Spatenstich zum Zentralen Neubau erster Bauabschnitt

Oberbürgermeister Jochen Partsch und Klinikdezernent Schellenberg: „Sinnvolle und wichtige Investition in die Gesundheitsversorgung der Region“

Darmstadt. „Jetzt geht es endlich los mit dem Krankenhausbau“, freuten sich am heutigen Dienstag (10.) die Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH, Oberbürgermeister Jochen Partsch und Klinikdezernent André Schellenberg beim Spatenstich zum Zentralen Neubau.
Vor zahlreichen Gästen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern griffen Jochen Partsch, André Schellenberg, Clemens Maurer, Prof. Dr. Steffen Gramminger und Architekt Dipl.-Ing. Ralf Landsberg, Bau-Abteilungsleiter Franz Kraft und Projektleiter Stefan Loesch zum Spaten, um tatkräftig und symbolträchtig den Neubau einzuleiten.

„Darmstadt ist eine der wenigen wachsenden Städte in Deutschland: jedes Jahr steigen unsere Einwohnerzahlen. Alle diese Menschen brauchen gute und ausreichende Bildungseinrichtungen, Wohnungen, Arbeitsplätze, Mobilitätsangebote – aber natürlich auch Gesundheitseinrichtungen. Ich bin sehr froh, dass wir in der Wissenschaftsstadt mit dem Klinikum Darmstadt ein kommunales Krankenhaus haben, das als Maximalversorger den Menschen in Darmstadt und der Region zur Seite steht. Das Klinikum Darmstadt ist ebenso wie der Energieversorger Entega bestes Beispiel für gelingende kommunale Vorsorge, an der wir für unsere Bürgerinnen und Bürger festhalten wollen“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch beim Spatenstich. „Im Jahr 2020 wird Darmstadt in vielen Ecken erheblich anders aussehen: Dann steht nicht nur der Zentrale Neubau des Klinikums mitten in der Innenstadt. Auch das neue Stadion am Böllenfalltor oder auch das neue Nordbad werden dann wie weitere Großbauvorhaben – wie der Firma Merck – fertig sein oder kurz vor Fertigstellung stehen. Auf den Konversionsflächen werden Menschen leben – nicht zu vergessen die enorme Bautätigkeit der TU Darmstadt. All dies sind Zeichen einer äußerst prosperierenden Stadt und Vorhaben, die wir von Seiten der Stadt gerne unterstützen.“

Für alle sichtbar wird bis Ende 2017 entlang der Bleichstraße im Baufeld zwischen der Neuen Medizinischen Klinik im Westen und dem Verwaltungsgebäude / Facharztzentrum im Osten der erste Bauabschnitt des Zentralen Neubaus entstehen. „Der Zentrale Neubau für das Klinikum Darmstadt ist eine der Großbaustellen in der Wissenschaftsstadt. Der Konzern investiert dort in seine Zukunft nach derzeitigem Planungsstand 158 Millionen Euro. Als Klinikdezernent und Stadtkämmerer kann ich in meiner Doppelfunktion nur betonen, wie sinnvoll und wichtig für die Gesundheitsversorgung der Menschen in Darmstadt und der Region Südhessen diese Investition ist“, sagte Schellenberg beim Festakt. „Das Klinikum Darmstadt behandelt heute schon als Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt/Main und Heidelberg-Mannheim im Jahr mehr als 36.000 Patientinnen und Patienten stationär und 100.000 ambulant nach neuestem medizinischen Wissen und stellt damit die Gesundheitsversorgung sicher. Der Neubau wird sicht- und fühlbare Verbesserungen für das Personal und die Patientinnen und Patienten und für die Abläufe im Krankenhaus sorgen.“

Der erste Bauabschnitt hat ein Bauvolumen von ca. 50.000 m³ Brutto-Rauminhalt und beherbergt ca. 12.000 m² neue Klinikfläche, davon ca. 9.000 m² überirdisch und ca. 3.000 m² in den beiden Untergeschossen.

