Sodbrennen und Refluxerkrankung - Wie und Wann Helfen Medikamente

Sodbrennen ist das häufigste Symptom einer gastroösophagealen Refluxerkrankung. Gelegentliches Aufstoßen mit oder ohne Sodbrennen ist bei gesunden Menschen ganz normal. Eine Refluxerkrankung liegt dann vor, wenn der Rückfluss des sauren Mageninhaltes in die Speiseröhre krankhaft gesteigert ist.

Im Magen selbst ist die Magensäure ein wichtiger Helfer beim Verdauungsvorgang. Dafür ist dieser auch mit einer besonderen Schleimhaut geschützt. In der empfindlichen Speiseröhre kann häufiger oder regelmäßiger Reflux Schaden anrichten.

Wie und warum gelangt der Mageninhalt in die Speiseröhre?

Zwischen Speiseröhre und Magen liegt ein Schließmuskel, der dafür sorgt, dass der Mageninhalt dort bleibt und nicht zurück in die Speiseröhre fließt. Nicht immer funktioniert dieser Mechanismus einwandfrei.

Probleme gibt es, wenn der Magen sehr viel Magensäure produziert. Dies hängt eng mit der Ernährung zusammen. Fette, scharfe und stark gezuckerte Speisen, aber auch Stress, Hektik, Übergewicht und falsche Lebensgewohnheiten erhöhen die Produktion von Magensäure. Sie sind daher ein potentieller Risikofaktor für Sodbrennen und Refluxerkrankung.

Ein weiterer Grund für Sodbrennen und Reflux ist eine Erschlaffung des Schließmuskels. Dies kann vorübergehend oder dauerhaft sein. Alkohol beispielsweise wirkt muskelentspannend, und hat dadurch Einfluss auf die Schließmuskelfunktion zwischen Magen und Speiseröhre. Viele Schwangere leiden im letzten Schwangerschaftsdrittel an Sodbrennen und Reflux, da durch das wachsende Kind der Druck auf Magen und Schließmuskel zunimmt.

Die Ursachen für einen dauerhaft zu schwachen Schließmuskel können nicht immer geklärt werden. Ein Zusammenhang zwischen Ernährung bzw. Lebensweise und Erkrankung scheint jedoch unbestritten.

Welche Medikamente gibt es?

Eine medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, den Rückfluss der schädlichen Magensäure in die Speiseröhre zu verringern. Dafür sind drei Gruppen von Medikamenten erhältlich:

  • Antazida
  • Protonenpumpenhemmer (PPI)
  • H2 Rezeptorenblocker

Sie binden überschüssige Magensäure oder vermindern bzw. unterdrücken deren Produktion.

Antazida

Wenn Sie nur gelegentlich unter Sodbrennen leiden, können Ihnen Antazida helfen. Das sind Medikamente, die die Säure des Magensaftes durch basische Mineralien neutralisieren. Sie sind gut verträglich und rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Mittel wirken schnell, aber relativ kurz, und können daher nach Bedarf angewendet werden. Sie eignen sich nicht für eine Langzeitbehandlung.

Antazida gelten als gut verträglich, sollen aber genau nach Packungsanweisung eingenommen werden. Wichtig ist, dass sie nicht zusammen mit anderen Medikamenten eingenommen werden dürfen, das sie Wechselwirkungen hervorrufen können. Halten Sie daher einen Abstand von etwa zwei bis drei Stunden ein.

Eine Reihe von Hausmitteln, wie z.B. Kamillentee, Buttermilch, Flohsamenpulver oder Heilerde haben eine ähnliche Wirkung. Auch sie neutralisieren oder binden überschüssige Magensäure.

Protonenpumpenhemmer (PPI)

Umgangssprachlich werden Protonenpumpenhemmer auch Säureblocker genannt. Sie gelten inzwischen als wichtigste Arzneimittelgruppe bei Refluxerkrankungen und werden oft eingesetzt, wenn Schäden an Speiseröhre, Magen und Darm bestehen. Sie sind in niedriger Dosierung rezeptfrei erhältlich. Trotzdem sollten Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt besprechen.

Protonenpumpenhemmer verdanken ihren Namen ihrer Wirkungsweise. Sie hemmen ein Enzym, die Protonenpumpe, das an der Bildung von Magensäure beteiltigt ist. Daher ist der Rückfluss in die Speiseröhre nicht mehr so ätzend. PPI helfen nicht sofort, sondern sind zur längerfristigen Therapie gedacht. Eine Einnahme wird meistens zwischen vier und acht Wochen empfohlen, damit die Verletzungen richtig heilen können. Das Medikament soll danach nicht sofort abgesetzt werden, sondern ausgeschlichen. Um richtig wirken zu können, müssen sie morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Protonenpumpenhemmer blockieren die Bildung von Magensäure am stärksten und am sichersten. Dafür sind aber auch eine Reihe von Nebenwirkungen möglich. Zu den häufigsten zählen Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Durchfall. Eine langfristige Einnahme erhöht die Gefahr für Knochenbrüche.

H2 Rezeptorenblocker

Wie PPI, sind auch Rezeptorenblocker entwickelt, um die Ausschüttung von Magensäure zu verhindern. Sie tun dies, indem sie die Bildung vom körpereigenen Botenstoff Histamin unterbinden. Ihre Funktionsweise ist ähnlich wie die von Protonenpumpenhemmern, aber ihre Wirkung ist weniger stark. Sie werden vor allen Dingen eingesetzt, wenn PPI-Medikamente nicht eingenommen werden können. Ihre Wirkung tritt etwas später ein, hält dafür aber länger an. Sie eignen sich gut vor dem Schlafen gehen, da sie Sodbrennen-Beschwerden in der Nacht verhindern.

H2 Blocker werden vom Arzt seltener verschrieben, denn PPI wirken zuverlässiger und effektiver. H2 Blocker sind aber eine mögliche Alternative, wenn die Beschwerden nicht übermäßig stark sind und/oder PPI nicht vertragen werden. H2 Blocker sind im Allgemeinen gut verträglich, Nebenwirkungen sind weniger ausgeprägt.

Obwohl einige Mittel rezeptfrei erhältlich sind, sollten Sie von einer längerfristigen Selbstbehandlung absehen. Wenn Sie häufiger als drei Mal pro Woche unter Reflux, Aufstoßen oder Sodbrennen leiden, lassen Sie die genaue Ursache von einem Arzt abklären. Er wird die passende Therapie mit Ihnen besprechen. In seltenen Fällen kann eine Operation sinnvoll sein.

Alle derzeit erhältlichen Medikamente bekämpfen lediglich die Symptome von Sodbrennen und Refluxerkrankung.

Viele Patienten berichten von einer Wiederkehr der Beschwerden nach Absetzen der Arzneimittel. Selbst für die Wirksamkeit einer Operation gibt es bisher keine Langzeitstudien. Aktuell ist keine Medizin erhältlich, die in der Lage ist, die Erkrankung zu heilen.

Für eine dauerhafte Verbesserung der Beschwerden sollte daher unbedingt eine Änderung der Ernährung und der Lebensweise angestrebt werden.

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