Die ZwiebelBühne unterwegs mit dem "Feurigen Elias"

Die Teilnehmer der historischen Grenzkontrolle am Schlagbaum in Darmstadt.
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Zum elften Mal fand am Sonntag, den 11. September die historische Grenzkontrolle zwischen Griesheim und Darmstadt statt.

Dieses historische Projekt wird vom Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein und der Arbeitsgemeinschaft „Historische HEAG-Fahrzeuge“ getragen. Es wird daran erinnert, dass nach dem ersten Weltkrieg zwischen Darmstadt und Griesheim die Grenze zwischen dem französisch besetzten Griesheim und dem freien Darmstadt verlief. Aus diesem Anlass fährt zwischen Griesheim/Wagenhalle und dem Schloss der „Feurige Elias", eine original historische Straßenbahn, und lockt jedes Jahr Groß und Klein zum Straßenbahnfest an.

Die ZwiebelBühne ist dabei seit vielen Jahren mit von der Partie. So sind unter den Passagieren, die zumeist aus Kindern und neugierigen Erwachsenen besteht, hier und da auch eine Marktfrau mit einem Korb voll Gemüse, eine Familie mit Kleinkind oder eine einzeln Reisende auf dem Weg zu ihrer Familie, alle in historischen Kostümen jener Zeit.

Die Fahrt endet für jene Personen jedoch früher als geplant, denn wenn sie am Waldfriedhof die Grenze passieren wollen, steigen Grenzsoldaten (die sich unter anderem auch aus den Reihen der ZwiebelBühne rekrutieren) in den Wagen und durchsuchen die Fahrgäste. Es kommt, wie es kommen muss: Sie finden Schmuggelware und zerren die historischen Fahrgäste unter lautem Geschrei aus dem Waggon. So manch einer der Schmuggler geht mit dem ein oder anderen blauen Fleck nach Hause, aber das ist der Spaß wert. Denn sobald die historische Bahn weiter gefahren ist, ist das ganze Schauspiel vorbei und Grenzkontrollen und Schmuggler, von denen sich die meisten untereinander kennen, vertreiben sich die Zeit bis zur Ankunft der nächsten (regulären) Bahn mit einem Schwätzchen. Die Straßenbahn bringt die Schmuggler zurück nach Griesheim an die Wagenhalle, wo die nächste historische Bahn bereits darauf wartet, von Fahrgästen in Anspruch genommen zu werden. Und, wie immer, sind unter ihnen auch einige, deren Fahrt nach Darmstadt an der Grenze ein unsanftes Ende nimmt.

Mit dabei war dieses Jahr auch Andreas Wietzke mit seinem Cadillac Imperial Phaeton aus dem Jahr 1930. Dieser Cadillac wurde als Einzelstück in Sonderanfertigung in Amerika für die damalige Regierung von Rhodesien/Südafrika (das heutige Simbabwe) gebaut. Da Rhodesien damals Teil des British Empire war, ist er ein Rechtslenker. Der Wagen diente als Repräsentationswagen für den Gouverneur von Rhodesien und als Paradewagen für Staatsempfänge.

Anfang der 70er Jahre wurde der Wagen nach Kapstadt in ein Museum ge-
bracht, welches dann nach über 30 Jahren in 2005 aufgelöst wurde. Der Direktor erhoffte sich einen besseren Verkauf des Cadillac in Amerika, deshalb schickte er den Wagen per Schiff nach Kalifornien zu seiner Schwester, die ihn dann über ebay.com USA ins Internet stellte. "Ich sah ihn um drei Uhr nachts im Computer und verliebte mich sofort. Ich fuhr direkt zum Frankfurter Flughafen und landete 15 Stunden später in San Francisco. Nach einer Probefahrt über die Golden Gate Bridge und durch die Stadt vorbei an den begeistert winkenden Zuschauern kaufte ich den Wagen und brachte ihn nach Deutschland", erzählt Andreas Wietzke mit einem Glitzern in den Augen. Nach umfangreicher und kostenintensiver Restauration kann der Wagen nun für besondere Anlässe gemietet werden. Nähere Informationen hierzu unter www.oldtimer-hochzeitsauto.de

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