Ausgebrochene Zähne lassen sich retten

Nicht nur beim wilden Spiel von Kindern ist es schnell passiert: Unfallbedingte Zahnverletzungen sind auch bei Erwachsenen gar nicht so selten. Viele Bundesbürger wissen allerdings nicht, dass ausgeschlagene Zähne grundsätzlich wieder in den Kiefer zurückgepflanzt werden können und dort auch wieder festen Halt finden.

Das ergab eine aktuelle TNS-Emnid-Umfrage im Auftrag der Ergo Direkt Versicherungen. Demnach war nur 56 Prozent der Befragten bekannt, dass sich ein ausgebrochener Zahn unter Umständen wieder einsetzen lässt. 33 Prozent hielten dies dagegen für unmöglich oder nur vielleicht für möglich.

Um einen Zahn zu retten, ist allerdings schnelles und richtiges Handeln nach einem Unfall wichtig - das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder. "Wird durch einen Unfall ein Zahn ganz ausgeschlagen, sollte er unbedingt gesucht und sofort geschützt werden", sagt Dr. med. dent. Silke Liebrecht-Rüsing aus Köln: "Der Zahn darf nicht austrocknen, sonst sterben die Zellen ab." Um den ausgeschlagenen Zahn am Leben zu erhalten, empfiehlt sich zum Transport eine sogenannte Zahnrettungsbox. "Die Nährflüssigkeit darin kann den Zahn bis zu 48 Stunden bei Zimmertemperatur schützen", betont Liebrecht-Rüsing. Auch H-Milch eigne sich als Aufbewahrungsflüssigkeit. Wichtig: Der Zahn sollte vorher nicht gesäubert oder desinfiziert werden.

Der Erhalt eines ausgeschlagenen Zahns ist bei Kindern und Jugendlichen besonders wichtig. "Wenn der Wachstumsprozess des Knochens noch nicht abgeschlossen ist, kann kein Implantat eingesetzt werden", sagt Dr. Silke Liebrecht-Rüsing. An der entstandenen Zahnlücke stagniert das Knochenwachstum. Der zurückimplantierte Zahn dagegen unterstützt das Kieferwachstum. "Sind die Zellen eines ausgeschlagenen Zahns intakt, kann er oft in die Lücke gesteckt werden und wieder anwachsen." Engmaschige Kontrollen danach seien sehr wichtig, da es sein kann, dass das Nervengewebe im Zahn geschädigt ist. In dem Fall muss später eine Wurzelkanalbehandlung erfolgen. Der Zahn kann dennoch im Mund bleiben. (djd/pt)

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