Die Sütterlinschrift

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Anfang der 80er Jahre fiel mir ein Buch von Helmut Peitsch: “Verlassen in der Heimat“ in die Hände. Nachdem ich dieses gelesen hatte, musste ich sehr schlucken und feststellen, dass ich danach ziemlich „durch den Wind“ war.

Die schlechte Versorgungslage in Polen wurde beschrieben und ich ließ mir zwei Adressen von bedürftigen Familien zuschicken. Diese versorgten mein Mann und ich jahrelang mit Paketen. Dazu muss ich sagen, dass wir vor allem die Portokosten trugen. Zum Beispiel gut erhaltene gebrauchte Kleidung für Kinder und Erwachsene erhielten wir von allen Seiten geschenkt.

Die eine dankbare Empfängerin war die über 80-jährige Auguste N. Als sie von mir mal einen Brief in Sütterlin erhielt, war ihr seinerzeit 15-jähriger Urenkel so fasziniert von der Schrift und riss sich den Brief gleich unter den Nagel.

Die Tochter von Auguste N. bat mich später, mal die Buchstaben einzeln auszudrucken. Ihr Enkel wollte sich die Schrift selbst beibringen. Wofür?

Zwei Jahre später fragte ich nach, was daraus geworden ist? Die Antwort: Der Junge benutzte die Schrift auf dem Gymnasium bei Spickzetteln und die Lehrer ahnten und erkannten nichts. Na, so ein Lümmel!

Ich selbst hatte diese Schrift nicht mehr in der Schule gelernt, da sie Anfang der 40er Jahre abgeschafft wurde. Meine Vermutung: meine Oma muss sie mir beigebracht haben, denn im Winter 1944/45 fiel mangels Heizmaterial oft der Unterricht aus und wie sollte sich die Oma anders mit mir beschäftigen. Sie konnte nur diese Schrift und die gefällt mir sehr muss ich zugeben.

Ausgewählte Zitate:

Das weitaus schönste Glück - das plötzliche. (Sophokles)

Erst bei den Enkeln ist man dann so weit, dass man die Kinder ungefähr verstehen kann. (Erich Kästner)

Nichts erquickt den Geist so sehr wie treue Freunde. (Seneca)

Lesen - das ist die beste Lehre. Den Gedanken eines großen Menschen zu folgen, ist die unterhaltsamste Wissenschaft. (Alexander Puschkin)

Zehnmal musst du lachen am Tag und heiter sein! Lernen wir uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen wehe zu tun. (Friedrich Nietzsche)

Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten. (Tagore)

Das ganze Leben ist ein Experiment. Je mehr man experimentiert, desto besser.
(Ralph Waldo Emerson)

Die Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aber aus dem Respekt. (Daniel Defoe)

Fang jetzt zu leben an und zähle jeden Tag als ein Leben für sich. (Seneca)

Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß. (Epikur)

Autor:

Ingrid Streckfuß aus Erbach

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