Pressemitteilung der Kreisschiedsrichtervereinigung Darmstadt

Das Maß ist voll
Es ist keine zwei Wochen her als sich die Darmstädter Vereine auf Einladung des Kreisfußballwartes Michael Sobota trafen, um über den Umgang mit den angesetzten Schiedsrichtern zu diskutieren. Michael Sobota redete den anwesenden Vereinsvertretern mit einer Brandrede ins Gewissen, dass die wiederholten Vorfälle aus dem September nicht zu akzeptieren seien. In den ersten Wochen der Saison war nicht nur eine dramatische Zunahme von Beschimpfungen und Beleidigungen von Schiedsrichtern durch Spieler, Vereinsoffizielle aber auch Zuschauer zu verzeichnen, Schiedsrichter wurden sogar tätlich angegriffen, gestoßen, getreten und geschlagen. Einen Spielabbruch war gar in der D-Jugend zu verzeichnen, als ständig Zuschauer auf den Platz liefen, um Spielsituationen in ihrem Sinne zu regeln. Richard Feick, der Vorsitzende des Kreissportgerichtes, sprach angesichts der Flut von fast täglich eingehenden Sonderberichten der Schiedsrichter, zu einem großen Teil aus der D-Liga, davon, dass der Eindruck entstanden sei, die Jagd auf die Schiedsrichter sei eröffnet. Ein Vereinsvertreter fasste damals die Diskussion in der Bemerkung zusammen, dass es keinerlei Rechtfertigung für einen Angriff auf einen Schiedsrichter gebe.
Keine zwei Wochen später müssen die Schiedsrichter nun erneut einen schweren Angriff auf einen der ihren verzeichnen: Beim Spiel der D-Liga zwischen der TG 75 Darmstadt und des TuS Griesheim wurde der Schiedsrichter beim Stand von 0:5 von Spielern der TG 75 über das Feld gejagt, getreten, in den Schwitzkasten genommen und gewürgt.
Das hat den Kreisschiedsrichterausschuss veranlasst, ein deutliches Zeichen zu setzen. "Auch wenn sich natürlich nicht alle Vereine an der Hetzjagd gegen die Schiedsrichter beteiligen, werden wir am kommenden Wochenende für die Spiele der D-Liga keine Schiedsrichter abstellen", sagt Kreisschiedsrichterobmann Sebastian Schaab. "Wir haben eine Fürsorgepflicht für unsere Schiedsrichter und können es nicht sehenden Auges zulassen, dass sie ihre Gesundheit auf's Spiel setzen, um anderen die Ausübung ihres Hobbies zu ermöglichen. Wir hoffen, dass das allen Beteiligten endgültig den Ernst der Lage vor Augen führt." Michael Imhof als Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Darmstädter Schiedsrichter ergänzt: "Möglicherweise haben einzelne Vereine diesen Ernst der Lage in der Tat noch immer nicht im ausreichenden Maße erkannt. Es gibt seitens des Hessischen Fußballverbandes über dessen Fair-Play-Forum ausreichend Möglichkeiten, sich dem Thema verbale oder auch körperliche Gewaltbereitschaft in den eigenen Reihen zu stellen. Dieses Angebot hat bislang noch kein Verein angenommen."
Ob die Schiedsrichter über das kommende Wochenende hinaus weitere Maßnahmen ergreifen werden, lässt Schaab zum gegenwärtigen Zeitpunkt offen: "Wir werden die Situation mit den Verantwortlichen innerhalb des Kreisfußballausschusses in aller Ruhe besprechen und dann entscheiden, wie wir weiter vorgehen. Der Schutz unserer Schiedsrichter steht an erster Stelle."

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