Kreis fordert Schwimmbadschließung in Crumstadt

Der ominöse Wasserverlust des Schwimmbeckens im kommunalen Freibad Crumstadt (wir haben berichtet) wird von der Unteren Wasserbehörde des Kreises Groß-Gerau nicht länger toleriert. Ursprünglich hatte die Stadt die Absicht, das Schwimmbad zumindest noch während der hessischen Schulferien offen zu halten und erst danach auf die Mängelsuche an den Verrohrungen zu gehen. Nun wird das Bad sofort seine Pforten schließen, um dem Schaden früher auf den Grund zu gehen.

Im großen Becken des Freibades wird seit Mitte Juni ein täglicher Wasserverlust von 30 bis 40 Kubikmeter festgestellt, der durch Zugabe von Frischwasser ausgeglichen wird. Bislang ist es der Stadt nicht gelungen, die Ursache dieser Leckagen zu lokalisieren. Auch eine durchgeführte Kamerabefahrung des Rohrsystems konnte die Ursache des Schadens nicht eindeutig klären.

Die Kreisbehörde geht davon aus, dass das Wasser versickert und so dem Grundwasser zugeführt wird. „Problematisch hierbei ist die Tatsache, dass das Wasser gechlort ist und somit auch Chlor dem Grundwasser zugeführt wird“, schreibt der Leiter des Fachdienstes Regionalentwicklung und Umwelt Gerhard Kempik. Die Kreisbehörde hat sich in dieser Angelegenheit vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie in Wiesbaden beraten lassen. Die Fachleute dort kommen bei ihrer hydrogeologischen und chemischen Bewertung zu dem Ergebnis, dass unter der Sohle des Beckens nur ein geringer Sickerraum ausgebildet ist und das Schwimmbadwasser somit nahezu direkt in das Grundwasser gelangt. Das hierin enthaltene Chlor kann nach dortiger Aussage unter anderem „zu toxischen Wirkungen gegenüber den im Grundwasser lebenden Organismen führen.“ Im Ergebnis ist der Eintrag von Badewasser in das Grundwasser zu vermeiden. „Da der tägliche Verlust von 30 bis 40 Kubikmeter doch ganz erheblich ist, kann dieser Vorgang wasserrechtlich nicht legalisiert werden.“, heißt es weiter in dem Schreiben an Bürgermeister Werner Amend.

Die Kreisbehörde hat die Stadt daher heute aufgefordert, das Schwimmbecken vollständig zu entleeren und das Wasser über die Kanalisation der Kläranlage zuzuführen. Eine Neubefüllung darf erst nach Beseitigung der Leckage erfolgen. „Dieser Forderung kommt die Stadt umgehend nach“, erklärt Bürgermeister Werner Amend. Er bittet alle Badegäste um Verständnis und verweist auf das nahe liegende Schwimmbad in Goddelau, wo bereits erworbene Dauer-, Familien- oder Zehnerkarten eingesetzt werden können.

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