Grauer Star: Sonderlinse statt Brille

Bei mehr als 90 Prozent der über 65-jährigen Deutschen stellt der Augenarzt die Diagnose „Grauer Star“. Die ursprünglich klare Linse trübt sich allmählich ein, Betroffene sehen wie durch einen Schleier. Einzige Behandlungsmöglichkeit: Eine Operation, bei der die trübe durch eine künstliche Augenlinse ersetzt wird. Welche Linse eignet sich? Wir haben Tipps.
Wussten Sie, dass der Graue Star (med.: Katarakt) unbehandelt die häufigste Erblindungsursache in der Welt ist? Die Diagnose ist aber kein Grund zur Beunruhigung. In den meisten Fällen handelt es sich um ein natürliches Phänomen, das gut behandelt werden kann. Die Operation ist allerdings die einzige Behandlungsmöglichkeit: Hierbei wird die trübe Augen- durch eine Kunstlinse ersetzt – ein Eingriff, der in Deutschland ca. 600.000 Mal pro Jahr durchgeführt wird. „Die heutigen Operationsverfahren sind besser denn je, sicher und schmerzfrei“, sagt Dr. Omid Kermani, ärztlicher Leiter der Augenklinik am Neumarkt in Köln. Bis vor wenigen Jahren gab es für Graue Star-Patienten nur die Einstärkenlinse (Standardlinse). Die hat aber ein Handicap: Nur ein Sehbereich kann wieder scharf gesehen werden – das Nahe oder das Ferne. Grundsätzlich benötigt der Patient nach einer OP mit Standardlinse eine Brille (Lese-, oder Gleitsichtbrille), um den unausgeglichenen Bereich zu korrigieren.
„Moderne Sonderlinsen können die Brille komplett überflüssig machen, so Dr. Kermani. „Sind sie perfekt auf die Anatomie des Auges abgestimmt, erzielen sie eine scharfe Sicht für Ferne und Nähe, und gleichen neuerdings auch Hornhautverkrümmungen aus.“
Bislang ließ sich die Mehrheit der Katarakt-Patienten die Standardlinse einsetzen: Bis Ende 2011 bezahlten gesetzliche Krankenkassen nur dann eine Operation inklusive Linsen, wenn der Patient das einfache Implantat wählte – entschied er sich für die Sonderlinse, musste er diese inklusive OP selbst zahlen.

Für Kassenpatienten nun erschwinglich
Seit Januar 2012: Wünschen gesetzlich Versicherte eine Sonderlinse, tragen die Krankenkassen die Kosten, die auch bei der Implantation einer normalen Linse entstanden wären. Der Betroffene zahlt lediglich den Differenzbetrag zwischen einfacher und höherwertiger Linse sowie den ärztlichen Mehraufwand. „Diese Bezuschussung einer lebenslangen Unabhängigkeit von Brille und Co. ist ein klarer Vorteil: Früher bezahlte der Kassenpatient rund 2.500 Euro pro Auge für die Implantation einer Sonderlinse. Jetzt wird dieser Betrag immerhin um den Anteil einer Standard- OP gemindert – eine Investition, die langfristig meist sogar niedriger ist als die Versorgung mit teuren Gleitsichtgläsern“, so Dr. Kermani. Die Höhe des jeweiligen Erstattungsbetrages sollten Patienten bei ihrem Operateur oder ihrer Krankenkasse erfragen.
Infoservice intraokulare Sonderlinsen: 01805 999691* oder 0211 4206564
*14 Cent/Min aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 Cent/Min

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