Landesmedienanstalt lädt ein zum "lpr-forum-medienzukunft" in Frankfurt

Debatte um Campaigning in Deutschland: lpr-forum-medienzukunft in Frankfurt.
  • Debatte um Campaigning in Deutschland: lpr-forum-medienzukunft in Frankfurt.
  • Foto: LPR
  • hochgeladen von Torsten Fuchs

Die Aufsichtsbehörde für den privaten Rundfunk in Hessen veranstaltet am Donnerstag (7. März 2013) das Forum Medienzukunft am Westhafenpier in Frankfurt. Die coole Location könnte in anderen Städten ein Biotop von Künstlern und "Irgendwas mit Medien"-Menschen sein - in Frankfurt ist das Gebiet fast schon eine gated community der Besserverdienenden unter den Bankern. Diesmal geht es um das Thema "Wähler im Netz. Über die Veränderung der politischen Kommunikation".

Online Campaigning hat US-Präsident Obama perfektioniert, in Deutschland wird kopiert und in den meisten Fällen schlecht. Im besten Fall wird ein Klon der Samwer-Brüder aufgekauft. Dazu kommt die typisch deutsche Debatte um das Leistungsschutzgesetz, das nur alte Industrien stützt und den Spott amerikanischer Edelfederblogger wie Jeff Jarvis auf sich zieht. Fast parallel dazu wirbt Kanzlerin Merkel auf der weltgrößten Computermesse in Hannover für Deutschland als Standort von Start-ups. Währenddessen versuchen Verlagsgrößen aus Berlin, in Kalifornien Ideen zu klauen. Es scheint beschlossene Sache, dass das nächste Facebook keine deutschen Vorfahren haben wird.

Trotz dieser alarmierenden Vorzeichen ist sich Politikwissenschaftler Christoph Bieber sicher: „Die sozialen Netzwerke werden zu einem vollwertigen Kampagnenschauplatz ausgebaut“, prognostiziert der Duisburger Professor für das laufende Wahljahr. Dabei müssten die Parteien lernen, mit ‚persönlichen Öffentlichkeiten‘ bei Facebook umzugehen und sich der Echtzeitkommunikation bei Twitter zu stellen.
Einer wie Steinbrück twittert? In der Realität twittern meist jüngere Hinterbänkler, für Steinbrück übernehmen andere die Gesichts(buch)pflege.

Der Diskurs in Frankfurt wird also spannend, denn über die Veränderungen der Wahlkampf-Kommunikation diskutieren neben Bieber der hessische Minister für Bundesangelegenheiten Boddenberg, die Wahlforscherin Schroth, der Big Data-Experte Köhler und Gregor Hackmack von Abgeordnetenwatch.de.

Der Direktor der gastgebenden Hessischen Landesanstalt für Privaten Rundfunk und neue Medien, Wolfgang Thaenert, ist sich sicher: „Digitale Kampagnen verändern nicht nur Parteiarbeit und –struktur, sondern auch die Bedeutung der Medien in ihrer politischen Vermittlerrolle“. Damit stünden für die LPR die Folgen für den politischen Informations- und Willensbildungsprozess im Focus, so Thaenert. Dazu gebe es im Wahljahr 2013 reichlich Anschauungsmaterial.

Das lpr-forum-medienzukunft versteht sich als Plattform eines interdisziplinären Dialogs über den gesellschaftlichen Wandel. Weitere Informationen unter: www.lpr-forum-medienzukunft.de

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen