Mitten in Deutschland - mitten in Südhessen

Am Dienstag hat uns ein sehr aufgebrachter Leserbrief von Dorothea Grabmann erreicht, den wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Gerne sind Sie auch aufgefordert, Ihre Meinung zu diesem Thema kund zu tun!

"Was haben eine Studentin, ein Schüler und eine kranke Frau gemeinsam? Keine bewohnbare Wohnung. Zur Information: Vater schon lange weg. Mutter erkrankt, arbeitsunfähig. Hartz IV reicht den Kindern mit Sparsamkeit eine gute Schulausbildung zu geben. Die Familie hat eine Eigentumswohnung. Hier spart das Amt Geld (für Miete). Im Haus sind drei Eigentumswohnungen. Im Dachgeschoß wohnt ein weiterer Eigentümer. Es beginnt sich ein Schaden am Dach bemerkbar zu machen. Da „Eigentum verpflichtet“ muss jeder Eigentümer seinen Anteil bei der Schadenbehebung leisten. Nur wie soll die Familien mit „Amts-Bezug“ das nötige Geld auf einen Schlag aufbringen? Bei der Bank gibt’s für Hartz-Leute nichts. Nur großen Firmen wird groß geholfen… Also stellt die Mutter einen Antrag auf finanzielle Hilfe beim zuständigen Job-Center. Das Geld soll dann in natürlich kleinen Raten zurückgezahlt werden.
2010. Das Amt prüft. Es prüft weiter. Der Schaden am Dach geht auch weiter… Das Amt prüft.
2011. Der Schaden wird größer. Schließlich wird der Familie das Geld bewilligt. Es wird angewiesen. Aber halt! Die Gesetzeslage hat sich geändert. Der Schaden am Dach auch. Er wird größer. Es gibt kein Geld. Antrag vor Gesetzesänderung und nun nach neuem Recht gearbeitet? Wie geht das? Die Sache zieht sich. Der Schaden auch.
2012. Die Wohnung wird feuchter. Schimmelig. Unbewohnbar, eigentlich. Ob Sachbearbeiter so etwas nicht mit bedenken können? Ach so, das Zuständigkeitsdenken hört irgendwo auf. Und der Schaden auch? Wer wird für die vermeidbare Schadensverschimmerung haften? Das weitsichtige Amt? Nun ist das Ganze gerichtlich abhängig.
2013. Und es ist Winter. Es wird geprüft. Vertagung der Sache, da sie sehr komplex ist. Es muss erneut geprüft werden. Inzwischen bestimmen Wassereimer in der Küche, sowie herabgekommener Küchendecke, das gemütliche Wohnen, ebenso eine vergebliche gegen Kälte ankämpfende Heizung. Die Heizkosten? Schwindel erregende Höhe.
Was alles hätte der Familie bei rechtzeitiger, richtiger Antragsbearbeitung und finanzieller Zusage erspart bleiben können!! Was an Gesundheitsbeeinträchtigung. Was an finanziellen, künftigen Einbußen, Schulden, Zukunftsangst, sozialen Einschränkungen usw. Hätte die Familie nicht. Es ginge ihr besser. Wäre es eine Mietwohnung – der „arme“ Hausbesitzer. Außerdem hätte da das Amt gehandelt – auf welche Art auch immer. Und der Hausverwalter, der sein Hausverwaltergeld monatlich bekommt – was tut er? Nichts. Er will die Familie hinausklagen. Denn erst will er Geld, bevor er handelt. Das Amt will erst nach Sanierung, sagt es derzeit als Zugeständnis, Darlehen zahlen. Zuständig also: keiner! Hilfe? Nicht in Sicht.
Der Schaden nimmt derweil zu, die Kälte, der Schnee auch (wehe es taut), die Gesundheitsbeeinträchtigung, ebenso wie das finanzielle Desaster.
Dabei dürfen das alles im Gründe genommen nicht sein, denn: alle Menschen haben gleiche Würde und Rechte (Artikel 1 der allgemein Erklärung der Menschenrechte von 1948, von Deutschland unterzeichnet), jeder hat das Recht auf Unverletzlichkeit, jeder hat ein Recht auf Unterkunft. Der Deutsche Staat ist seinen deutschen Bürgern gleichermaßen verpflichtet. Der deutsche Staat ist verpflichten Flüchtlinge und Asylanten menschenwürdige Unterkünfte bereitzustellen. Derzeit lesen wir, wie gefreut wird an zunehmen guten, neu erstelltem Wohnraum für die Erwarteten aus der Fremde. Vergessen wir darüber die unsrigen? Prüfen!"

Und wenn Sie vielleicht Handwerker sind und dieser armen Familie helfen wollen - melden Sie sich gerne!

Autor:

Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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