Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Darmstadt-Dieburg e.V.

Die Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg e.V. fand in diesem Jahr in Roßdorf statt. Dazu hatte der Verband seine Mitglieder am 7. März 2013 in die Rehberghalle eigeladen.

Verbandsvorsitzender und Kreisbrandinspektor Ralph Stühling begrüßte die zahlreichen Mitglieder aus den Kreisfeuerwehren, den Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie anwesende Ehrengäste, Bürgermeister und Vertreter aus Politik. Einen besonderen Gruß ging an die Ehrenmitglieder des Kreisfeuerwehrverbandes Erich Michel und Alfred Jakoubek.

In seinem Jahresbericht blickte der 1. Vorsitzende auf ein „erfolgreiches Jahr 2012“ zurück: „Wir können uns aber nicht auf den Erfolgen der Vergangenheit ausruhen, sondern müssen auch weiterhin die Zukunft der Feuerwehren im Landkreis Darmstadt-Dieburg aktiv gestalten“ so Stühling zu Beginn seines Berichtes.

In seinem Bericht verwies Stühling darauf, dass erstmals in den letzten Jahren ein sehr leichter Rückgang der Personalstärke und ein Anstieg des Altersdurchschnitt der Einsatzkräfte zu vermelden ist. Stühling macht die veränderten Arbeits- und Lebensumstände für die Verminderung der Einsatzstärke bei bestimmten Einsatzzeiten und Tätigkeiten verantwortlich. „Nicht nur das Großschadensereignis, ob Reifenlagerbrand oder Hochwasser stehen im Vordergrund, sondern die vielen kleinen Einsätze der alltäglichen Gefahrenabwehr. Vom Mülltonnenbrand, über die Ölspur, bis hin zur Türöffnung gilt es abzuarbeiten.“

Die aktuelle politische Lage beschreibt Stühling so: „Die Feuerwehren mussten leider feststellen das kurzfristige, politische Gedanken weiterhin in den Raum gestellt werden, ohne fundierte Kenntnisse über die Feuerwehren zu haben oder das gemeinsame Gespräch zu führen.“ Sehr positiv bewertet er hingegen den Kontakt zwischen Feuerwehr und der Politik im Kreisgebiet. Im gemeinsamen Meinungsaustausch mit Bundes- und Landtagsabgeordnete, Kreispolitik und Bürgermeistern sieht Stühling eine zuverlässige Entwicklung des Brandschutzes im Landkreise Darmstadt-Dieburg: „Allerdings müssen auch wir Feuerwehren, über so manches Selbstverständliche oder auch Eigensinn nachdenken. Denn nur gemeinsam in einem abgestimmten System, können die vor uns liegenden Aufgaben bewältigt werden.“

Mit großer Sorge beobachtet Stühling die Entwicklung im Katastrophenschutz. Da durch den Bund immer weniger Mittel für den Bevölkerungsschutz zur Verfügung gestellt werden, hat das direkte Auswirkungen auf die Katastrophenschutzeinheiten: „Es muss weiterhin darauf geachtet werden, dass der Bund sich nicht weiter zu Lasten der Kommunen, in diesem Fall dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und dem Land Hessen, aus dem Bevölkerungsschutz zurückzieht.“ Das Land Hessen ist dabei das einzige Bundesland, das die Lücken des Bundes schließt und das Katastrophenschutzkonzept weiterhin erfolgreich fortschreibt. Was den Bund angeht, weißt Stühling darauf hin, dass dieser neuerdings sämtliche Betriebs- und Ausbildungskosten an der Anzahl der Katastrophenschutzfahrzeuge fest macht. Somit ist der Zuschuss des Bundes für alle Arten von Katastrophenschutztätigkeiten im Landkreis, wesentlich gesunken. Ersatzbeschaffungen in diesem Bereich stehen aus und werden immer weiter hinaus gezögert. Die im Landkreis Darmstadt-Dieburg eingesetzten Fahrzeuge des Bundes, für den Katastrophenschutz, sind mindestens 22 Jahre alt, oder noch älter.

Für den BOS-Funk hat ein neues Zeitalter begonnen. „Die Einführung des Digitalfunks stellt eine besondere Herausforderung dar“ so Stühling. „Die Auslieferung der Endgeräte läuft auf vollen Touren. Das Funknetz steht und ist in Betrieb. Lediglich die vollständige Anbindung und Ausstattung der Leitstelle Darmstadt-Dieburg steht noch aus. Die neue Technik ist mit keinem anderen System vergleichbar. Eine Testphase ist dafür da, Schwachstellen zu ermitteln und zu beseitigen. Hierbei können wir im Landkreis Darmstadt-Dieburg auf sehr engagierte Mitarbeiter und Feuerwehrkameraden zurückgreifen. Was hier bereits geleistet wurde, bedarf besonderer Anerkennung. Sind wir doch weitestgehend schon fortgeschritten bei der Umstellung“. Stühling ruft dazu auf, die Herausforderung anzunehmen und das Projekt „Digitalfunk“ zielgerecht weiter voran zu treiben.

