Auf den Spuren von Römern und Franken

21. Oktober 2014
20:00 Uhr
Gruberhof, 64823, Groß-Umstadt

Bezirksarchäologe Dr. Holger Göldner zu Gast im Gruberhof

Es ist wieder soweit, der Umstädter Museums- und Geschichtsverein startet am Di. 21. Oktober um 20 Uhr seine 9. Vortragsreihe mit Themen zur Groß-Umstädter Geschichte. Den Auftakt macht Dr. Holger Göldner, der Leiter der Außenstelle Darmstadt des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen mit dem Thema: „Nach den Römern. Die Franken in Büttelborn“.

Am Beispiel der Wiederentdeckung des fränkischen Reihengräberfeldes in Büttelborn im Kreis Groß-Gerau geht der Referent den Fragen nach: „Die Franken - was suchten sie dort, wo waren sie vorher, wohin gingen sie?“ und schon ist er mitten in der Vergangenheit, die auch für Groß-Umstadt gilt, wo ja bekanntermaßen Frankengräber entdeckt worden sind.

So berichtet Göldner, dass die Alemannen einst den Limes überrannten und das Gebiet zwischen Rhein, Donau und Iller in Besitz nahmen. Viele Siedler verließen infolge dessen das Land. Im fünften Jahrhundert traten dann die Franken mit dem salfränkischen König Childerich auf. Mit seinem Sohn Chlodwig begann der Aufstieg der Franken in Mitteleuropa. Sein Sieg über die Römer beendete 486/487 deren Herrschaft in Gallien. In den Folgejahren unterjochte Chlodwig die übrigen fränkischen Kleinkönige. Hessen gehörte zum fränkischen Reich.

Dr. Göldner entführt die Besucher aber nicht nur in die Geschichte, er berichtet auch von der Entdeckung der Gräberfelder und wie sie erforscht und historisch bewertet werden. Fast 90 Prozent der Gräber sind ausgeraubt, intakte haben meistens keine Beigaben. Mitunter finden sich Ohrringe, ein Messer mit silbernem Scheidenmundblech, eine bronzene Wadenbindengarnitur, eine Sax, Lanze und Schild oder auch Tierknochen. Seit nunmehr 14 Jahren beschäftigt das fränkische Gräberfeld bei Büttelborn immer wieder die hessenARCHÄOLOGIE. In ganz Südhessen sind 62 Reihengräberfelder mit etwa 1100 Bestattungen bekannt.

Zahlreiche Bilder - etwa von verletzten Skeletten und Männern, die an Schwerthieben auf den Schädel gestorben waren, von wertvollen Funden und von der Forschungsarbeit der Archäologen - illustrieren den Beitrag, den ca. 60 Personen bei freiem Eintritt erleben können. Freiwillige Spenden für die vielfältigen Aufgaben des Museums- und Geschichtsvereins sind wie immer willkommen. Bitte haben Sie Verständnis, wenn bei großer Nachfrage nicht alle einen Platz bekommen können.

Das gesamte Vortrags- und Veranstaltungsprogramm des Museumsvereins steht auf der Homepage des Vereins (www.gruberhof-museum.de). Dort sind auch die Bücher zu bestellen, in denen alle bisherigen Vorträge gesammelt sind und von denen z. T. nur noch Restexemplare vorrätig sind.

Autor:

Reiner Michaelis aus Groß-Umstadt

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