Wildkatzen im Messeler Hügelland?

Darmstadt-Dieburg – Ob die Wildkatze, die in benachbarten Regionen bereits gesehen wurde, sich mittlerweile auch wieder im Landkreis Darmstadt-Dieburg aufhält, soll nun mit einem Projekt untersucht werden. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg, das Forstamt Dieburg und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) informieren am 28. November um 18 Uhr in der Waldschule Groß-Zimmern (Laubweg, 64846 Groß-Zimmern) über das Projekt, bei dem auch die Mithilfe von Menschen gefragt ist, die sich für den Artenschutz engagieren möchten.

„Es gibt Hinweise darauf, dass sich Wildkatzen in unserem Landkreis aufhalten, ein handfester Nachweis fehlt aber noch“, berichtet Karsten Heinrich von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Das Projekt mit BUND und Forstamt Dieburg sei eine große Chance, Gewissheit in dieser Frage zu erlangen.

In den kommenden Wintermonaten soll im Messeler Hügelland nach der scheuen Waldbewohnerin Ausschau gehalten werden. „Mit Baldrian besprühte Holzpflöcke locken umherstreifende Tiere an. Beim Reiben am rauen Holz hinterlassen sie Haare. Mit einer genetischen Analyse lässt sich feststellen, ob Wildkatzen an dem Lockstock waren“, erklärt Sarah Friedrichsdorf, Wildkatzenexpertin beim BUND. Die Aktion ist Teil des vom Bundesamt für Naturschutz geförderten Projekts „Wildkatzensprung“, in dessen Rahmen der BUND eine bundesweite Gendatenbank für Wildkatzen plant.

Besucher der Informationsveranstaltung in der Waldschule Groß-Zimmern erwartet ein Lichtbildvortrag, mit dem sie Einblicke in die Lebensweise der Wildkatze, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen erhalten. Die Veranstaltung soll gleichzeitig alle Akteure zusammen bringen, die sich für den Schutz der Wildkatze und ihren Lebensraumes stark machen wollen. Ehrenamtlich Aktive werden für die regelmäßigen Kontrollen der 20 Lockstöcke in der Region Messeler Hügelland gesucht. Alle potentiellen Helfer werden im Anschluss an den Vortrag ausführlich in die Lockstock-Methode eingewiesen. Die Kontrollen sollen von Januar bis April 2013 alle zehn bis 14 Tage erfolgen.

Die Wildkatze

Es ist erst wenige Jahrhunderte her, dass die heimische Wildkatze beinahe durch ganz Deutschland steifte. Dann wurde sie gejagt und ausgerottet. Allmählich breiten sich die Waldbewohnerinnen wieder aus. Der Verlust großer naturnaher Wälder und die Zerschneidung der Landschaft stellen sie aber vor neue Probleme. Straßen, Siedlungen und strukturarme Ackerlandschaften trennen die Vorkommen voneinander. Viele Katzen werden auf ihren Wanderungen von Autos überfahren. Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art. Übergreifendes Ziel ist die Schaffung eines Waldverbundes durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

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