Interview Andreas Humbert

Beobachter der Partie zwischen den Gruppenliga-Rivalen SG 05 Büdingen und den Sportfreunden Seligenstadt 2: Andreas Humbert, Trainer der TGM SV Jügesheim (links).
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Rodgau/Jügesheim. Andreas Humbert (49) ist mittlerweile im vierten Jahr Trainer bei den Fußballern der TGM SV Jügesheim. Von 2012 bis 2014 trainierte er die zweite Mannschaft des damaligen Hessenligisten und stieg mit dieser 2013 über die Relegation in die Kreisoberliga Offenbach auf. Nach dem freiwilligen Abstieg als Hessenliga-Meister übernahm Humbert 2014 die neu formierte erste Mannschaft der TGM SV in der Gruppenliga Frankfurt Ost. Seine fußballerischen Wurzeln hat Humbert bei der SG Rosenhöhe, bei der er bereits mit 14 Jahren gemeinsam mit seinem Vater Manfred als Trainer tätig war. Hier trainierte er unter anderem dem späteren Bayern-Profi Thorsten Ott. „Lehrmeister“ in seiner Trainerkarriere in späteren Jahren waren Tony Hayes und Jürgen Heilmann. Weiterhin widmete er sich der Ausbildung von Talenten und gründete unter anderem mit Ex-Profi Lars Schmidt (aktuell Trainer bei den Sportfreunden Seligenstadt) die Talentschmiede Fußball International. Im Seniorenbereich kam er über die Stationen VfB Großauheim und TV Hausen schließlich zur TGM SV Jügesheim.

Herr Humbert, was hat Sie an der Jugend so fasziniert, dass Sie in diesem Bereich so lange Trainer waren?

Nach einem Kniegelenksschaden war das die Möglichkeit, dem Fußball erhalten zu bleiben: Nicht als Spieler, sondern als Jugendtrainer. Das Spannende war: Mein Vater und ich oder später auch Tony Hayes und ich haben eine Meisterschaft nach der anderen gewonnen. In 20 Jahren waren es mindestens zehn, dazu die Aufstiege. Wenn man solche Erfolge im Jugendbereich hat, macht das natürlich großen Spaß. Tony Hayes und Jürgen Heilmann haben mich geprägt, natürlich habe ich einige Sachen verändert und meinen eigenen Stil gefunden. Ich habe zu vielen ehemaligen Spielern ein exzellentes Verhältnis, da sind Freundschaften entstanden, die auch über große Entfernungen weiterbestehen. Ich habe viel gelernt, was Kindererziehung angeht. Wenn man sieht, wie sich die jungen Spieler entwickeln, macht das großen Spaß. Und es ist ein tiefes, gutes Gefühl zu wissen, dass man an dieser Veränderung und Entwicklung beteiligt war.

Sie sind im vierten Jahr als Trainer bei der TGM SV tätig. Beschreiben Sie doch einmal die Entwicklung in den vergangenen Jahren, da war ja einiges los: Aufstieg mit der zweiten Mannschaft, Rückzug der ersten Mannschaft aus der Hessenliga, Neuanfang in der Gruppenliga...

Rein Sportlich konnte ich arbeiten wie ich wollte und habe mich so ein ganzes Stück weit nach vorne entwickelt, das waren schon Meilensteine. Und als Trainer einer zweiten Mannschaft konnte ich mit einem Mentor wie Lars Schmidt nur gewinnen, das war eine sehr gute Zusammenarbeit. Die zweite Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt, die Zuschauer kamen zurück und haben sich die Spiele angeschaut, das war ein tolles Gefühl. Der Rücktritt als Hessenmeister und mein Aufstieg zum Cheftrainer war spannend, aber sehr anstrengend. Es gab Leute aus dem Umfeld der ersten Mannschaft, die dachten, das sei ein abgekartetes Spiel. War es aber nicht. Hätte Lars weitermachen wollen, hätte ich den Posten abgelehnt. Es war allerdings naiv zu denken, dass der eine oder andere aus dem Hessenliga-Kader bleiben würde. Wir mussten einen komplett neuen Kader aufbauen, da haben mir meine eigenen und die Kontakte des neuen KOL-Trainers Kevin Knust sehr geholfen. Wir haben eine Truppe zusammengestellt, die auch menschlich zusammenpasst, das ist wirklich eine geile Mannschaft. Sie hat sich gut entwickelt, wir haben im Sommer noch gute Leute dazubekommen. Viel hat sich ja nicht verändert. Wir haben eine stabile Mannschaft, die nichts so leicht umwirft. Wie die Mannschaft sich präsentiert, wie sie Fußball spielt, damit bin ich sehr zufrieden.

Wohin führt der Weg der TGM SV in dieser Saison?

Wir haben vier Punkte verloren, die nicht eingeplant waren: Das waren – von der Tabellensituation her – die Unentschieden in Lindheim und gegen Dietesheim. Wo bei wir in der vergangenen Runde noch zweimal gegen Dietesheim verloren haben. Diese vier Punkte fehlen jedenfalls, der Rest war okay. Schade, dass der Spielplan uns und Hanau 93 zweimal so früh zusammengeführt hat, zu einem späteren Zeitpunkt hätten wir sicher bessere Chancen gehabt. Gegen uns zu spielen, ist sehr schwer, sagen andere Mannschaften. Wir sind abwehrstark, taktisch diszipliniert und spielen mit Tempo nach vorne. So, wie wir in der Tabelle stehen, ist das okay, wobei wir natürlich gerne weiter nach oben klettern. Mit der Meisterschaft werden wir aber nichts tun haben, außer wir haben so einen Lauf wie im vergangenen Jahr die Mühlheimer.

In der kommenden Saison steht die Fusion mit der Turngesellschaft an. Haben Sie sich schon Gedanken um die Zukunft gemacht?

Die perspektivische Aussicht ist noch nicht klar, mit mir hat noch keiner gesprochen. Ich warte das Ergebnis der Fusionsbestrebungen ab und werde dann in die eine oder andere Richtung eine Entscheidung treffen.
(pal)

BU1: Beobachter der Partie zwischen den Gruppenliga-Rivalen SG 05 Büdingen und den Sportfreunden Seligenstadt 2: Andreas Humbert, Trainer der TGM SV Jügesheim (links).
Foto: pal

BU2: Wichtige Stütze im Spiel der TGM SV Jügesheim: Riccardo Sozzo (links, hier im Spiel beim SSV Lindheim). Foto: pal

Beobachter der Partie zwischen den Gruppenliga-Rivalen SG 05 Büdingen und den Sportfreunden Seligenstadt 2: Andreas Humbert, Trainer der TGM SV Jügesheim (links).
Wichtige Stütze im Spiel der TGM SV Jügesheim: Riccardo Sozzo (links, hier im Spiel beim SSV Lindheim).
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Redaktion mein südhessen aus Darmstadt-Süd

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