Nach Pussy Riot-Urteil: DDR-OPFER-HILFE fordert vom Bund Protest in Moskau

Roland Schulz, Vize-Vorsitzender der DDR-OPFER-HILFE
  • Roland Schulz, Vize-Vorsitzender der DDR-OPFER-HILFE
  • Foto: DDR-Opfer-Hilfe
  • hochgeladen von Torsten Fuchs

Nach der Verurteilung von zwei der drei Musikerinnen der russischen Band "Pussy Riot" hat die DDR-OPFER-HILFE an die Bundesregierung appelliert, sich zum Anwalt der Meinungsfreiheit zu machen und gegen das Urteil in Moskau offiziellen Protest einzulegen. Politische Verfolgung dürfe nicht nur in Deutschland geächtet sein und müsse der Vergangenheit angehören, mahnte der Verband. Die jungen Frauen müssten freikommen.

Roland Schulz, Vize-Vorsitzender der DDR-OPFER-HILFE erklärte:
"In Russland werden Menschen in Arbeitslager geschickt, nur weil sie ihre Regierung kritisiert haben. Das ist ein Rückfall in die Zeiten der stalinistischen Diktatur. Offensichtlich ist die Demokratie dort alles andere als lupenrein. Die Bundesregierung ist in der Pflicht, gegenüber der Führung in Moskau die Wahrung der europäischen Grundwerte einzufordern."

Die 30jährige Jekaterina Samuzewitsch war gestern von einem Moskauer Berufungsgericht auf Bewährung freigelassen worden, während die Strafen für die beiden anderen Musikerinnen bestätigt wurden. Marina Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa müssen zwei Jahre in Lagerhaft.

Jekaterina Samuzewitsch kündigte heute an, ihren politischen Protest fortzusetzen. Versuche der Behörden, die Mitglieder der Punkband auseinanderzudividieren, würden fehlschlagen, sagte Samuzewitsch dem US-Nachrichtensender CNN. Sie werde sich weiter gegen das "mega-autoritäre Projekt" von Präsident Wladimir Putin einsetzen.

Die Mitglieder von "Pussy Riot" hatten am 21. Februar kurz vor der Präsidentschaftswahl in der Moskauer Christi-Erlöser-Kathedrale laut für ein Ende von Putins Herrschaft "gebetet". Zugleich warfen die Frauen der Orthodoxen Kirche vor, zu enge Beziehungen zum damaligen Ministerpräsidenten Putin zu unterhalten. Der frühere KGB-Mitarbeiter in Dresden gilt als guter Freund des deutschen Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD).

Die DDR-OPFER-HILFE vertritt die Interessen ehemals politisch Verfolgter sowie deren Angehöriger und bietet ihnen sowie Sympathisanten eine Heimat.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage www.ddr-opfer-hilfe.de

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