Vortrag „Medienkompetenz“ in der GHS

v.l.n.r. Juliane Knechtel (SEB Vorsitzende), Peter Holnick (Referent) Karlheinz Langen (SEB Kassen-/Pressewart), Jürgen Feick (Mitglied der Schulleitung der GHS)
  • v.l.n.r. Juliane Knechtel (SEB Vorsitzende), Peter Holnick (Referent) Karlheinz Langen (SEB Kassen-/Pressewart), Jürgen Feick (Mitglied der Schulleitung der GHS)
  • Foto: Bildrechte: Henry Langen, Griesheim
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Medienexperte Peter Holnick hielt Fachvortrag mit Beispielen aus dem Leben
Griesheim. Zum Thema „Medienkompetenz“ hatte der Schulelternbeirat (SEB) der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) am 31.01.2018 in die Aula eingeladen. Er wandte sich an interessierte Eltern der Griesheimer Grundschulen und natürlich an die Eltern von GHS-Schülern, die auch ihre Kinder ab Jahrgangsstufe 8 mitbringen konnten.
Nach einer kurzen Begrüßung durch die SEB-Vorsitzende Frau Knechtel und Herrn Jürgen Feick von der Schulleitung stieg der Referent Peter Holnick, Geschäftsführer des Institutes für Medienpädagogik und Kommunikation, gleich in das Thema ein.
Boris Becker warb Ende der neunziger Jahre mit dem Satz: „Ich bin drin“ für den Dienst eines Internetproviders. Heute sind Kinder und Jugendliche (aber auch viele Erwachsene) ständig „drin“. Reale und virtuelle Welt vermischen sich. Jugendliche wollten schon immer anders sein als ihre Eltern. In der realen Welt wird dies immer schwieriger. In der virtuellen Welt allerdings können sie dies verwirklichen. Im Netz ist man „nie alleine.“ Hier finden sie auch Abenteuer, die in der realen Welt fehlen. Likes liefern Bestätigung (sind aber keine Anerkennung). Anstatt Tagesschau nutzen Jugendliche als Informationskanal Videos von YouTube-Stars wie „LeFloid“ und unterstellen dabei die gleiche Seriosität.
Mit aktuellen Beispielen aus dem Internet, seinem eigenen familiären Lebensumfeld und neusten Erkenntnissen aus der Forschung vermochte Holnick sein Publikum zu fesseln, brachte es manchmal zum Schmunzeln und versuchte, es zum Nachdenken anzuregen. Dabei machte er seinen Zuhörern die Lebenswirklichkeit der Jugend anschaulich und zeigte auf, dass Jugendliche „Teil einer Inszenierung“ sein wollen.
Auf Datensicherheit, Tücken von Internetkäufen, sowie die Achtung von Urheberechten hinzuweisen, ist sicher sinnvoll. Technik zu erklären oder die technische Überwachung der Smartphone-Nutzung ist jedoch nahezu sinnlos. Zum einen kann man dem schnellen Wandel nicht folgen, zum anderen sind Jugendliche den Erwachsenen immer einen Schritt (oder zwei Schritte) voraus. Zudem gibt es weder Handbücher noch allgemeingültige Regeln. Wenn man Jugendliche fragt: „Wer hat dir das beigebracht?“ lautet die Antwort: „Ich mir selbst.“
Die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit Medien, sei eine Frage des Charakters, weshalb Peter Holnick forderte: “Wir dürfen die Wertevermittlung nicht den Medien überlassen, sondern Eltern müssen durch Vermittlung der richtigen Haltung den Charakter der Kinder stärken.“ Dabei hilft nur miteinander sprechen, fragen und reflektieren. Dies gelingt nur auf Augenhöhe und nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern besser mit einer Portion Humor. Es gilt die Kinder anzuleiten, zu erkennen, wenn Informationen schon eine vorgegebene Meinung enthalten. Auch sollte das Augenmerk auf die kreativen Nutzungsmöglichkeiten des Internetzes gelenkt werden.
Nach dem lebendigen Vortrag nutzten die anwesenden Gäste noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich mit Herrn Holnick auszutauschen.


Autor:

Karlheinz Langen aus Griesheim

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