Verschiedene Arten von Piercings, ihre Jeweiligen Risiken und ihre Heilungszeit

Das Wort Piercing stammt aus dem Englischen und leitet sich vom Verb "to pierce" = durchbohren, durchlöchern, ab. Die Praktik, bestimmte Körperstellen zur Anbringung von Schmuckstücken zu durchlöchern, ist Jahrtausende alt. Der Begriff Piercing setzte sich erst in den 90er Jahren in unserem Sprachgebrauch durch.

Piercings sind an praktisch jeder Körperstelle möglich. Die wichtigsten Arten von Piercings sind:

Ohren

  • Ohrläppchen (Lobe)
  • Helix und Helix-Orbital (durch die eingerollte Außenkante des oberen Ohrknorpels)
  • durch die Ohrmuschel (Conch und Inner-Conch)
  • Tragus und Anti-Tragus (durch den Knorpelfortsatz am Eingang des Gehörgangs bzw. den direkt gegenüber liegenden Knorpel)
  • Industrial (zwei Löcher durch die Helix, die mit einem Schmuckstab, Barbell genannt, miteinander verbunden werden)
  • Daith (in der innersten Auswölbung der Ohrmuschel)

Mund und Lippen

  • Zungenpiercing (wird in der Regel senkrecht in der Mitte der Zunge gestochen)
  • Lippenbändchen (ein Piercing durch das Bändchen, das die Oberlippe in der Mitte mit dem Zahnfleisch verbindet. Auch Smiley genannt, weil es nur beim Lächeln sichtbar ist)
  • Zungenbändchenpiercing (durch das Zungenbändchen, an dem der untere Teil der Zunge mit dem Boden der Mundhöhle verbunden ist)
  • Madonna/Medusa/Labret (Piercings oberhalb mittig oder rechts/links versetzt von Ober- oder Unterlippe)

Nase

  • Nasenflügel, meist mit einem Stecker oder einem Ring verziert
  • Septum Piercing, ein Piercing durch das Gewebe unterhalb der Nasenscheidewand. Es wird oft auch Nasenring genannt

Körper- und Oberflächenpiercings

Ein Oberflächenpiercing wird nahe an der Hautoberfläche gestochen und kann daher überall gemacht werden, wo die Haut nicht zu dünn ist. Beispiele:

  • Bauchnabelpiercing
  • Brustwarzenpiercing
  • Vampir Biss (ein Oberflächenpiercing seitlich am Hals, am Nacken oder auf der Schulter, dass an einen Vampirbiss erinnert)
  • Madison-Piercing (ein meistens waagrecht gestochenes Piercing im unteren Halsbereich)
  • Augenbrauen-Piercing

Heilungszeiten

So, wie das Schmerzempfinden von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt ist, sind natürlich auch die Heilungszeiten verschieden. Wie schnell ein Piercing verheilt, hängt unter anderem davon ab, wie gut der Piercer gestochen hat, wie sorgfältig Sie die Nachsorge betreiben, und natürlich ob Komplikationen auftreten.

Um ein Verständnis für die verschiedenen Heilperioden zu entwickeln, sollten Sie jedoch über einige grundlegende Dinge Bescheid wissen.

Heilungszeiten von Oberflächenpiercings:

Ein Oberflächenpiercing geht zwar nicht so tief in den Körper wie beispielweise ein Knorpelpiercing, steht aber dafür unter ständiger Spannung. Daher ist hier die Gefahr sehr groß, dass es vom Körper abgestoßen wird und herauswächst. Oft passiert dies innerhalb weniger Monate. Zurück bleibt eine unschöne Narbe. Um dies zu verhindern, verwenden viele Piercer inzwischen sogenannte Surface Bars, das sind Piercing-Stäbe, die an den Enden gebogen sind. Durch diese Biegung wird die Spannung verringert. Das Anbringen solcher Piercings erfordert viel Erfahrung und eine besondere Technik.

Der Heilungserfolg eines Oberflächenpiercings hängt daneben auch von der Körperstelle ab, an der es gestochen wird. Kritische Stellen sind dabei die Unterarm-Innenseite, Hand, Fuß, Wirbelsäule, Knie oder Kniekehle. Diese Körperregionen sind in der Regel so sehr unter Spannung oder in Bewegung, dass das Piercing meistens keine Chance hat, in Ruhe auszuheilen.

Konkrete Heilungszeiten für Oberflächenpiercings sind daher schwer anzugeben. Sie sollten aber von etwa drei bis sechs Monaten ausgehen, bei Augenbrauen-Piercings von etwa vier bis acht Wochen.

Heilungszeiten von Ohrenpiercings:

Bei den meisten Piercings im Ohr (mit Ausnahme des klassischen Ohrlochs im Ohrläppchens) handelt es sich um sogenannte Knorpelpiercings. Dabei wird nicht durch fleischliches Gewebe, sondern durch harten Knorpel gestochen. Das Durchstechen von Knorpelgewebe ist schmerzhafter als das von gut durchblutetem Gewebe, wie z. B. dem Ohrläppchen. Durch die fehlende Durchblutung ist auch der Heilungsprozess langwieriger.

Wird der Knorpel, wie bei Piercings üblich, durchstochen, besteht die Gefahr, dass der Knorpel splittert. Die Heilungszeit ist daher recht lang und beträgt etwa drei bis sechs Monate. Schneller geht es beim Dermal Punch. Bei dieser neueren Technik wird der Knorpel nicht durchstochen, sondern wie mit einem großen Locher herausgestanzt, also entfernt. Ein gepunchtes Piercing heilt innerhalb weniger Wochen. Betroffenen zufolge soll diese Technik weniger schmerzhaft sein. Der Nachteil liegt darin, dass Knorpelgewebe vom Körper nicht neu gebildet werden kann. Ein einmal gepunchtes Loch bleibt daher bestehen, auch wenn man später keine Piercings mehr tragen möchte.

Mund und Lippenpiercing Heilungsdauer:

Bis ein Lippenpiercing vollständig verheilt ist, vergehen ungefähr vier bis zwölf Wochen.

Piercings im Mund sollte man sehr vorsichtig behandeln, da sich dort viele Keime befinden. Ein Piercing ist zunächst eine offene Wunde! Sie sollten deshalb in der ersten Zeit auf Kaffee, Alkohol, Zigaretten sowie scharfe und säurehaltige Speisen verzichten. Durch die ständige Feuchtigkeit und gute Durchblutung kann sich das Piercing aber sehr schnell generieren. Piercings im Mundbereich haben eine recht kurze Heilungszeit von etwa zwei bis vier Wochen.

Heilungszeiten bei Nasenpiercings:

Die Heilungszeiten bei Nasenpiercings hängen davon ab, um welches Piercing es sich handelt. Piercings im Nasenflügel heilen meist innerhalb von etwa sechs Wochen. Aufwändigere Nasenpiercings können circa drei Monate für die Heilung brauchen.

Wichtig bei allen Piercings ist die richtige Pflege danach! Halten Sie sich daher unbedingt an die Pflegeanleitung Ihres Piercing-Studios!

Autor:

Heike Amsel aus Frankfurt am Main

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