Prozess um Vergewaltigungs-Falschaussage geht weiter

Fünf Jahre hatte ein Biologielehrer aus Reichelsheim im Odenwald hinter Gittern verbracht, weil er angeblich eine Kollegin vergewaltigt hatte. Nun muss sich die Frau, die ihn beschuldigte selbst vor dem Landgericht Darmstadt verantworten. Der 48-Jährigen wird Freiheitsberaubung vorgeworfen, der Verdacht auf falsche Verdächtigung gilt als verjährt.

Das Landgericht Kassel hatte den Mann in einem Wiederaufnahmeverfahren im Sommer 2012 wegen erwiesener Unschuld freigesprochen. Im Jahr 2002 war er vom Landgericht Darmstadt zu fünf Jahren Haft verurteilt worden und hatte die Strafe abgesessen.

Die Frau hatte den Mann vor über zehn Jahren zu Unrecht beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Bei seinem Freispruch in Kassel fasste er die Ereignisse seit der angeblichen Tat im Jahr 2011 in einem einzigen Satz zusammen. „Die letzten zehn Jahre waren die Hölle.“

Besonders schlimm: Der 53-jährige war Ende Juni 2012 an einem Herzinfarkt gestorben. Genau an dem Tag, an dem die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen die Kollegin abgeschlossen hatte.

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