Bolzplatz an der Frankensteinschule muss erhalten bleiben- die angeblichen Ausweichsflächen sind nicht geeignet

Der SPD Ortsverein Eberstadt setzt sich dafür ein, dass der seit Jahren bestehende Bolzplatz auf dem Gelände der Frankensteinschule erhalten bleibt und fordert den Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf, die erforderlichen Grundlagen hierfür zu schaffen.

Am 13. Oktober trafen sich Vertreter des SPD Ortsvereins Eberstadt mit Eltern und betroffenen Kindern auf dem Gelände der Frankensteinschule, um vor Ort die Situation zu besprechen, die völlig überraschend durch die Ankündigung der Baudezernentin Brigitte Lindscheid (Grüne) wegen der Klage eines Anwohners schon während der Herbstferien Fanggitter und der Holztore auf dem Bolzplatz abzubauen, entstanden ist. Die Eltern legten gegenüber den Stadtverordneten Dagmar Metzger und Felix Staudt sowie dem Stadtrat Gerhard Busch ihre Be-fürchtungen dar, dass hier Fakten geschaffen werden, die irreparabel sind.

Seit Anfang Mai versuchen die Eltern, der Förderverein und der Schulelternbeirat eine Lösung für den seit mindestens 15 Jahren vorhandener Bolzplatz zu finden. Nachdem ein Anwohner nunmehr Klage erhoben hat und die Stadt klein beigeben will ohne dass überhaupt ein klärendes, umfassendes Gespräch mit allen Beteiligten geführt wurde haben, haben die Eltern an die Öffentlichkeit gewandt. Die Eltern und Kinder fühlen sich im Stich gelassen. Der klagende Anwohner kannte die Situation vor seinem Zuzug und wurde seinerzeit sogar von dem ehemaligen Leiter der Frankenstein Schule darauf hingewiesen, dass an seinem Haus ein Bolzplatz angrenzt. Die Vorsitzende des Schulelternbeirates, Isabel Dörpmund, hatte die Stadt gebeten, einen runden Tisch einzurichten, um alle Belange abzuwägen und nach Lösungen zu suchen. Bisher vergeblich, obwohl die Eltern angekündigt hatten für lärmschützende Maßnahmen in Form von Fangnetzen, Begrünung oder ähnlichen Maßnahmen zu sorgen.

Das Minispielfeld wird seit Jahren von Kindern gerne genutzt - auch außerhalb der Schulzeiten, weil es in der Nähe keine vergleichbare Fläche gibt. Jetzt hat die Stadt aufgrund der Klage des Anwohners, der sich durch den Kinderlärm gestört fühlt, wohl festgestellt, dass eine Baugenehmigung für einen Bolzplatz erforderlich sei. Die Eltern sind empört, wie hier mit den Interessen der Kinder umgegangen wird. Mobile Tore seien keine Lösung, weil diese nach Schulende abgeräumt werden und die Kinder dann nachmittags nicht mehr spielen können. Die Aussage der Baudezernentin Brigitte Lindscheid, man könne wie früher dann einfach Schulranzen aufstellen, empfinden die betroffenen Eltern und Kinder als zynisch und wenig sachgerecht. Diese bezweifeln, dass überhaupt eine Baugenehmigung erforderlich sei. Der Platz ist als Spielfläche ausgewiesen und ist als Kinderspielplatz und nicht als Sportstätte einzustufen. Die Fläche wird von Kindern bis maximal 14 Jahren genutzt und ist eine wichtige Freizeiteinrichtung für Eberstädter Kinder. Aber selbst wenn es einer Bau-genehmigung bedarf, fragen sich die Eltern warum dann eine solche nicht in die We-ge geleitet wird. Schließlich gibt es auch so etwas wie Gewohnheitsrecht, weil der Platz seit vielen Jahren als Bolzplatz genutzt. Jedem ist bewusst, dass auf Schulgeländen für die Sicherstellung eines ordnungsgemässen Sportunterrichts Sport- und Spielanlagen vorhanden sein müssen. „Man wisse auch nicht, ob die Stadt hier wegen der offenen Rechtsfragen ein Gutachten eingeholt hat“, sagt Dagmar Metzger (SPD) und kann nicht nachvollziehen, dass „die Stadt hier sofort einknickt, nur weil ein Einzelgänger jetzt Klage eingereicht hat“. Das Areal der Frankensteinschule war nie eingezäunt und wurde stets auch am Nachmittag von Kindern genutzt. „Wir können nicht nachvollziehen, warum die Stadt die Einzelinteressen eines Anwohners höher bewertet als die Interessen der Eltern und Kinder“, sagt Dagmar Metzger (SPD), „die Problematik wurde auch nie im Bau- und Umweltausschuss thematisiert“. Felix Staudt (SPD) wundert sich, „ dass die Zuständigen in der Verwaltung und im Magistrat trotz vieler Lippenbekundungen mit solchen Problemen nicht offener und sensibler umgehen.“

Bei dem Gespräch mit den Eltern ergab sich auch, dass die beiden neu eingezeichneten rosa Spielmöglichkeiten nicht nutzbar sind.
Der eine vorhandene Sandbolzplatz liegt im Naturschutzgebiet. Die andere Fläche liegt zwar auch auf Schulgebiet, ist aber ein mit groben Steinen versehener Acker. Zum Spielen vielleicht noch möglich. Zum Fußballspielen nicht- zumal auch diese Fläche an ein Wohngebiet grenzt.
„Wenn der neue Magistrat immer wieder betont, wie wichtig ihm Bürgerbeteiligung, Einbindung Betroffener und Kinder in einer lebendigen Gemeinschaft sind, verwundert es sehr wie hier bislang mit den betroffenen Eltern und Kinder umgegangen wird“, sagt Dagmar Metzger und auch Felix Staudt fordert den Magistrat auf, „hier keine vollendeten Tatsachen auf dem Spielplatz zu schaffen“. Die SPD vertritt den Standpunkt, dass auch die außerschulische Nutzung des Platzes durch Kinder als Spiel- und Bolzplatz nicht rücksichtslos ist: „Kinder sollen und müssen sich bewegen und sollen dabei auch nicht ständig auf die Uhr schauen müssen“, sagt Dagmar Metzger. Stadtrat Gerhard Busch sagte zu, dass er sich hier an den Oberbürgermeister Jochen Partsch wenden will, um die verfahrene Situation mit ihm zu erörtern bevor endgültige Tatsachen geschaffen werden.

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