6000-0, im Internet (www.buergerhaeuser-dreieich.de und www.burgfestspiele-dreieichenhain.de) sowie bei allen bekannten Vorverkaufstellen.

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