Ein Plus für den Münsterer Wald

Der Forst der Gemeinde Münster hat seit zehn Jahren gleich zwei Zertifizierungen

Der Wald rund um Münster ist etwas ganz Besonderes: Während in Hessen zumeist die PEFC-Zertifizierung, die bestimmte Standards für Forstökosysteme, die Waldbewirtschaftung und sozioökonomische Bedingungen festlegt, vorherrscht, gibt es in Münster zudem noch die FSC-Zertifizierung. „Sie geht weiter als PEFC und hat andere Prüfkriterien“, erläutert Thomas Schmalenberg vom Forstamt Dieburg, das in fast allen seinen Walbeständen auf dieses Qualitätsmerkmal setzt. „Nicht umsonst wird FSC von den großen Naturschutzverbänden wie dem NABU, dem WWF oder dem BUND anerkannt“, freut sich Schmalenberg, der betont, dass FSC sogar eine „sehr gut“-Bewertung von Öko-Test bekommen habe. Für Münster hat das Siegel viele Vorteile, wie Bürgermeister Walter Blank informiert: „In Münster wurde der Wald ohnehin möglichst naturnah bewirtschaftet, so dass nicht allzu viel umgestellt werden musste. Durch die zusätzliche Zertifizierung schützen wir einerseits in besonderer Weise die Natur, erhalten aber andererseits auch hochwertigeres und besser nachgefragtes Holz.“ Das bestätigt Schmalenberg, Bereichsleiter Produktion im Forstamt Dieburg: „Alle Bände von Harry Potter wurden beispielsweise auf Papier aus FSC-Holz gedruckt, weil es der Autorin wichtig war, dieses ökologisch und sozialökonomisch wichtige Siegel zu unterstützen. Denn es geht dabei nicht nur um Umweltschutz, sondern auch um die Menschen, die im Wald arbeiten: Sie müssen angemessene Arbeitsbedingungen haben.“ Zudem wird die Überprüfung des Siegels wesentlich häufiger und intensiver durchgeführt, als beim PEFC-Zertifikat und auch schon die Erteilung läuft über ein gänzlich anderes Verfahren. „Das PEFC erhält man über eine Selbstverpflichtungserklärung, die man im Internet ausfüllen kann und ist unbefristet. Das FSC ist jedoch nur über ein öffentliches Audit, das alle am Wald interessierten mit einbezieht, also Reiter, Jäger, Schulen und Umweltschutzverbände, erhältlich und läuft nur über fünf Jahre bis zum nächsten großen Audit. Dazwischen finden jährlich Prüfungen des gesamten Waldgebietes nach bestimmten Schwerpunkten statt, während beim PEFC nur zehn Prozent der Fläche pro Jahr kontrolliert werden.“ Was die Zertifizierungen nun konkret für Münster bedeuten, erläutert Bürgermeister Walter Blank: „Gebiete mit ursprünglichen Wasserläufen, wie die kleinen Nebenarme der Gersprenz, stehen unter besonders hohem Schutzwert, zudem werden Biotopbäume stehen gelassen, in denen Tiere wie der Specht ihr zu Hause finden. Ganz wichtig ist: Durch FSC wird im Münsterer Wald gänzlich auf Biozide und Pestizide verzichtet.“ Ein Ergebnis also, das nicht nur die Tiere und Pflanzen, sondern zudem die Erholungssuchenden im Münsterer Wald freut: Denn munter plätschernde Bäche und knorrige Bäume sind schlicht auch ein schöner Hingucker für Spaziergänger und Fahrradfahrer.
Informationen gibt es unter http://www.fsc-deutschland.de und https://pefc.de

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen