Stasifall bei "SOKO Leipzig": SED-Opferverband fordert Absetzung der ZDF-Krimireihe

Will keinen stasibelasteten ZDF-Ermittler: Roland Schulz von der DDR-Opfer-Hilfe e.V.
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  • Foto: DDR-Opfer-Hilfe e.V.
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Nach Bekanntwerden der Stasi-Vergangenheit des ZDF-Stars Andreas Schmidt-Schaller hat die DDR-Opfer-Hilfe von dem öffentlich-rechtlichen Sender die Absetzung des Freitagskrimis "SOKO Leipzig" gefordert, in dem Schmidt-Schaller die Hauptrolle spielt. Es sei eine Zumutung für Verfolgte der SED-Diktatur, wenn frühere Spitzel gebührenfinanziert in vorderster Reihe beschäftigt würden, teilte der Verband in Berlin mit.

Roland Schulz, stellvertretender Vorsitzender des DDR-Opfer-Hilfe e.V.:

"Wir haben den ZDF-Intendanten aufgefordert, unverzüglich die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen. Was für die Moderatoren und Redakteure öffentlich-rechtlicher Sender in Bezug auf die Stasi-Problematik galt und gilt, muss auch für die Schauspieler gelten, die über den Sender beschäftigt werden. Dabei ist es unerheblich, ob Produktionsfirmen die Sendung herstellen. Entscheidend ist die Ausstrahlung im Programm. Und die muss jetzt ein Ende haben."

Wie Medien berichten, sind die Stasi-Unterlagen über Schauspieler Andreas Schmidt-Schaller belastender als bisher bekannt. Die "Leipziger Volkszeitung" zitiert heute (Dienstag, 19. Februar) aus Aktenmaterial, wonach der Schauspieler in den 1960er Jahren mehrere Kollegen an die DDR-Staatssicherheit verraten haben soll.

So habe der Schauspieler neben anderen den Generalintendanten der Städtischen Bühnen in Chemnitz angeschwärzt. Schmidt-Schaller, der in der ZDF-Serie den Leipziger Ermittler Hajo Trautzschke spielt, hatte gestern in der BILD-Zeitung eingeräumt, für die Stasi gearbeitet zu haben. Über Einzelheiten seiner Tätigkeit hatte er jedoch nichts gesagt.

Autor:

Torsten Fuchs aus Griesheim

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