In seinen weiteren Ausführungen berichtete Stühling zu verschiedenen Themen:

Interkommunale Zusammenarbeit z.B. steht auf der Agenda ganz oben. Vorschläge sind da, aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Das Kirchturmdenken ist vielerorts direkt oder indirekt noch sehr stark vorhanden. „Um Standards halten zu können oder auch zukünftig weiter zu entwickeln, ist sicherlich eine kluge Zusammenarbeit sinnvoll, ja notwendig“ postuliert Stühling. Außerordentlich begrüßt wird in dem Zusammenhang die geplante Neukonzeption des überörtlichen Brandschutzes in unserem Landkreis. „Die Aufgabenstellungen haben sich in den letzten Jahrzehnten erheblich verändert. Eine Neuausrichtung und insbesondere die Förderung der personellen Stärke, sind notwendig“.

Für die Ausbildung der Einsatzkräfte in Lehrgängen auf Kreisebene werden in den kommenden Jahren weitere Kreisausbilder benötigt. Ohne deren Unterstützung ist es nicht möglich, weiterhin ein so umfangreiches Ausbildungsangebot durchzuführen. „Um zahlreiche Meldungen von Interessierten bei den zuständigen Kreisbrandmeistern wird gebeten“ so Stühling.

Die Aktivitäten der Kreisjugendfeuerwehr, des Feuerwehrmusikwesens und der Ehren- und Altersabteilungen sowie die verschiedenen Großveranstaltungen wie Kreisfeuerwehrtag, Feldgottesdienst und Kreiskameradschaftsball finden lobende Worte in Stühlings Berichterstattung.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Kreisfeuerwehrverband Darmstadt-Dieburg auf das Erreichte stolz sein kann und gestärkt an die Aufgaben der Zukunft herangehen wird. Stühling bedanke sich im Namen des Vorstandes des Kreisfeuerwehrverbandes Darmstadt-Dieburg bei allen Aktiven.

• 2.667 Feuerwehrangehörige
• 1.137 Angehörige der Jugendfeuerwehren
• 327 Mitglieder Kinderfeuerwehr
• 865 Angehörige in der Ehren- und Altersabteilung und
• 249 Feuerwehrmusiker

haben dazu beigetragen, dass der Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Darmstadt-Dieburg einen guten Ruf hat und seine Aufgaben nach innen und außen zur Zufriedenheit aller erfüllen kann.

Kreisbrandmeister Michael Eschborn aus dem Rheingau-Taunus-Kreis bescherte mit seinem Fachvortrag zum Gefahrstoffeinsatz in Oestrich-Winkel im August 2012 einige eindrucksvolle Einblicke in das Einsatzgeschehen dieses fast 4 Wochen andauernden Einsatzes.

Landrat Klaus Peter Schellhaas überbrachte in seinen Grußworten den Dank der Kreisgremien, des Kreistages und Kreisparlamentes. Schellhaas zeigte sich „außerordentlich Stolz und Dankbar für das was in den letzten Jahren von den Wehren im Kreis geleistet wird“. Weitere Grußworte überbrachten Roßdorfs Bürgermeisterin Christel Sprößler, MdL Karin Wolff, Landtagskandidat Herbert Dobner, Pfarrer Winfried Steinhaus und Landrat a.D. Alfred Jakoubek. „Ausbildung ist die Voraussetzung dass ich effizient und wirkungsvoll helfen kann“ so Jakoubek. Als Unterstützungsleistung bei der Ausbildung übergaben Alfred Jakoubek und Martin Eiffert im Auftrag der Sparkassenversicherung - SV Kommunale GmbH eine Spende und zwei mobile Rauchverschlüsse.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurden nach dem Kassenbericht, Bericht der Kassenprüfer und Entlastung des Vorstandes, Kai Speckhardt und Mareike Sack zu Kassenprüfer für das aktuelle Geschäftsjahr gewählt. Zu dem Tagesordnungspunkt Feuerwehr-Stiftung Wilfried Köbler legte Ralph Stühling Bericht über das abgelaufene Jahr ab. Dem Haushaltsplan 2013 stimmte die Versammlung zu. Für den Kreisfeuerwehrtag, das Kreismusiktreffen, den Kreiskameradschaftsball und den Ball der Ehren- und Altersabteilung 2015 lagen keine Bewerbungen vor.

Kreisbrandmeister Frank Schumann (Groß-Bieberau) scheidet aus dem Amt aus. Landrat Klaus Peter Schellhaas bedankte sich bei Frank Schumann für die geleistete Arbeit. Für eine weitere Amtszeit als Kreisbrandmeister wurden Christian Wolf (Otzberg), Sven Steiger (Groß-Umstadt), Matthias Maurer-Hardt (Roßdorf) und Uwe Reimund (Ober-Ramstadt) ernannt.

Landrat Klaus Peter Schellhaas wurde in Würdigung hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Feuerwehrwesens mit der Deutschen Feuerwehr Ehrenmedaille ausgezeichnet.

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