Frühstück und Gottesdienst mit Padre João Portes aus Brasilien

28. Februar 2016
09:00 Uhr
Katholische Pfarrgemeinde, 64572, Büttelborn
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Am Sonntag, 28.02.2016 wird in der Katholischen Gemeinde St.Nikolaus von der Flüe Padre João Carlos I. PORTES aus Trinta – Bundesstaat Para – Brasilien zu Gast sein. Bei einem Frühstück um 9 Uhr im Katholischen Gemeindezentrum (Dornheimer Str. 26) in Büttelborn wird er von seiner Arbeit in der sogenannten Landpastoral berichten. Die Landpastoral (Comissão Pastoral da Terra, CPT) ist eine Einrichtung der Bischofskonferenz Brasiliens, die für die Landrechte der indigenen Bevölkerung Kleinbauern eintritt. Im anschließenden Gottesdienst, der um 11 Uhr in der Büttelborner Pfarrkirche St. Nikolaus von der Flüe beginnt, wird Padre João Carlos predigen.

Blutige Landkonflikte, entrechtete Bevölkerungsgruppen, Todesdrohungen gegen Landarbeiter. So stellt sich die aktuelle Situation im Amazonasgebiet Brasiliens dar. Im Staat Pará ist am Amazonas-Zustrom Tapajós ein gigantisches Staudammprojekt geplant, das den natürlichen Lebensraum der dort lebenden indigenen Gemeinschaften gefährdet. Die Gemeinde Pimental zum Beispiel droht in den Fluten des Staudamms unterzugehen. Das Projekt provoziert zudem gewalttätige Landkonflikte, denen bereits hunderte Menschen zum Opfer gefallen sind.
Die Kommission für Landpastoral der Prälatur Itaituba begleitet den Widerstand der Lokalbevölkerung in Pará gegen die Staudammpläne. Der Projektpartner von MISEREOR unterstützt die indigenen Völker der Region und die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bei der Durchsetzung ihrer Rechte.
In Brasiliens Metropole São Paulo leben derweil über zwei Millionen Menschen in prekären, innenstadtfernen Elendsvierteln. Viele von ihnen nehmen Gelegenheitsjobs im Zentrum wahr, doch einen sehr hohen Anteil ihres niedrigen Einkommens müssen sie für die Zahlung des öffentlichen Personennahverkehrs ausgeben. Ihre Kinder können oft nicht in die Schule gehen. Die Zahl der Obdachlosen steigt seit einigen Jahren dramatisch an. Für viele Heranwachsende ist das Leben auf der Straße ein täglicher Überlebenskampf.
Das Centro Gaspar Garcia kämpft in São Paulo für die Verteidigung der Menschenrechte. Gefördert von MISEREOR bietet das Zentrum Obdachlosen sowie Bewohner(inne)n von Elendsvierteln kostenlose Rechtsberatung, Selbsthilfegruppen und Beratung beim Aufbau und bei der Strukturierung von Vereinigungen und Genossenschaften an.
In einer gemeinsamen Fastenaktion mit den brasilianischen Kirchen und den Betroffenen selbst setzt sich MISEREOR 2016 für die Einhaltung der Menschenrechte in Brasilien ein. Dabei stehen die Rechte auf Wasser, Land und Wohnen im Mittelpunkt.
Während der Fastenzeit informieren brasilianische Projektpartner von MISEREOR in ganz Deutschland über die Menschenrechtsarbeit in ihrem Land. Von seinen Erfahrungen im Kampf gegen Armut und um das tägliche Überleben berichtet in Büttelborn Padre João Carlos I. PORTES.
Padre João Carlos I. Portes lebt und arbeitet seit 2007 in der Region. Er ist Pfarrer in Trinta und ehrenamtlicher Mitarbeiter der Landpastoral Itaituba (CPT). Er hat die Konflikte aus der Region, d. h. Landkonflikte, Konflikte um Wasser, Morde und sklavenähnliche Arbeitsverhältnisse ins offizielle Konfliktbuch der CPT auf Bundesebene eintragen lassen. Padre João Carlos I. Portes arbeitet mit Landarbeiter(inne)n, Flussanwohner(inne)n, Kleinbäuerinnen und - bauern und indigenen Bevölkerungsgruppen zusammen. Das gemeinsame Ziel ist es, den Zugang zu ihrem Land und zum Fluss Tapajós für die Menschen zu sichern und einen Beitrag zum Erhalt des sensiblen Ökosystems im Amazonasgebiet zu leisten.

Padre Portes aus Brasilien.

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