Im Untergeschoss entsteht mit zwei neuen Linearbeschleunigern ein neuer Bereich der Strahlentherapie. Eine große zwei-geschossige Technikzentrale versorgt diesen ersten Gebäudeabschnitt autark.
Im Erdgeschoss entstehen die neuen Ambulanzbereiche der Hals-Nasen-Ohrenklinik und der Hautklinik. Im 1. Obergeschoss wird eine neue Station für die Klinik für Neonatologie mit einer Intensivstation für Frühgeborene errichtet. In den drei weiteren Etagen entstehen Bettenstationen und übergangsweise ein Platz für die Stroke Unit der Klinik für Neurologie im 4. Obergeschoss, der bis zur finalen Fertigstellung des gesamten Zentralen Neubaus von ihr genutzt wird, weil die Neurologische Klinik aus den Bestands-Altbauten der Alten Medizinischen Klinik aufgrund der anstehenden Abrissmaßnahmen ausziehen müssen.

„Wir werden im Zentralen Neubau insgesamt in den beiden Gebäuden bis zum Jahr 2019 532 Betten in 300 Zimmern schaffen, die allen heutigen modernen Komfortstandards und unseren hohen hygienischen Anforderungen entsprechen“, führte der medizinische Geschäftsführer Prof. Dr. Steffen Gramminger aus. Seit Sommer 2010 stehen im Neubau der Medizinischen Kliniken (Gebäude 6) 280 Betten in modernen Ein- und Zweibettzimmern zur Verfügung. „Besonders froh sind wir darüber, dass die Layoutentwicklung für den Zentralen Neubau von innen heraus mit den Nutzern in über 135 Workshops entwickelt worden sind - unter den Aspekten medizinische Abläufe, Flächeneffizienz, Wirtschaftlichkeit, Patientenfreundlichkeit und Funktionalität. Das heißt: nicht die Architektur gab den Rahmen vor, sondern die Nutzung stand im Vordergrund und danach hat das Ganze erst seine Gestalt bekommen“.

Der inoffizielle Startschuss zum 1. Bauabschnitt des Zentralen Neubaus ist in den vergangenen Tagen gefallen: umfangreiche vorbereitende Maßnahmen wurden termingerecht abgeschlossen. Die Baustelleneinrichtung des Rohbauunternehmens für den ersten Bauabschnitt ist in vollem Gange.

Voraussetzung für den Baubeginn waren zunächst unterirdische Vorbereitungen. So konnte fristgerecht von Oktober 2014 bis November 2015 eine neue unterirdische Medienversorgungs-Trasse errichtet werden, die die Bestandsgebäude mit der Energiezentrale verbindet, um das Klinikum in allen Stationen und Abteilungen mit den notwendigen technischen Medien (Kälte, Heizung, Trinkwasser, medizinische Gase, Elektroversorgung) zu versorgen. Die bestehenden Medienversorgungstunnel mussten im Zuge der Baufeld-freimachung umgelegt bzw. rückgebaut werden.

Während der Rohbau mit den bis zu 11 m tiefen Bauwerken von außen wahrgenommen wurde, erfolgten die technischen Installationen und die Anschlussarbeiten der Haustechnik weitestgehend im Verborgenen, ohne dass der laufende Betrieb davon etwas mitbekommen hat. „Das verdeutlicht die gute und professionelle Zusammenarbeit der Projektbeteiligten, der Fachplaner und der Abteilungen Bau und Betriebstechnik“, betonte Geschäftsführer Clemens Maurer und ergänzte: „Die Maßnahme konnte im geplanten Zeitfenster und innerhalb des geplanten Kostenrahmens abgeschlossen werden. Die Baukosten für die vorlaufende Medienversorgung belaufen sich auf 11 Millionen Euro. Im Zuge des Projekts wurden bisher schon 330 Tonnen Stahl verbaut; 17.000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt.“

Für das erste Teilprojekt „Medienversorgung“ wurden 1000 m Bohrungen mit einem Großbohrgerät für die Einbringung der Verbauträger vorgenommen. Zusätzlich mussten rund 220 m Betongroßpfähle (Durchmesser 63 cm) aus statischen Gründen eingebracht werden. Der Aushub erfolgte teilweise bis zu knapp 9 m unter Geländeoberkante.

