Unterwegs im Namen der Rebe

Auch wenn es die Deutschen mengenmäßig nicht mit unseren Nachbarn wie etwa den Franzosen aufnehmen können, so sind sie doch ein Volk von Weinliebhabern und Weinkennern. Durchschnittlich nahezu 30 Flaschen Rebensaft konsumieren sie pro Kopf und pro Jahr. Der Weinbau hat hierzulande eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Die Weingebiete in Deutschland und Österreich sind auch landschaftlich sehr reizvoll und lohnen eine Reise, denn wenn man den Wein direkt beim Winzer kauft, schmeckt dieser ja bekanntlich noch besser. Hier einige Tipps, welche Ziele für Weinliebhaber besonders lohnend sind:

Wo die leuchtend gelben Wegweiser des Welterbesteigs Wanderer durch die abwechslungsreiche Landschaft der Wachau leiten, gibt es viele Möglichkeiten, das Wandern mit ungewöhnlichen Erlebnissen zu kombinieren. Im Rahmen der Jahresprogramme von "Natur.Wein.Wandern" kann man am Rande der 180 Kilometer langen Strecke zum Beispiel zu bestimmten Terminen eine Weinverkostung in einer der kleinen Wachauer "Hiatahütten" genießen. Von diesen Hütten aus beobachteten und beschützten die Weinhüter einst die Weinberge samt den heranreifenden Trauben vor Dieben. Die für die Wachau typischen Steinterrassen, auf denen die berühmten Rieslinge und der Grüne Veltliner angebaut werden, liegen ebenso am Weg wie die Einkehr in einem der zahlreichen Heurigen oder Buschenschanken, in denen ausschließlich Wachauer Wein ins Glas kommt.

Der Bodensee ist bekannt für sein mildes, oft mediterranes Klima. Hier reihen sich Obst- und Weingärten harmonisch aneinander. Ideal für kulinarische Entdeckungstouren und einen erholsamen Aufenthalt ist zum Beispiel der Weinort Nonnenhorn am nördlichen Ufer. "Am See genießen" lautet das Motto der südwestlichsten Gemeinde Bayerns. Individuelle Genusserlebnisse bieten zum Beispiel die ausgebildeten Gästeführer der Region. Was ist ein Weintorkel und was ein Rädle: Diese und weitere Geheimnisse werden auf den abwechslungsreichen Streifzügen durch den historischen Ort, beim Besuch auf einem Winzerhof oder einer Wanderung durch Streuobstwiesen gelüftet. Die reizvolle Landschaft lässt sich auch über den neu gestalteten Nonnenhorner "Genießerweg" entdecken. Auf rund zwei Kilometern führt er zu bezaubernden Plätzen und prächtigen Obstgärten. Im Spätsommer und Herbst wechselt das Farbspektrum der Weinreben zu kräftigen Rottönen. Zu jeder Jahreszeit begleitet die Spaziergänger ein spektakulärer Panoramablick über den See bis zur Alpenkette.

Die von den Flüssen Neckar, Kocher und Jagst durchzogene Region HeilbronnerLand ist eine der bedeutendsten Weingegenden Deutschlands. Imposante Steilterrassen am Neckar wechseln sich mit sanft hügeligen Weinlandschaften im Zabergäu, im Weinsberger Tal oder dem Kraichgau ab.
Eine gute Möglichkeit, das HeilbronnerLand in all seinen Facetten kennenzulernen, sind Gästeführungen. Bewegung und Genuss werden auf abwechslungsreichen Weinerlebnistouren miteinander verbunden. So führt etwa der Weinkulturspaziergang "Kellerkinder" in die Weinkeller der historischen Stadt Brackenheim. Bei "Brackenheimer (W)Einblicke" geht es mit dem Leiterwagen durch den Zweifelberg. Dabei erfahren die Gäste nicht nur Amüsantes und Wissenswertes über den Wein und das Zabergäu, sondern können den Rebensaft auch gleich kosten. Eine Kombination aus Wandern, Natur, Abenteuer, Weinwissen und moderner Technik ist das Weinerlebnis "Trollinger-Tracking - finde die Schätze". Mit einem GPS-Gerät ausgestattet, gehen die Teilnehmer dabei auf (Wein-)Schatzsuche.

Zwischen Rothenburg ob der Tauber und Freudenberg am Main breitet sich das Liebliche Taubertal mit seinem ganz eigenen sanften Zauber aus. Für den genussorientierten Wanderer bietet der Panoramaweg noch mehr Schmankerl, denn hier treffen die Weinbaugebiete Baden, Württemberg und Franken aufeinander. Edle Tropfen und kulinarische Spezialitäten sind deshalb das Aushängeschild der Region. Eine neue Broschüre informiert über die Besonderheiten der drei Anbaugebiete und zeigt viele Möglichkeiten auf, sich diesem genussvollen Thema zu nähern. So können die Besucher "Wein & Schokolade" in Wertheim genießen, das Kloster Bronnbach und seine Vinothek entdecken oder "hoch auf dem gelben Wagen" in den Weinberg fahren. Eine kleine Übersichtskarte verweist auf die Weinorte, ein ergänzender Veranstaltungskalender gibt Auskunft zu den vielen Events.

Karlstadt liegt an der nördlichen Route der 55 Kilometer langen Bocksbeutelstraße. Daher haben hier die Heckenwirtschaften eine lange Tradition. Die Winzer verkaufen ihren Wein direkt und reichen dazu kleine, typisch fränkische Gerichte, wie die rote und weiße "Hausmacher" oder "Knöchle mit Kraut". Das Besondere an den Heckenwirtschaften ist, dass sie nur zu bestimmten Zeiträumen geöffnet haben und auch platzmäßig begrenzt sind. Gemütlich und lustig geht's dabei auf jeden Fall zu. Die Zeit der Weinfeste erstreckt sich von Juli bis September. Die Flaak-Winzer beispielsweise feiern vom 1. bis 3. September auf dem Marktplatz in Karlstadt. Beim "Karschter Kultur Häppli" am 2. Oktober präsentiert sich die Kulturvielfalt in kleinen, facettenreichen Häppchen. Ein buntes Potpourri aus Theater, Musik und Kunstvollem erwartet die Besucher beim Spaziergang durch die Stadt. An jeder Ecke gibt es etwas Neues zu entdecken - ein kurzes Schauspiel, eine Jazzcombo oder eine Bilderausstellung. Dazu reichen die Gastronomen überall wohlschmeckende Häppchen, sodass die Gaumenfreuden nicht zu kurz kommen.

Mehr als 1.800 Sonnenstunden und der fruchtbare Lössboden verleihen den Trauben im Markgräflerland in Baden ihren besonderen Geschmack. So sind sie wie geschaffen für Weine, mit denen man gern auf warme Tage anstößt. Deshalb erhielt die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim e. G. jetzt für drei ihrer Tropfen die Goldmedaille der Landesweinprämierung Baden-Württemberg, verliehen durch den Badischen Weinbauverband: Damit gehören der Schliengener Sonnenstück Gutedel ebenso wie der Schliengener Sonnenstück Rivaner und der Markgräfler Lindenhof Roter Gutedel, der einzige halbtrockene Wein in diesem Trio aus dem Jahr 2011, zur Spitze der badischen Weine. Eine echte Auszeichnung, denn es werden nur fünf bis sieben Prozent der in Baden produzierten Weine prämiert.

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