Darmstadt gibt Deutschland gute Energie

Rund 2,5 Tonnen CO2 spart ein durchschnittlicher Haushalt pro Jahr durch den Wechsel zu Ökostrom. Das entspricht rund 10.000 Kilometer Autofahren. Aber was genau ist Ökostrom und wie kommt er in die Steckdose? Antworten gibt Andreas Thierfelder, Verantwortlicher für die Zertifizierung und Produktgestaltung bei der HSE AG, dem ENTEGA Mutterkonzern. Das Unternehmen aus Darmstadt ist Deutschlands zweitgrößter ÖkostromAnbieter.

Herr Thierfelder, was genau ist Ökostrom eigentlich?
Bei ENTEGA ist das Strom, der vollständig aus regenerativen Energien gewonnen wird. Knapp 85 % des Stroms stammen aus Wasserkraft, gefolgt von Windkraft, Biomasse und Sonnenenergie.

Kann man sicher sein, dass Ökostrom drin ist, wenn Ökostrom draufsteht?
Dafür gibt es Gütesiegel. Sie liefern dem Verbraucher unabhängige Orientierung bezüglich der Qualität des Stroms. Damit kann er zwischen Versorgern, die wirklich in neue ÖkostromAnlagen investieren und solchen, die lediglich Ökostrom aus abgeschriebenen Altanlagen verkaufen, unterscheiden. ENTEGA hat ihre ÖkostromTarife nach dem ok-power-Initiierungsmodell
zertifizieren lassen. Es wird vom Verein EnergieVision e. V. vergeben, der vom ÖkoInstitut und der Verbraucherzentrale NRW getragen wird.

Was ist so toll am ok-power-Gütesiegel?
Es steht mit seinen strengen Kriterien für hohe Qualitätsstandards bei Ökostrom. Das neue Initiierungsmodell verpflichtet den ÖkostromAnbieter
außerdem zu eigenen Investitionen in den Bau neuer Erzeugungsanlagen – das betrifft sowohl die Finanzierung als auch die Projektierung. Für uns ist das ein wesentlicher Aspekt unserer Philosophie: Eine atomstromfreie und nachhaltige Energieversorgung kann nur gelingen, wenn neue Anlagen gebaut werden, die regenerative Quellen nutzen.

Was tun Sie dafür?
Die HSE investiert bis zum Jahr 2015 insgesamt über 1 Milliarde € in erneuerbare
Erzeugungsanlagen. Um eine klimaneutrale Energieversorgung zu realisieren, müssen konventionelle Anlagen durch neue Kraftwerke für Sonne, Wind, Wasser und Biomasse verdrängt werden. Wir wollen außerdem zeigen, dass eine ökologische Energieversorgung selbst unter ökonomischen Gesichtspunkten machbar und erfolgreich sein kann. Das ist unser Ziel, dafür investieren wir – und das nicht erst, seit alle über den Atomausstieg reden.

Kommt dann bei den ENTEGA ÖkostromKunden nur regenerativ erzeugter Strom aus der Steckdose?
Nein, das ist ein verbreiteter Irrglaube, der mit der technischen Realität wenig zu tun hat. In ganz Europa beziehen Verbraucher ihren Strom ja nicht direkt vom Kraftwerk, sondern aus einem Verbundnetz. Wären die Haushalte direkt an das nächstgelegene Kraftwerk angeschlossen, gingen beim ersten technischen Problem die Lichter aus. Das Verbundnetz gleicht einem virtuellen „Stromsee“, in den verschiedene Kraftwerke vieler Produzenten ihren Strom einspeisen. Sobald ein Verbraucher seine Kaffeemaschine anschaltet, erhält er den nötigen
Strom aus diesem Stromsee – egal welchen Vertrag er unterschrieben hat.

Wenn das so ist, was hat der Kunde denn davon, sich für Ökostrom zu entscheiden?
Verbraucht ein ÖkostromKunde Strom, muss sein Anbieter gewährleisten, dass eine entsprechende Menge Strom im Stromsee durch rein regenerative Energien ersetzt wird. Ökostrom erhält der Kunde selbst zwar nur mittelbar, aber mit jeder verbrauchten Kilowattstunde verändert er den Energiemix im Stromsee. Das Verhältnis der Mischung verschiebt sich zugunsten der regenerativen Energien.

Ist der Stromsee deshalb schon grüner geworden?
Ja. In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Anteil regenerativer Energien am
Bruttostromverbrauch in Deutschland laut Bundesumweltministerium mehr als verdreifacht. Inzwischen liegt er bei rund 22 %.

Der HSE Konzern hat früher ja wie andere regionale Stromversorger vor allem Strom aus fossilen Energien angeboten. Warum ist Ihnen Ökostrom heute so wichtig?
Weil wir begriffen haben, dass wir so nicht weitermachen können. Dass wir nicht auf Atomstrom setzen können, wenn nicht mal die Frage nach dem Endlager beantwortet ist. Deshalb verzichten wir beim Vertrieb von Ökostrom ganz darauf. Andere fossile Brennstoffe setzen viele schädliche Klimagase frei. Wir müssen also umdenken, solange noch Zeit dazu ist. Darum lieben wir Ökostrom.

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