Auszeichnungen für den Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912 e.V.

Oberbürgermeister Jochen Partsch hat beim Sportlerfrühschoppen des Heinerfestes am Samstag (30.) den Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912 e.V. gleich zweifach ausgezeichnet. Stellvertretend für den Verein überreichte er an den Vorsitzenden Thomas Kipp die Silberne Verdienstplakette der Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Silberne Ehrenplakette des Hessischen Ministerpräsidenten. "Mit seinen großen sportlichen Erfolgen hat der DSW 1912 seit vielen Jahrzehnten den Namen unserer Stadt nach außen getragen. Jetzt wird dies der DSW-Schwimmer Marco Koch, Deutscher Meister und Vize-Europameister, bei der Olympiade in London wieder tun. 1700 Mitglieder beleben den 100 Jahre alten Verein täglich neu. Die aktive und vorbildliche Kinder- und Jugendarbeit des Vereins ist bereits mehrfach vom Deutschen Schwimmverband ausgezeichnet worden. All dies verdient unsere Anerkennung. Daher freue ich mich, dem Verein heute die Silberne Verdienstplakette der Stadt und die Silberne Ehrenplakette des Hessischen Ministerpräsidenten verleihen zu können", sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch bei der Übergabe.

Zur Geschichte des Vereins:

Unter dem Eindruck der 1912 stattfindenden Olympischen Spiele erlebte der deutsche Schwimmsport einen starken Aufschwung. So fand sich in Darmstadt nach der im Jahr 1911 erfolgten Eröffnung des Hallenbades eine Gruppe von Schwimmbegeisterten zusammen, vorwiegend Schüler aus Darmstädter Lehranstalten, die mit Beginn der Badesaison 1912 im Woog einen Verein gründeten, den „Darmstädter Schwimmclub Jung-Deutschland“. Die Leitung übernahm Dr. Alexander Bopp, im Sommer zählte man schon 42 Mitglieder. 1913 ging der Club bereits – unter Beteiligung des Großherzogs und seiner Familie – mit einem Werbeschwimmfest an die Öffentlichkeit. Bald folgte der Anschluss an den Deutschen Schwimmverband.
Schon vor dem 1. Weltkrieg betrieben Mitglieder des Clubs am Altrhein gemeinsam mit Studenten der Technischen Hochschule (TH) Rudersport. Bald darauf übernahm der Club die vorhandenen Anlagen am Altrhein, die von der TH Darmstadt erstellt worden waren.
Im Verlaufe des 1. Weltkriegs hielten nur wenige Mitglieder den Verein zusammen, 1916 kam es zur Gründung einer Damenabteilung, die von Jahr zu Jahr steigende Erfolge verzeichnen konnte. 1920 wurden dem Club die Durchführung der Deutschen Meisterschaften übertragen, zu diesem Anlass erstellte die Stadt im Woog eine sportgerechte 100-Meter-Bahn. Schon 1924 stellten sich mit den ersten beiden deutschen Meisterschaften von Friedel Berges über 400 m und 1500 m Kraul die ersten großen Erfolge ein, denen Berges 1926 und 1928 noch weitere folgen ließ. Fünf Jahre gehörte er zur Nationalmannschaft. Neben ihm war es Eduard Dingeldey, der im Seitenschwimmen (ein Stil, der schon seit langem nicht mehr geschwommen wird), Aufsehen erregende Rekorde erzielte. Neben ihnen wuchs eine Sportmannschaft heran, die in Süddeutschland in den Kraulstaffeln lange Zeit ungeschlagen blieb. Auch im Wasserball wurden große Erfolge erzielt, die dann auch 1928 und 1929 dem Verein den Titel eines „Süddeutschen Wasserballmeisters“ einbrachten. 1926 war die Zahl der aktiven Schwimmer derart herangewachsen, dass ein hauptamtlicher Trainer eingestellt wurde.
1934 kam es zur Gründung des Reichsbundes für Leibesübungen, was 1936 zur Auflösung mehrerer Darmstädter Sportvereine und Überführung in den „Darmstädter Turn- und Sportgemeinde 1846“ führte.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lagen die Sportstätten, das Hallenbad und die Woog-Tribüne in Trümmern. Der alte „Club“ sammelte sich zunächst um die „Ruderabteilung“ am Altrhein. Der SV 98 gründete eine Schwimm- und Wassersportabteilung und nutzte das Schwimmbad in Pfungstadt.
Am 11. März 1949 erfolgte die Wiedergründung des Clubs unter dem Namen „Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912“. Zum Vorsitzenden des Gesamtclubs wurde Ludwig Fasler gewählt. Bereits im Sommer 1949 gab es Bezirksmeisterschaften im Woog und Hessische Wasserballmeisterschaften in Michelstadt. Im August zählte der Club bereits 440 Mitglieder, davon 310 in der Schwimmabteilung.
Um den Wiederaufbau des Hallenbades zu beschleunigen, fand sich nach kurzem Aufruf die Großzahl der Darmstädter Schwimmer zusammen, um in wochenlangem Einsatz bei der Enttrümmerung des Bades mitzuwirken. Das Bad wurde am 1. Oktober 1950 eröffnet. Das Jubiläumsjahr 1952 begann viel versprechend, im April wurden im Hallenbad die
3. Deutschen Jugendprüfungswettkämpfe mit 76 Vereinen am Start durchgeführt. Bald wurde auch der Ruf nach einem eigenen Clubheim immer dringlicher, das dann mit Unterstützung der Stadt am Woog gebaut und 1955 bezogen wurde. Die Wassersportler bekamen im gleichen Jahr ein modernes Ruderbecken.
In den Folgejahren konnte der Club viele sportliche Erfolge erzielen, die Wassersportler belegten in den Jahren 1949 bis 1960 bei Regatten viele erste Plätze. Im Schwimmsport war 1964 das bis dahin erfolgreichste Jahr: neben Gewinnen bei deutschen Meisterschaften wurden bei der Olympiade in Tokio mehrere Medaillen durch den Club gewonnen. Hans-Joachim Klein gewann die Bronzemedaille in 100 Meter Freistil sowie drei Silbermedaillen in den Staffelwettbewerben und Uwe Jacobsen gewann die Silbermedaille in der Freistilstaffel. Auch 1968 wurde durch Heike Hustede mit der Lagenstaffel die Bronzemedaille geholt. 1978 konnte der Verein neun Aktive in DSV des Vereins ist erfolgreich. Erfolge feierte der DSW 1912 auch im Behindertensport. -Kadern verzeichnen und war drittgrößter von neun DSV-Stützpunkten.
Ende 1984 wurde eine Triathlongruppe gegründet, später wurde der Club noch um eine Volleyball-Abteilung erweitert. Einer der größten Erfolge im Triathlon dürfte der Weltrekord durch Lothar Leder gewesen sein, dem es gelang, 1996 als erster Mensch unter der magischen 8-Stundenmarke beim Ironman in Roth zu bleiben. Auch die 1999 begonnene gezielte Nachwuchsförderung

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