Vielfalt als Chance…

Im Angesicht dessen, dass Deutschland wiederaufgebaut werden musste und die Wirtschaftskonjunktur gute Zeichen setzte, ließ die Bundesregierung Mitte der 50er-Jahren Gastarbeiter anwerben. So konnte der dynamische wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland weiter ausgebaut werden. 1960 war der deutsche Export bereits 4,5-mal so hoch wie 1950 und das Bruttosozialprodukt wurde verdreifacht. Das Kapital der Unternehmen mehrte sich, die Investitionen wuchsen. Der deutsche Anteil an Weltexporten stieg weiter an und das Wirtschaftswunder konnte weiter gelingen. Die "Gastarbeiter" wurden dauerhaft gebraucht und sollten bleiben. Im Laufe der folgenden Jahre zogen sie ihre Frauen und Kinder nach.

"Wir riefen Arbeiter, und es kamen Menschen an", sagte einmal der Schriftsteller Max Frisch. Wie es nun mal in der Natur der Sache ist, brachten diese Menschen ihre Arbeitskraft, aber auch ihre Eigentümlichkeiten mit sich. Die Arbeitskraft war willkommen – die Andersartigkeit wurde nicht immer toleriert. Unannehmlichkeiten und manchmal auch dramatische Ereignisse blieben nicht aus. Der Wandel hin zu einer interkulturellen Gesellschaften wurde lange Zeit ignoriert.

Dabei beeinträchtigen die sinkende Geburtenzahlen in Deutschland die Funktionsfähigkeit des bisherigen Sozialversicherungssystems. Dies hat Folgen für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung sowie für die Wirtschaft und die Siedlungsstruktur. Die Zuwanderung ist ein Faktor, der diese Folgen in gewisser Hinsicht beeinflussen kann. Aufgrund dessen bietet gerade die Vielfalt die Chance gemeinsam gut zu überleben.

Heute steht die Bundesrepublik wieder wirtschaftlich stark da, obwohl die weltweite Finanzkriese viele Länder schwer zu schaffen macht. Wieder fordert die Wirtschaft die Einwanderung zusätzlicher Fachkräfte und die Bundesregierung unternimmt Regelungen für erleichterte Zuwanderung um die Fachkräftesicherung zu gewähren. Die Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Parteien und die Experten unterstützen diese Fachkräfteoffensive.

Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) äußerte, dass der Wohlstand in Deutschland u.a. nur durch Sicherung des Fachkräftebedarfs zu halten sei. In dieser Herausforderung sieht er zugleich eine "Riesenchance für Deutschland".

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