Check-Up - vom Scheitel bis zur Sohle

Einfach drauflos leben und hoffen, dass ein Arzt die gesundheitlichen Schwierigkeiten richten wird, die mit der Zeit auftreten - das funktioniert nicht. Mediziner warnen: Es gibt keine Reparaturmedizin, jeder muss aktiv etwas dazu tun, um mit mehr Lebensqualität älter zu werden und nicht womöglich die letzten Jahre im Rollstuhl verbringen zu müssen. Denn die Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahrzehnten einerseits ungemein erhöht - es ist möglich, 100 Jahre und älter zu werden. Andererseits steigt mit zunehmendem Alter aber das Risiko, Herzinfarkte und Schlaganfälle zu erleiden, oder auch an Krebs zu erkranken. Experten wie Prof. Dietrich Baumgart, Kardiologe und Internist in der Essener Vorsorgeklinik Preventicum, plädieren für ein Vorsorgeprogramm. Und die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung spricht sich für eine umfassende Präventionsstrategie auf Bundesebene aus. Es geht darum, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass durch Vorsorge und Vorbeugung späterer Schaden verhindert werden kann.
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Grundsätzlich gilt es, nicht nur Auto, Haus oder Garten liebevoll zu pflegen, sondern auch sich selbst etwas Gutes zu tun - bewusster essen, nicht jeden Tag fettige Speisen oder Alkohol zu servieren, und beispielsweise lieber die Treppe zu erklimmen statt den Aufzug zu nehmen. Generell ist wichtig: Wer Ballaststoffe in Form von Obst und Gemüse isst, sich viel an der frischen Luft bewegt und auf Alkohol und Zigaretten verzichtet, lebt am gesündesten.

Kann man nicht von den Glimmstängeln lassen, so hängt der Zeitpunkt für eine Untersuchung des Bronchialtraktes davon ab, wie lange man schon raucht.
Zwei Mal pro Jahr zum Zahnarzt - diese Termine sollten man sich außerdem auf jeden Fall in den Kalender eintragen. Außerdem hilft eine professionelle Zahnreinigung einmal im Jahr dabei, das Gebiss möglichst lange vollständig zu erhalten.

Früherkennung beginnt beim Frauenarzt

Frauen sind bekanntlich diejenigen, die sich im Vergleich zu Männern gesundheitsbewusster verhalten: Das Rostocker Zentrum für Demografischen Wandel hat in einer Studie nachgewiesen, dass sich letztere viel häufiger für einen ungesunden Lebenswandel entscheiden und dementsprechend oft früher sterben. Ein Grundstein für die Erkenntnis, wie wichtig Früherkennung ist, wird bei den Frauen etwa im Alter von 20 Jahren gelegt: Ab dann sollten sie ein Mal pro Jahr beim Frauenarzt einen Zellabstrich am Gebärmutterhals machen lassen, um feststellen zu lassen, ob sie durch Gebärmutterhalskrebs gefährdet sind.

Vorsorge ab 30 Jahre

Der jährliche Besuch beim Frauenarzt wird ab dem 30. Lebensjahr durch die Tastuntersuchung auf Symptome von Brustkrebs (Knoten im Gewebe der Brust) erweitert. Für beide Geschlechter hingegen gilt in diesem Alter: Manche Menschen haben ein höheres Risiko als andere, bestimmte Krankheiten zu bekommen. Eine Ursache hierfür kann eine genetische Veranlagung sein, beispielsweise für Diabetes, Herzinfarkt oder Darmkrebs. Gibt es in der Verwandtschaft mehrere Fälle, sollte man so früh wie möglich zu einer Screening-Untersuchung gehen. Wer als Kind häufig Sonnenbrand hatte oder regelmäßig ins Solarium geht, ist besonders gefährdet, Hautkrebs zu entwickeln. In diesen Fällen macht ein Früherkennungs-Check Sinn, selbst wenn die Kassen diesen nur bei tatsächlichem Verdacht bezahlen. Ähnlich sieht es bei einer Schilddrüsenuntersuchung aus: Die Kosten werden bei Verdacht auf Fehlfunktion oder ein familiäres Risiko erstattet. Wer viel ins Ausland reist, sollte hingegen testen lassen, ob er unter Hepatitis A, B oder C leidet.
(Bild 3)

Check-Up 35

Jeder gesetzlich Versicherte hat ab dem vollendeten 35. Lebensjahr ein Anrecht auf einen allgemeinen Gesundheits-Check - alle zwei Jahre. Dabei wird insbesondere untersucht, ob man ein Risiko trägt, an Herz-Kreislauf-, Nierenkrankheiten oder Diabetes zu erkranken. Sollten schon erste Anzeichen erkannt werden, können diese gleich behandelt und damit die Heilungschancen erhöht werden.

Zum Check-up 35 gehören ein ausführliches Gespräch sowie folgende Untersuchungen:

• Klinische Untersuchung (Ganzkörperstatus)
• Abhören von Herz und Lunge
• Abtasten des Bauchraumes
• Beurteilung des Bewegungsapparates, der Haut und der Sinnesorgane
• Blut-Untersuchungen (Gesamtcholesterin, Glukose)
• Urin-Untersuchungen (auf Eiweiß, Glukose, Nitrit, rote und weiße Blutkörperchen)
Anschließend erfährt man nicht nur die Ergebnisse, sondern auch, wie sein individuelles Risikoprofil aussieht. Ab dem 35. Geburtstag sollte darüber hinaus die Haut alle zwei Jahre auf Anzeichen von Krebs hin kontrolliert werden.

Von dtd-Korrespondentin Paula Schmidt

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