Griesheim als Wohnort für Fach- und Führungskräfte ausgezeichnet - Stadt erhält Zertifikat von der IHK Darmstadt

Bürgermeisterin Gabriele Winter und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein bei der Übergabe des IHK-Gütezeichens „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ an die Stadt.
  • Bürgermeisterin Gabriele Winter und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein bei der Übergabe des IHK-Gütezeichens „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ an die Stadt.
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Griesheim. Gibt es auf der Homepage Ihrer Kommune eine Rubrik „Informationen für Neubürger“? Gibt es eine zentrale Anlaufstelle für alle Kinderbetreuungseinrichtungen? Gibt es in Ihrer Kommune Informationsbroschüren zu kommunalen Dienstleistungen in (mindestens) englischer Sprache? Dies sind nur drei von 30 Fragen, die sich die Stadt Griesheim von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar hat stellen lassen, um das Gütezeichen „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ zu erhalten. Beim Neujahrsempfang des Gewerbevereins Griesheims im Haus Waldeck am Sonntag, 11. Januar, überreichte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Uwe Vetterlein die Urkunde an Bürgermeisterin Gabriele Winter. Bis Anfang 2018 kann die Kommune nun mit der Auszeichnung „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ werben.

IHK unterstützt Kommunen

„Um gute Mitarbeiter werden wir in Zukunft immer stärker mit anderen Regionen wetteifern müssen“, sagte Vetterlein bei der Verleihung der Urkunde. „Dies gilt für Wirtschaftsunternehmen gleichermaßen wie für Kommunen, in denen die Fachkräfte und ihre Familien sich niederlassen und leben wollen.“ Gemeinsam mit international agierenden Unternehmen aus der Region sowie den beiden Pilotkommunen Bensheim und Groß-Gerau hat die IHK Darmstadt daher vor vier Jahren das Audit als strategisches Instrument entwickelt. „Wir möchten, dass in- und ausländische Fach- und Führungskräfte in der Region willkommen sind. Deswegen müssen sie hier aber auch das Wohnangebot finden, das ihren Bedürfnissen entspricht“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Viele Stärken

Die besonderen Stärken der Stadt liegen in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie dem Angebot für ausländische Fach- und Führungskräfte, stellte Vetterlein fest. Die Betreuungsquote der unter Dreijährigen ist in Griesheim mit 48 Prozent überdurchschnittlich hoch. Hervorzuheben ist auch, dass alle Grundschulen eine Nachmittagsbetreuung anbieten. Der Breitbandanschluss ist nicht nur für die Wirtschaft ein wichtiger Standortfaktor - auch für Familien gehört er mittlerweile zur Infrastruktur einer Wohnung oder eines Wohnbaugebietes dazu. „Insofern begrüßen wir den nun beginnenden Ausbau des Glasfasernetzes im Landkreis Darmstadt-Dieburg und damit auch hier in Griesheim sehr“, so der IHK-Hauptgeschäftsführer weiter.

Griesheim ist in den letzten Jahren sehr dynamisch gewachsen. Sicherlich liegt das auch an der Nähe zu Darmstadt, zu den Autobahnen und dem Flughafen. „Aber die Stadt ruht sich darauf nicht aus, vielmehr erleben wir eine lebendige, durch viele Vereine geprägte, offene Gesellschaft, in die sich auch Neubürger sehr leicht integrieren können. Dies wurde uns auch durch diese Auditierung deutlich“, sagte Vetterlein.

Bestätigung für die Familienfreundlichkeit

Bürgermeisterin Gabriele Winter freute sich über die IHK-Auszeichnung und sieht darin eine Bestätigung für die Familienfreundlichkeit und die Integrationskraft Griesheims. „Mir ist es sehr wichtig, dass sich alle Menschen hier wohl fühlen und wir vielfältige Angebote vorhalten können. Weltoffenheit, gegenseitige Wertschätzung und ein freundliches Miteinander sind wichtige weitere Bausteine, die Griesheim so lebens- und liebenswert machen.“

Hintergrund: Gütezeichen „Ausgezeichneter Wohnort“

Das Audit „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte ist eine Initiative des IHK-Forums Rhein-Main. Alle Kommunen in der Region Frankfurt Rhein Main können sich bei ihrer Industrie- und Handelskammern für die Auszeichnung bewerben. Bisher haben 19 Kommunen das Audit erfolgreich durchlaufen.

Insgesamt 30 Kriterien in sechs so genannten Handlungsfeldern werden bei der Zertifizierung abgefragt. Sie lauten „Strategische Zielsetzung“, „Zuzug leicht gemacht“, „Beruf und Familie“, „Ausländische Fach- und Führungskräfte“, „Kultur und Freizeit“, „Harte Standortfaktoren“. Für jedes Kriterium, das eine Kommune erfüllt, werden – je nach Gewichtung des Kriteriums – ein bis drei Punkte vergeben. Maximal kann eine Kommune 101 Punkte erreichen. Um das Zertifikat zu erlangen, muss sie mindestens 71 Punkte bekommen. Außerdem gibt es Sonderpunkte für außergewöhnliche Angebote oder Dienstleistungen, die die Attraktivität des Wohnorts für Fach- und Führungskräfte steigern. Diese werden zur Gesamtpunktzahl addiert, und können das Gesamtergebnis nur verbessern. Darüber hinaus können für jedes der sechs Handlungsfelder Entwicklungsziele vereinbart werden, die bis zur nächsten Zertifizierung erfüllt werden müssen.

Bislang ausgezeichnete Kommunen in der Region:
Bad König, Odenwaldkreis
Bad Homburg, Hochtaunuskreis
Bad Soden am Taunus, Main-Taunus-Kreis
Bensheim, Kreis Bergstraße (Pilotkommune)
Friedrichsdorf, Hochtaunuskreis
Groß-Gerau, Kreis Groß-Gerau (Pilotkommune)
Hofheim am Taunus, Main-Taunus-Kreis
Hünstetten, Rheingau-Taunus Kreis
Idstein, Rheingau-Taunus-Kreis
Kronberg im Taunus
Langen, Kreis Offenbach
Oberursel, Hochtaunuskreis
Reichelsheim, Odenwaldkreis
Steinbach (Taunus), Hochtaunuskreis
Taunusstein, Rheingau-Taunus-Kreis
Usingen, Hochtaunuskreis
Weiterstadt, Kreis Darmstadt-Dieburg
Wölfersheim, Wetteraukreis
(IHK Darmstadt)

Autor:

Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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