Nach den Römern - Die Franken in Büttelborn am 19.02.2015 in Biebesheim am Rhein

19. Februar 2015
20:00 Uhr
Kulturhalle Biebesheim am Rhein, 64584, Biebesheim am Rhein

Vortrag am 19. Februar 2015 um 20.00 Uhr
Nach den Römern – die Franken in Büttelborn
Referent: Dr. Holger Göldner, Landesamt für Denkmalpflege Darmstadt

Von den verschiedenen germanischen Reichen, die während der Völkerwanderungszeit zwischen Spanien, dem Schwarzen Meer und Nordafrika entstanden waren, überdauerte nur eines das Frühmittelalter und wirkte bis heute nach – das der Franken.
In Gallien hatten diese die spätantike Begräbnissitte der Körperbestattung kennengelernt – im germanischen Bereich war die Brandbestattung üblich gewesen. Ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. Setzte sich bei den meisten germanischen Völkern die Sitte durch, die Verstorbenen unverbrannt auf sogenannten „Reihengräberfeldern“ zu bestatten, wie auch in Biebesheim in der Gemarkung „Die Weingärten“. Da die Toten in ihrer Tracht sowie mit weiteren Beigaben wie beispielsweise Keramik, Glas und Bronzegeschirr oder Waffen versehen die Reise in das Jenseits antraten, bilden die Bestattungsplätze heute die primäre Materialbasis zur Erforschung des Frühmittelalters.
Obwohl die antike Beraubung bei etwa 90% liegt, zeugen viele reich ausgestattete Grablegen vom Wohlstand des fränkischen Büttelborns. Hochwertige Goldschmiedearbeiten – sowohl am Frauenschmuck als auch an den Waffengürteln der Männer – lassen vermuten, dass diese Kleinodien in den Metropolen des Reiches erworben wurden.
Das frühe Mittelalter war eine Epoche mit zahlreichen gewalttägigen Auseinandersetzungen – alle Reihengräberfriedhöfe Mitteleuropas dokumentieren dies durch die verschiedensten verheilten und unverheilten Verletzungen am Skelett. Und auch Büttelborn macht da keine Ausnahme.
Herr Dr. Göldner wird in seinem Vortrag insbesondere auf die Grabungen die in den Jahren 1998 und 2002, in der Gemarkung „Winkelseite“ der Gemeinde Büttelborn, sowie in weiteren kleinen Maßnahmen 2007 und 2013 erfolgten eingehen. Der Bestattungsplatz, der in das 6. Und 7. Jahrhundert n.Chr. datiert zählt 436 Bestattungen und ist nahezu vollständig erfasst. Über 100 der Verstorbenen ruhten in aufwändigen Kammergräbern, zwischen 20 und 30 waren durch eine Überhügelung besonders hervorgehoben.
Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei.

Autor:

Norbert Hefermehl aus Biebesheim

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