Der "Chevrolet Camaro" im Test: Eine Legende kehrt zurück nach Europa

Die technischen Daten und das Design dieser US-Ikone sind genauso beeindruckend wie der Preis

Chevrolets Camaro ist ein echtes Kultauto, war in unzähligen Hollywoodfilmen zuverlässiger Partner legendärer Helden und jahrzehntelang der Traum vieler Teenager. Nach längerer Pause kehrt er jetzt nach Europa als Coupé (ab 38.990 Euro) und Cabrio (ab 43.990 Euro) zurück.
Seine V-förmige Front sorgt zusammen mit Xenon-Scheinwerfern und glänzenden LED-Halogenringen, Motorhaube mit Powerdome, tiefer, stabiler Bodenhaftung und breiten Schultern schon im Stand für imposante Anblicke.

Rassiger Auftritt

Die Innenausstattung greift den Geist und das Gefühl früherer Modelle auf, sie wirkt einfach und ist doch edel. Ins Auge fallen sofort die rechteckigen Armaturen und das große Lenkrad mit tiefsitzender Nabe. Die viergeteilte Instrumententafel vor der Gangschaltung erinnert an die legendäre 1969er Variante, hat jetzt jedoch eine moderne LED-Hintergrundbeleuchtung und diverse Anzeigen für die eingebaute Technik. Das Chevrolet-typische eisblaue Ambiente-Licht verläuft über die Türen, blau schattiert sind auch Tachometer und Drehzahlmesser. In der Innenausstattungsoption "Inferno Orange" setzt orangefarbenes Ambiente-Licht Akzente. Die Sportsitze mit Ziernähten sind zwar an die Rückenform angepasst, sie bieten allerdings etwas zu wenig Seitenhalt.
Als Novum in dieser Klasse ist serienmäßig ein Head-up-Display an Bord. Es projeziert wichtige Informationen (z.B. Tempo) direkt auf die Windschutzscheibe, man behält so die Straße stets im Blick. Ultraschall-Parkassistent mit Kamera und sechs Airbags (vier im Cabrio) sind weitere Seriendetails.

Fit for fun

Der deutlich über 4,8 Meter lange Wagen wurde von den Testingenieuren auf der Nürburgring-Nordschleife auf Herz und Nieren geprüft, speziell für die Vorstellungen europäischer Fahrer abgestimmt. Im Gegensatz zur US-Version hat der Viersitzer ein komplett neues Fahrwerk, was vor allem bei hohem Tempo für deutlich bessere Werte sorgt. "Wir wollten eine präzisere Sportaufhängung, die eine bessere Straßenlage erlaubt", so Chefdesigner Al Oppenheiser. Das Resultat: eine neutralere Balance während scharfer Wendemanöver und minimierte Untersteuerung am Limit.
Pirelli PZero-Reifen auf 20-Zoll-Rädern sorgen dafür, dass die Leistung angemessen auf den jeweiligen Untergrund kommt, 4-Kolben-Scheibenbremsen vom Rennsport-Experten Brembo sorgen für effektive Verzögerung.

Jede Menge Kraft

Die technischen Daten sind genauso beeindruckend wie das Design: Der 432 PS starke 6,2-Liter-V8 (569 Nm) beschleunigt das Coupé mit herrlich bollerndem Klang auf 100 in 5,2 Sekunden, (Cabrio: 0,2 Sekunden mehr). Mit Automatikgetriebe leistet der V8 405 PS (556 Nm), spurtet in 5,4 Sekunden auf 100. Spitzentempo in allen Varianten: 250 km/h.
Auch wenn Kraftstoffeffizienz sicher nicht die höchste Priorität bei Camaro Käufern hat, so dürfte auch sie erfreuen, dass die Automatik-Variante bei ruhiger Fahrt vier der acht Zylinder abschaltet und so bis 7,5 Prozent Kraftstoff einspart. Mit Schaltgetriebe liegt der vergleichbare kombinierte Verbrauch bei 14,1 Litern auf 100 Kilometer, der Automatikversion reichen dagegen 13,1 Liter.
Den Startbefehl quittiert der V8 mit scharfem Sound, brabbelt dann satt im Leerlauf. Parallel wischen die roten Nadeln der vier tief unten in der Mittelkonsole platzierten Armaturen für Öl, Wasser und Batterie zweimal über ihre Skalen, bevor sie in ihre Anzeigepositionen zurückkehren.

Fazit: Wer Anonymität sucht, eher in der Masse untertauchen möchte, für den ist der Camaro nicht die richtige Wahl, denn wie kein anderer zieht er die Blicke auf sich. Ein überaus emotionaler Sportwagen mit Fahrspaßgarantie zum echten Sparpreis.

Autor:

Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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