Zum Hintergrund der Baumaßnahme

Durch die innerstädtische Lage und den Gebäudebestand ist das Klinikgelände beengt, was dazu führt, dass der Baukörper für den Zentralen Neubau integral zwischen den Bestandsgebäuden eingepasst werden muss. Um die notwendige Freifläche zur Errichtung des Zentralen Neubaus realisieren zu können, wurden bis dato bereits mehrere Bestandsgebäude auf dem Gelände des Klinikums Darmstadt vollständig abgebrochen.

Am 22. August 2014 hat das Klinikum Darmstadt den Bauantrag für den Zentralen Neubau auf dem Klinikgelände an der Grafenstraße bei der Bauaufsicht der Wissenschaftsstadt Darmstadt eingereicht: 106 vollgefüllte DIN A4-Ordner mit 500 Unterschriften wurden in die Bessunger Straße überführt.

Zunächst wurde in 2014 die Teilfläche an der Bleichstraße – zwischen Fachärztezentrum und der Neuen Medizinischen Kliniken (Gebäude 6) – leergeräumt. Dafür musste die Betriebstechnik weichen, die jetzt zum Großteil im Gebäude 90 an der Ecke Bleich- und Kasinostraße untergebracht ist.

Dies schuf Platz für das Teilprojekt „Medienversorgung“. Die neue Tunnelanlage verläuft von der an der Bleichstraße befindlichen Energiezentrale bis zum Gebäude 6 – Neue Medizinische Kliniken und von dort parallel entlang des Gebäudes bis zum Gebäude 7 – Klinik für Neurologie und Neurogeriatrie, hin zur Frauenklinik und bis zum Gebäude 5 - Peter-Grund-Bau.

Im Zentralen Neubau werden folgende Stationen und Abteilungen verortet sein: Haupteingang, Anmeldung, Zentrale Notaufnahme und Ärztliche Bereitschaftsdienst Zentrale, Unfallchirurgie, Augen, Anästhesie, Haut, HNO, Gynäkologie, Geburtshilfe, Neonatologie/Darmstädter Kinderklinik Prinzessin Margaret, Gefäßklinik, Stroke Unit/Neuro-Intensiv, Neurologie, Pathologie/Prosektur, Strahlentherapie sowie Serviceflächen, Gebäudetechnik, Komfort-Station und Cafeteria.

„Für den Zentralen Neubau veranschlagt die Klinikum Darmstadt GmbH nach derzeitigem Planungsstand 158 Millionen Euro. In den Kosten sind auch 12,5 Millionen Euro Aufwendungen für neue Medizintechnik und Geräte enthalten. Diese Summe finanziert das Klinikum Darmstadt zu einem Teil über Landesfördermittel in Höhe von 65 Millionen Euro, wofür der Hessische Sozialminister im Dezember 2013 den entsprechenden Fördermittelbescheid übergeben hat. Den verbleibenden Finanzierungsbedarf – auch den in den kommenden Jahren notwendige Millionenbedarf für die Maßnahmen im Bestand – stemmt das Klinikum Darmstadt selbst aus eigener Kraft“, so die Geschäftsführer Maurer und Gramminger.

Wir freuen uns über eine Berichterstattung. Falls Sie Fotos oder eine Visualisierungen des Zentralen Neubaus oder des Gebäudebauumfeldes haben möchten, dann wenden Sie sich gerne an uns. (Vro)

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