Sprache lernen mit allen Sinnen

10 Jahre Sprachförderung in Reinheim - Die Stadt Reinheim lädt zu einer kleinen Feierstunde anlässlich des 10jährigen Bestehens der „Sprachförderung in städtischen Kindergärten und Tagesstätten“ am Donnerstag, den 15. November um 14.30 Uhr in die Kita am Stadtpark ein.
Derzeit sind zehn geschulte Fachkräfte zwei Mal wöchentlich in den sechs Einrichtungen tätig. Ein Teil der betroffenen Kinder hat einen Migrationshintergrund. Gefördert werden Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen und deutsche Kinder, die Verzögerungen in ihrer persönlichen Sprachentwicklung haben.
Das Projekt „Sprachkurse in Kindergärten und Tagesstätten in Reinheim“ wird seit zehn Jahren mit Landesmitteln gestützt. Die Koordination und Leitung obliegt seit 2002 Inge Köttner, die seit 2003 als Kitafachberatung eingesetzt ist. Die ausgebildete Erzieherin und Therapeutin für Entwicklungsförderung vernetzt und organisiert Fortbildungen mit Logopäden und Sprachheiltherapeuten und macht Supervisionen für die Fachkräfte.
Vom ersten Kindergartentag an findet Sprachförderung als selbstverständlicher Bestandteil für alle Kindergartenkinder in den Einrichtungen statt. Die Kleinen werden motiviert, im Stuhlkreis zu erzählen, es wird vorgelesen und die Kinder lernen neue Wörter und Begriffe gezielt durch Projekte kennen. Auch das freie Spiel, in dem die Sprache als Mosaik zusammengesetzt wird, ist wichtiger Bestandteil des Erziehungskonzeptes.
Fällt dem erzieherisch tätigen Fachpersonal auf, dass ein Kind Förderbedarf hat, wird dieses mit Einverständnis der Eltern in die Sprachfördergruppe aufgenommen. In den Fördergruppen wird unter dem Motto „Sprache lernen mit allen Sinnen“ in Kleingruppen von sechs bis acht Kindern agiert. Zum Beispiel werden mit Bildkarten, Bewegungsspielen und rhythmischen Elementen konkrete Sprachanlässe geschaffen. Kindern mit Sprachdefiziten fällt das Zuhören, Wahrnehmen und Sprechen in der Kleingruppe deutlich leichter. Der Spracherwerb in der Kleingruppe erleichtert die Kontaktaufnahme zu anderen Kindern. Wie lange das Kind in der Kleingruppe verbleibt wird, hängt von seiner persönlichen Sprachentwicklung ab. Teilweise ist schon nach einem Jahr der normale Entwicklungsstatus erreicht, andere Kinder brauchen intensivere Betreuung. Wenn zudem erkennbar ist, dass zusätzlich eine logopädische Behandlung erforderlich ist, wird den Eltern empfohlen, das Kind beim Kinderarzt vorzustellen. Zwischen den Tagesstätten und Grundschulen gibt es eine intensive Zusammenarbeit, denn zur Schulfähigkeit jedes Kindergartenkindes gehört auch eine altersgemäße Sprachentwicklung. Ist diese trotz zusätzlicher Förderung nicht ausreichend vorhanden, wird dieses Kind für einen intensiven Vorlaufkurs in der Gersprenzschule vorgeschlagen. Auch dieses Angebot ist freiwillig und für die betroffenen Familien ebenso wie die Sprachkurse in den Tagesstätten kostenfrei.
„Sprache ist der Schlüssel zur Integration“ steht auf der Einladung zur Feierstunde am 15. November. Die positiven Erfahrungen der zurückliegenden zehn Jahre bestätigen die Erfordernis, diese zusätzliche Sprachförderung in Kleingruppen als Angebot in den Kindertagesstätten zu erhalten. Das Ziel der Stadt Reinheim ist es, meint auch Bürgermeister Karl Hartmann, dass alle Kinder eine glückliche und spannende Kindergartenzeit erleben und bis zur Einschulung optimal gefördert sind - im normalen Kindergartenalltag und bei Bedarf durch das Zusatzangebot der Kommune.

Autor:

Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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