OWK-Senioren in Aschaffenburg

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren die Senioren des Odenwaldklubs Griesheim bei ihrer monatlichen Tour ins Bayrische. Der vollbesetzte Bus fuhr bis zum Aschaffenburger Schlossberg und ließ die Griesheimer dort aussteigen. Ein Teil der Senioren wanderte bis zum Aussichtspunkt, um sich dann an den Abstieg zum Pompejanum zu machen, einige andere besuchten das Aschaffenburger Schloss Johannisburg und wieder andere bummelten durch die Fußgängerzone.
In der Sonne war es richtig warm, so dass nach kurzer Zeit alle Cafés und öffentliche Plätze auf dem Schlossberg belegt waren. Man hatte eine tolle Sicht auf den Main und lief am Kräutergarten und an blühenden Bäumen vorbei Richtung Pompejanum. Dieses wurde den Aschaffenburgern von König Ludwig I. von Bayern geschenkt. Er liebte die Stadt aufgrund ihres milden Klimas und nannte sie das Nizza des Nordens. Das Pompejanum ist ein Gebäude, das mit seiner mediterran anmutenden und auffälligen, aber dennoch schlichten Architektur aus der Umgebung heraussticht: Das Pompejanum ist der Nachbau eines römischen Wohnhauses, wie wir es aus den antiken Vesuv Städten Pompeji und Herculaneum kennen und beherbergt heute ein Museum.
Funde, die auf dem Schlossberg ausgegraben wurden, belegen, dass Aschaffenburg bereits zur Zeit der Völkerwanderung von den Alemannen besiedelt wurde, denn die ersten Funde datieren aus dem 3. Jahrhundert. Es ist anzunehmen, dass ab dem 4. Jahrhundert auf dem späteren Stiftsberg, eine größere Siedlung bestanden hat. Herzog Liudolf von Schwaben gründete 975 das Aschaffenburger Stift St. Peter, ab dem 12. Jahrhundert St. Peter und Alexander. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts ging es an das Erzbistum Mainz unter Erzbischof und Reichserzkanzler Willigis.
Ausgangspunkt der sich um die Stiftskirche entwickelnden Oberstadt - bereits vor der Jahrtausendwende als „civitas“ bezeichnet - war eine kleine Erhebung in Dreieckform zwischen Main, Löhergraben, Landing und Schloßgraben sowie die von Willigis 987/989 errichtete erste hölzerne Brücke über den Main. Als bedeutender Umschlagplatz, gelegen an der alten Handelsstraße durch den östlich von Frankfurt beginnenden Maingau bis zum Rhein, hatte Aschaffenburg nun Siedlungscharakter.
Eine besondere Bedeutung erhielt der Standort, als sich Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg, wegen der Reformation 1539 von Halle nach Aschaffenburg zurückzog. Die mittelalterliche Anlage wurde 1552 im Markgräfler Krieg geplündert und zerstört, wobei auch viele Kunstschätze, die Albrecht nach Aschaffenburg mitgebracht hatte, verlorengingen. Erhalten blieben vor allem Werke Lucas Cranach des Älteren und seiner Schule, die heute als Teil der Staatsgalerie Aschaffenburg im Schloss zu besichtigen sind.
1604 gab der neue Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg den Bau des Schlosses auf den Resten der alten Burg in Auftrag. Mit der Ausführung wurde der Straßburger Architekt und Baumeister Georg Ridinger betraut. Ridinger ließ die Überreste der alten Burg abreißen; lediglich der große gotische Bergfried wurde als fünfter Turm in den neuen Bau in der Mitte des Nordwestflügels mit einbezogen. An der West Ecke schloss der Bau mit der dem Main zugewandten Seite im ersten Bauabschnitt mit einer 20 m hohen Unterkonstruktion an die alte Stadtmauer neben dem Theoderichstor an. In die Mittelachse des Schlosses ist in dieser Mauer das Wappen des Kurfürsten Johann Schweikhard, eingelassen. Der Name des Schlosses Johannisburg hat damit einen doppelten Bezug, einerseits zum Schutzpatron Johannes dem Täufer, andererseits zu seinem Bauherrn.

Die weitgehenden Zerstörungen 1944/45, besonders der Altstadt und des Stadtteiles Damm, konnten in der Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Einsatz aller Bürger weitgehend vergessen gemacht werden.
Inzwischen ist die „Pforte zum Spessart“ wieder zum Mittelpunkt des Untermaingebietes geworden. Sie kann mithalten mit den Aufgaben der Gegenwart, ohne dabei die Kräfte zu vergessen, die gerade dieser Stadt aus einer reichen geschichtlichen und künstlerischen Vergangenheit zufließen.
Zum Abschluss trafen sich die Senioren in der Traditionsgaststätte Schlappeseppel, die ihre Gründung auf das Jahr 1631 zurückführen kann. Leider wird dort heute kein Bier mehr gebraut aber die Griesheimer ließen sich im ehemaligen Sudhaus ein gutes Miltenberger Faustbier munden. Auf der Heimfahrt dankte Renate Stößel den Wanderführern, den Ehepaaren Fleischhacker und Schupp für diese schöne Fahrt.
Der nächste Ausflug findet am 13. Mai statt. Die Griesheimer besuchen das Fachwerkstädtchen Lich und werden durch die Altstadt bummeln. Anmeldung ab sofort bei Familie Schupp, Telefon 52 71 . Die nächsten Termine sind: 15. April Stammtisch bei SC Viktoria (Michael); am 26. April findet der Bezirkswandertag statt. Anmeldung hierzu ab sofort bei Familie Hirsch, Telefon33 06. Gäste sind herzlich willkommen.rs

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