Mobile Fluglärm-Messstelle für die Kreisstadt

Die Darstellung der Flugrouten, die der Öffentlichkeit im Internet zur Verfügung gestellt werden, sind nicht mit den von der Bevölkerung wahrgenommenen Flugbewegungen in Einklang zu bringen. Diese Ansicht teilten Sprecher der Bürgerinitiative gegen Fluglärm (BI), Bürgermeister Stefan Sauer und Bauamtsleiter Matthias Scheskat, die sich jetzt zu einem Gedankenaustausch trafen. Ziel der Gesprächspartner war es, die bisherigen Aktivitäten beiderseits darzulegen, weitere Aktionen abzustimmen und möglichst kooperativ auf den Weg zu bringen. Angesichts der seit 2012 bevorzugten Südumfliegung, die künftig von nahezu 96 Prozent aller in Frankfurt startenden Flugzeugen genutzt wird, gehört Groß-Gerau - wie zahlreiche Nachbarkommunen - zu den klaren Verlierern.

Positiv beurteilte die BI, die von ihrem Sprecher Kostas Papoutsakis sowie Jochen Nagel und Elke Hoeft vertreten wurde, das Vorhaben der Stadt, eine mobile Messstelle einzurichten. Damit sei das Empfinden der Bürger, die eine zunehmende Belastung durch Fluglärm beklagen, mit Fakten zu untermauern. Für August habe die gemeinnützige Umwelthaus GmbH mit Sitz in Kelsterbach ihm eine Messstation zugesagt, informierte Bürgermeister Stefan Sauer. Als beste Position für die mobile Messanlage erachteten BI und Stadt übereinstimmend eine öffentliche Einrichtung im Norden der Kreisstadt. Als Standort angedacht wurde die Kindertagesstätte Atzelberg. Die Voraussetzungen werden aktuell geprüft.

Darüber hinaus beschlossen BI und Stadtverwaltung, bei der Fraport AG ein Versetzen der firmeneigenen Lärmmessstation „Groß-Gerau-Nord“, die aktuell auf einem Aussiedlerhof nördlich des Nordrings installiert ist, zu beantragen. Diese Messstelle sei dauerhaft an einen Standort zu verlegen, der näher an den empfundenen Flugbahnen liege, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.

Gemeinschaftlich soll zudem ein Plakat entwickelt werden, das auf die Belastung der Kreisstadt durch veränderte Flugrouten hinweist. Die Darstellungsform gilt es noch zu diskutieren. Inhaltlich sind sich BI und Stadt jedoch einig: Der Widerwillen gegen die Südumfliegung soll ebenso erkennbar sein wie der Ruhebedarf der Bevölkerung.
Für den Spätherbst, wenn erste Zahlen der mobilen Messstationen vorliegen, planen BI und Stadtverwaltung einen gemeinsamen Bürger-Informationsabend.

Nachdrücklich verdeutlichten die Gesprächspartner, dass es nicht in ihrem Interesse liege, den Lärm der Flugzeuge auf Nachbarkommunen zu verlagern. Alternative Flugrouten aufzuzeigen sei nicht Aufgabe von Stadt oder BI. Wichtig sei es jedoch, die erhobenen Messdaten in die Fluglärmkommission einzubringen, die sich aktuell neu ordnet.

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